Offenburger Stadtbibliothek seit 20 Jahren Teil des Angebots auf Kulturforums
Ein erweitertes Angebot und verlängerte Öffnungszeiten

Das Team der Stadtbibliothek auf dem Kulturforum freut sich über das Jubiläum.
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  • Das Team der Stadtbibliothek auf dem Kulturforum freut sich über das Jubiläum.
  • Foto: Foto: Hubert Braxmaier
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Offenburg (djä). Vor zwei Jahrzehnten zog die Stadtbibliothek Offenburg um auf das Ihlenfeldareal. Die neue Raumsituation in dem ehemaligen Kasernengebäude war ein Quantensprung: Statt 650 Quadratmetern am alten Standort in der Hauptstraße konnten nun 3.400 genutzt werden. Die hohen, hellen Räume füllten sich. Eingezogen war man mit 68.000 Medien, heute sind es rund 117.000. Die Entleihzahlen gingen "durch die Decke", wie Bibliotheksleiterin Sibylle Reiff-Michalik die Entwicklung beschreibt. Sie haben sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt. Waren es 1997 noch 305.000, zählt man aktuell rund 622.000 Entleihen pro Jahr. Das zeigt: Die Stadtbibliothek auf dem Kulturforum wird von den Bürgern aus Offenburg und dem Umland gut angenommen.

"Wir sind viel mehr als eine Bücherentleihstation. Nachmittags treffen sich hier Schüler und machen gemeinsam ihre Hausaufgaben. Andere Besucher bringen ihren Laptop mit und arbeiten in unseren Räumen", beobachtet Reiff-Michalik. Sie trinken einen Kaffee oder Tee, lesen die bereitliegenden Zeitschriften und Tageszeitungen, unterhalten sich und stöbern im Angebot der Bibliothek. Das können sie auch online tun, denn auf jedem Stockwerk gibt es mittlerweile öffentlich zugängliche Computer. Die Stadtbibliothek ist gut besucht, denn viele Menschen fühlen sich hier wohl. "Der Trend geht dahin, der Vereinzelung entgegenzuwirken", findet Reiff-Michalik.
Ein Meilenstein war die Einführung der "Selbstverbucher" im Jahr 2009. Damit können die Nutzer alles selber einbuchen, was sie mitnehmen wollen. Sie legen das Medium einfach unter das Lesegerät, das alle Daten scannt. Auch die Rückgabe erfolgt auf diese Weise. Das geht zum einen sehr schnell ohne lange Wartezeiten für die Nutzer. Zum anderen entlastete dies die Mitarbeiter sehr, denn die bewegten vorher sage und schreibe über 100 Kilogramm Bücher jeden Tag an der Theke.

Wurde in anderen kommunalen Bibliotheken mit der Einführung dieser Technik oft die Zahl der Mitarbeiter reduziert, konnte dies in Offenburg verhindert werden. Verlängerte Öffnungszeiten und eine gestiegene Zahl der Entleihen machen dies möglich. So finden die Nutzer die Türen "ihrer" Stadtbibliothek heute deutlich länger geöffnet als vor 20 Jahren. Und wer Fragen hat oder Hilfe braucht, kann sich immer noch an die Mitarbeiter wenden.

In den vergangenen Jahren sind auch digitale Medien wie E-Books und Hörbücher aufgenommen worden. Eine große Musikbibliothek mit Notenblättern, Musikliteratur und Musik-CDs wurde für die Nutzer aufgebaut. Die Kinder- und Jugendbuchabteilung präsentiert sich heute umfangreicher und neu gestaltet. In Zeiten, in denen die Digitalisierung alle Lebensbereiche durchdringt, könnte man auf den Gedanken kommen, dass eine reale Bibliothek an Bedeutung verlieren könnte, da alles irgendwann virtuell verfügbar ist. "Das Gegenteil ist der Fall. Die Erfahrung zeigt, dass die physisch vorhandene Bibliothek gerade im digitalen Zeitalter an Bedeutung gewinnt", erklärt Reiff-Michalik. Die Tendenz gehe auch dahin, weitere Lebensbereiche in die Bibliothek zu holen. Das könnten beispielsweise Repair-Cafés oder "Offene Werkstätten" für Privatpersonen sein, wo Geräte und Produktionsmittel benutzt werden können.

Das Leben im Haus wird Reiff-Michalik fehlen, wenn sie Anfang des nächsten Jahres in den Ruhestand geht. Malena Kimmig wird die Leitung ab Januar übernehmen. "Vielleicht sitze ich dann auch gelegentlich hier wie die anderen Bibliotheksbesucher", meint Reiff-Michalik mit einem Augenzwinkern.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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