OB Steffens zu Gast bei "Markant"
Zentrum internationaler Warenströme

Von links: Franz-Friedrich Müller, Präsident des Verwaltungsrats, Marketing-Gruppenchef Bernhard Delakowitz, Oberbürgermeister Marco Steffens, Deutschland-Chef John Grewe, AG-Geschäftsführer Alois Kruth, Waltersweiers Ortsvorsteher Konrad Gaß, Wirtschaftsförderer Hans-Joachim Fomferra, International Services GmbH-Geschäftsführer Jens Heiderich
  • Von links: Franz-Friedrich Müller, Präsident des Verwaltungsrats, Marketing-Gruppenchef Bernhard Delakowitz, Oberbürgermeister Marco Steffens, Deutschland-Chef John Grewe, AG-Geschäftsführer Alois Kruth, Waltersweiers Ortsvorsteher Konrad Gaß, Wirtschaftsförderer Hans-Joachim Fomferra, International Services GmbH-Geschäftsführer Jens Heiderich
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Offenburg (st).  Das Offenburger Unternehmen „Markant“ ist Marktführer – nicht nur bei einem, sondern bei nahezu allen Produkten, wenn es darum geht, dass diese reibungslos in die Regale kommen.Ohne es wahrzunehmen, hat fast jeder Supermarkt-Kunde mit „Markant“ zu tun. Es steckt in einem Großteil der Einkaufstüten – dutzendfach. Aber: Der Name erscheint auf keinem Kassenbon, auf keiner Verpackung.
Die Offenburger Marke mit Topseller-Potenzial bleibt quasi anonym – und ist dennoch führend und überall dabei. Wie geht das zu?

Oberbürgermeister Marco Steffens wollte es genau wissen und hat sich jetzt im erstaunlichen „Markant“-Universum umgesehen.Begleitet von Ortsvorsteher Konrad Gaß – das Unternehmen ist im Gewerbegebiet Waltersweier angesiedelt – und Wirtschaftsförderer Hans-Joachim Fomferra ließ sich der OB ein hoch effektives, aber auch sehr komplexes Geschäftsmodell erläutern.

Startschuss 1953

Es geht auf den Offenburger Kaufmann Adolf Spinner zurück, der 1953 die A&O gründete – die erste freiwillige Handelskette im deutschen Lebensmittelhandel. „Gemeinsam stark“ – gegenüber den Lieferanten und der Industrie sowie zum Wohl der Kundschaft. Aus diesem Grundgedanken hat sich im Lauf der folgenden Jahrzehnte „Markant“ entwickelt, eine international operierende Unternehmensgruppe mit einem Verrechnungsumsatz von 53 Milliarden Euro.

Aus der Ladenkette von damals ist mit der der Markant Gruppe ein Kooperationsverbund von rund 150 Handelsunternehmen geworden, vornehmlich im Lebensmittelsektor, aber auch im Drogeriewaren- sowie im Bau- und Heimwerkermarktbereich. Darunter sind große Namen: Kaufland, "real", "BÄKO", "famila", "dm", Rossmann, Müller Drogerie, "BayWa", Globus, Manor, Spar.

Rechnungsabwicklung

Das Kerngeschäft ist die nationale und internationale Rechnungsabwicklung zwischen den Händlern auf der einen sowie den Produzenten und Lieferanten auf der anderen Seite.Ein Beispiel: Kaufland ordert einen Artikel bei einem Industriebetrieb. Die Rechnung dafür geht an „Markant“. Dort wiederum werden die Daten aller Kaufvorgänge gebündelt und aufbereitet – etwa für den Fiskus in verschiedenen Ländern. Kaufland bekommt in regelmäßigen Abständen eine Gesamtrechnung.

Dadurch, dass die gesamte Rechnungsabwicklung bei Markant gebündelt wird, sparen Händler wie Kaufland und die Lieferanten Geld und Zeit. Kaufland kann sich damit auf seine Kernaufgabe, den Einzelhandel konzentrieren. Derzeit hat es „Markant“ mit 14.000 Lieferanten in 20 europäischen Ländern zu tun. Die Hälfte des Umsatzes entfällt dabei auf die 100 größten Lebensmittelkonzerne.

Daneben gibt es zahlreiche weitere Service-Leistungen entlang der Wertschöpfungskette. Immer wichtiger werden die Marktbeobachtung und das digitale Daten-Management. „Markant“ verfügt über Daten von Millionen Artikeln in Dutzenden Kategorien und Merkmalen.

500 Server bewältigen Informationsflut

Etwa 500 Server bewältigen die Informationsflut. Sie stehen im europäischen Rechenzentrum, das 2014 im Gewerbegebiet Waltersweier errichtet wurde. Derzeit werden dort jährlich fünf Petabyte, also fünf Billiarden Byte bearbeitet – mit steigender Tendenz. Diese Datenmenge entspricht dem Text von einer Milliarde Exemplaren der Bibel.

2018 folgte der Bau des viergeschossigen Verwaltungsgebäudes. Am Standort Offenburg, dem internationalen Servicecenter, arbeiten knapp 700 der insgesamt über 1.000 Mitarbeitenden. Dort laufen die Fäden des operativen Geschäfts zusammen. In neun europäischen Staaten hat „Markant“ mittlerweile Länderorganisationen.

Verwurzelt in der Region

Die Internationalität spiegelt sich auch in der Unternehmensstruktur wider. Die Markant Services International GmbH mit Sitz in Offenburg ist eine hundertprozentige Tochter der Markant Handels- und Industriewaren-Vermittlungs AG in Pfäffikon in der Schweiz. Die Gastgeber hatten Ansprechpartner aus allen Bereichen aufgeboten: Franz-Friedrich Müller als Verwaltungsratspräsident und Alois Kruth als Geschäftsführer der Markant AG, Jens Heiderich als Geschäftsführer der Markant Services International GmbH, Marketing-Gruppenchef Bernhard Delakowitz und John Grewe, Geschäftsführer der Markant Deutschland GmbH. Letzterer ist auch im Ortschaftsrat von Waltersweier aktiv, ein Zeichen für die Verwurzelung des Unternehmens in der Region. Die Verbundenheit zeigt sich auch in der engen Zusammenarbeit mit der Offenburger Hochschule, wo „Markant“ eine Stiftungsprofessur finanziert.Weiterhin tritt „Markant“ als Unterstützer zahlreicher sozialer und kultureller Projekte in Erscheinung. Das bekanntestes dieser Art ist das alljährliche „Stadtlesen“.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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