Baustellenbesuch
Wie geht es voran beim Neubau des Ortenau Klinikums
- Claudia Bauer-Rabe und Projektsteuerer Simon Delpy, PSB Wasner, auf der Baustelle des neuen Ortenau Klinikums in Offenburg
- Foto: gro
- hochgeladen von Christina Großheim
Offenburg Die Dimensionen sind gewaltig: Ein Jahr nach dem Spatenstich für das neue Ortenau Klinikum in Offenburg werden die Ausmaße deutlich. Denn seit einiger Zeit laufen auf der Baustelle die Erdarbeiten für den Klinikneubau, den Bau eines Multi-User-Zentrums (MUZ) sowie die Energieversorgungszentrale (EVZ).
"Es entsteht ein Klinikum der Maximalversorgung mit 724 Planbetten und rund 3.000 Mitarbeitern", erklärt Claudia Bauer-Rabe, Vorstandsvorsitzende des Ortenau Klinikums, bei einer Baustellenbegehung am Dienstag. Allein die Baugrube hat eine Länge von 400 Metern, eine Breite von 100 Metern und erreicht eine Tiefe von bis zu 6,90 Meter unter der Geländeoberkante. Rund 190.000 Kubikmeter Bodenmaterial wurden bislang abgetragen, erklärt Simon Delpy von PSB Wasner, der für die Projektsteuerung verantwortlich ist. "Wir liegen im Zeitplan. Im Moment laufen noch die Verhandlungen für die Vergabe der Rohbauten." Damit soll im ersten Quartal 2026 begonnen werden.
Zentrale Versorgung
Das eigentliche Klinikgebäude liegt in Richtung Bühl im hinteren Bereich des Baufeldes. Das MUZ wird parallel zu den ehemaligen Kasernengebäuden am Holderstock, die EVZ direkt daneben gebaut. Von dort aus werden künftig alle Standorte des Ortenau Klinikums versorgt. In ihm entsteht eine der größten zentralen Aufbereitungsanlagen für Medizinprodukte. In der Zentralküche werden die Gerichte für alle Standorte selbst gekocht, schonend nach dem Cook-and-Chill-Verfahren eingefroren und in Achern, Lahr und Wolfach wieder erwärmt. Auch die Zentralapotheke sowie ein hochmoderner Lager- und Logistikbereich befinden sich in dem Gebäude.
Gebaut wird nach der hohen Energieeffizienzklasse 40. Der Klinikcampus wird an das Offenburger Fernwärmenetz angeschlossen. Zudem werden auf den Dächern Photovoltaikanlagen installiert, die der Eigenversorgung dienen. Es sind Dachbegrünungen vorgesehen, das MUZ wird rundum mit einer Fassadenbegrünung versehen.
Bodenarbeiten
Derzeit werden Stützwände gebaut, wo künftig das MUZ und die EVZ stehen werden. Um den Boden tragfähiger zu machen, werden ab der zweiten Septemberhälfte 756 Stützpfähle eingelassen. Während im vorderen Baustellenbereich das Rüttelstopfverfahren angewendet wird, wird das Klinikgebäude von Bohrpfählen getragen.
Die Arbeiten am Rohbau werden voraussichtlich zwei Jahre dauern. Die Inbetriebnahme ist für 2030 geplant. Zwei Jahre vorher sollen bereits das MUZ und die EVZ fertig sein. 690 Millionen Euro wird der Campus mit den Nebengebäuden kosten. "Im Augenblick liegen wir gut im Budget", stellt Claudia Bauer-Rabe fest. Die Verhandlungen über die Baukosten würden gut verlaufen. 190.000 Kubikmeter Bodenaushub sind bislang auf der Baustelle des Ortenau Klinikums angefallen









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