Antrag FDP-Stadtratfraktion
Gesamtkonzept für den Vinzentiusgarten

Die FDP-Stadtratsfraktion will, dass der Vinzentiusgarten überplant wird.  | Foto: gro
  • Die FDP-Stadtratsfraktion will, dass der Vinzentiusgarten überplant wird.
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Offenburg (st/gro) Die FDP-Stadtratsfraktion stellt in einem Brief an Oberbürgermeister Marco Steffens den Antrag im Kultur- oder Planungsausschuss ein Gesamtkonzept zur Überplanung des Vinzentiusgarten vorzulegen. Dabei soll geklärt werden, wie das Offenburger Gartendenkmal in einem gepflegten Zustand präsentiert werden kann.

Zur Begründung heißt es: "Der Vinzentiusgarten ist einer der ältesten und wertvollsten Garten-Denkmale, das Offenburg vorweisen kann. Der Vinzentiusgarten wurde im Stil des Rokoko 1765 als „Lustgarten mit Orangerie und Treibhaus“ angelegt. Im April 2018 hatten die majestätischen Platanen im nördlichen Bereich entfernt werden müssen, weil die Wurzeln die historische Stadtmauer beschädigten. "Bei einem damaligen Vororttermin des Gemeinderates gab es Vorschläge aus der Mitte des Gemeinderates als Ersatzpflanzung die vorhandene Rasenfläche mit geschnittenen Formgehölze zu überplanen, das den Grundstil eines Barockgarten aufnimmt. Es wurde seitens der Verwaltung zugesagt, zeitnah erste Vorschläge im Planungsausschuss vorzustellen. Nach mittlerweile über fünf Jahren gab es keinen einzigen Vorschlag, sondern vielmehr wurde eine lieblose geteilte Rasen-  und Blumenwiese mit drei unpassenden Sternmagnolien die vor sich hin dümpeln angelegt", kritisiert die Fraktion.

Man gewinne den Eindruck, dass es sich bei allen Maßnahmen die zur Sicherung dieses Kulturguts durchgeführt würden, nur um Stückwerk handele. Vieles würde sich nach Meinung der FDP-Fraktion mit geringen finanziellen Mitteln kurzfristig beheben lassen. Die Sitzbänke seien in keinem guten Zustand, der Verputz an der Brüstung zur Stadtmauer und Kittelgasse bröckele ab. Die Bepflanzung werde dem historischen Garten nicht gerecht.

Auch die Bürgergemeinschaft Stadtmitte hat sich zu Wort gemeldet: "Der Vinzentiusgarten gilt nicht nur in Touristenführern als ein Highlight, sondern auch auf der Website der Stadtverwaltung Offenburg", heißt es in einem Schreiben an Oberbürgermeister Marco Steffens. Besonders betont würden die symmetrische Anlage sowie der einzigartige Bestand an Rokokofiguren. Diesem Lob stimmt die Bürgergemeinschaft zu, allerdings habe das Kleinod leider an Glanz verloren: "Infotafeln sind verschwunden oder verwittert, wodurch die Sammlung der Grenzsteine, die auch bei Stadtführungen gezeigt werden, kaum Beachtung finden." Auch die Bepflanzung sei ein umstrittenes Thema, mit dem Verschwinden der Platanen fehle das Gesamtkonzept.

Besonders beunruhigend sei der Zustand der Figurensammlung. Sie seien teilweise in einem desolaten Zustand, der Flötenspieler fehle ganz, seit er am Fuße der Stadtmauer gefunden wurde. Die Bürgergemeinschaft Stadtmitte geht davon aus, dass sich die Bruchstücke noch immer auf dem Gelände der Technischen Betriebe Offenburg befinden. "Wir fordern als Vertreter der Stadtmitte, zu der auch die Altstadt gehört, dass zeitnah eine Lösung gefunden werden muss. Wir stehen jederzeit zu einem Austausch zur Verfügung", so der Vorstand der Bürgergemeinschaft.

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