Hochschule Offenburg
Marie-Agnes Strack Zimmermann zu Gast
- Foto: Foto: Hochschule Offenburg
- hochgeladen von Lea Wölfle
Offenburg (st) Dr. Gernot Meier, der Leiter der Evangelischen Akademie Baden, hatte die Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im EU- Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, und den evangelischen Theologen und Professor für Sozial- und Technikethik an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg, Gerhard Schreiber, an den Campus Offenburg eingeladen um mit den etwa 100 Anwesenden über die Frage zu diskutieren „Wer kontrolliert den Krieg von morgen? – Drohnen, KI und hybride Bedrohungen zwischen Verteidigung, Eskalation und Verantwortung“. Für eine technische Einordnung sorgte bei der Veranstaltung in Kooperation mit dem Institute for Machine Learning an Analytics (IMLA) der Hochschule Offenburg Prof. Dr. Tobias Kreilos vom Institute for Unmanned Aerial Systems (IUAS), heißt es in der Pressemitteilung.
KI- und Drohnentechnologien
„Wir gestalten KI- und Drohnentechnologien mit, damit wächst unsere Verantwortung“, erklärte Rektor Prof. Dr. Stephan Trahasch in seiner Begrüßung die Rolle der Hochschule. Wer Algorithmen schreibe und autonome Systeme entwickele, müsse sich auch mit ethischen Fragen auseinandersetzen und Regeln mitbestimmen. Daher sei Ethik immer auch Teil der Lehre.
In einem Einspieler verdeutlichte ein ukrainischer Militär anschließend wie rasant sich die Drohnentechnologie im Lauf des Kriegs entwickelt und welche Bedeutung das für ganz Europa hat. In ihrem Impulsreferat zeigte Marie-Agnes Strack-Zimmermann danach auf, wie extrem kompliziert es geworden ist, die Frage nach dem Kontrolleur des Kriegs von morgen zu beantworten. Sie könne es auch nicht sagen, erklärte die Europaabgeordnete gleich zu Beginn. Gesellschaftliche Verantwortung höre aber nicht am Gartenzaun auf. Daher sei es wichtig, dass Menschen vom Tag ihrer Geburt an durch Information und Bildung in die Lage versetzt würden, Manipulationen zu erkennen. Und so es eben wichtig, dass das Thema auch an Hochschulen diskutiert werde. Gerhard Schreiber betonte, dass sich die technische Entwicklung nicht mehr zurückdrehen lasse. Eine ethische Prüfung aller Schritte bei Entwicklung, Erprobung und Beschaffung sei daher unerlässlich – der Sicherheitsgurt sozusagen. Dafür gelte es Menschen zu befähigen, die entsprechenden Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Denn im Gegensatz zu Aufgaben, ließe sich Verantwortung nicht automatisieren. Tobias Kreilos machte in seinen Erläuterungen zu Drohnentechnik und -forschung auch klar, dass sich militärische und zivile Nutzung heute nicht mehr trennen lassen. Grund seien die geringen Kosten und die öffentliche Zugänglichkeit von Hard- und Software, Steuerung und Einplatinenrechnern. In der abschließenden, aufgrund der fortgeschrittenen Zeit kurzen Diskussion ging es dann unter anderem um die Fragen ob die Billigkeit von Drohnen die ethischen Grenzen absenke oder ob Demokratien im Konfrontationsfall im Nachteil seien. Weitere Meldungen aus dem Publikum bezogen sich auf technische Einzelheiten und die Notwendigkeit eines anderen sprachlichen Umgangs mit dem Thema.










Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.