Jürgen Mäder ist dritter Geschäftsführer der Edeka Südwest
Ein Macher, der von sich selbst viel fordert

Jürgen Mäder ist mit Leib und Seele Teil der Edeka-Familie. In der Chefetage verantwortet er seit April die Bereiche Vertrieb, Marketing, Nachhaltigkeit und Ladenbau.
  • Jürgen Mäder ist mit Leib und Seele Teil der Edeka-Familie. In der Chefetage verantwortet er seit April die Bereiche Vertrieb, Marketing, Nachhaltigkeit und Ladenbau.
  • Foto: Michael Bode
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Offenburg. "Ich glaube an Bestimmung, daran, dass uns jemand durchs Leben führt und dass alles in Zusammenhang steht", sagt Jürgen Mäder. Seit April ist er in der Chefetage der Edeka Südwest in Offenburg der Dritte im Bunde und verantwortet die Bereiche Vertrieb, Marketing, Nachhaltigkeit und Ladenbau. Dass er mit Leib und Seele Teil der Edeka-Familie ist, wird mit jedem seiner Worte deutlich. Und wer es nicht hört, sieht es: Am Handgelenk trägt Mäder ein Band, auf dem der unternehmenseigene Slogan "Wir lieben Lebensmittel" prangt. "Als ich die Nachricht bekam, dass ich zum Geschäftsführer ernannt werde, saß ich gerade im Auto. In der Mittelkonsole lagen noch einige solcher Bändchen, die unsere Gäste bei Veranstaltungen bekommen. Ich habe mir instinktiv sofort eins angezogen und seit einem Dreivierteljahr ist es mein Glücksbringer", erzählt der 54-Jährige.

In seinem ersten Leben war Jürgen Mäder fünf Jahre lang Polizeibeamter. Damals spielte Sport für ihn eine große Rolle. "Bei der Polizei konnte man Beruf und Hobby gut kombinieren", so Mäder. Mit 23 lernte er eine Metzgertochter kennen, verliebte sich und heiratete sie. Oft hat er im Betrieb ausgeholfen und sich dann entschieden umzusatteln: "Ich habe mich bewusst für den Beruf des Fleischers entschieden", betont er. Mit Ende 20 setzte Jürgen Mäder nach der Meisterprüfung noch den Betriebswirt im Handwerk oben drauf. In dieser Zeit ging seine Ehe auseinander. "Ich wollte nur noch ganz weit weg, am liebsten ins Ausland. Doch die Dinge kommen ja meist anders als man denkt“, weiß Mäder. So entschied er sich gegen einen Job in Südafrika und bewarb sich 1992 bei der Edeka in Offenburg für die Schwarzwaldhof Fleischzentrale und wurde Assistent der Geschäftsleitung. Im Jahr 2000 folgte die Prokura, 2001 schließlich die Ernennung zum Geschäftsführer. Zehn Jahre später wurde Jürgen Mäder Chef der Edeka Südwest Fleisch in Rheinstetten. "Ich habe meinen Lebensmittelpunkt wieder zurück in meine Heimat im Murgtal verlegt und ein kleines Bauernhaus in Gaggenau gekauft", erzählt er. Dort hat er auch seine zweite Frau Andrea kennengelernt, mit der er seit 2012 verheiratet ist.

Seine Leitfigur ist Albert Schweitzer

Jürgen Mäder ist ein Macher, der von sich selbst viel fordert. Meist schon um 6 Uhr morgens sitzt der bekennende Frühaufsteher am Schreibtisch. Stillstand kann man sich in der Branche nicht leisten. Sein Führungsstil ist direkt und pragmatisch. "Ich entscheide einfach, auch wenn die letzten 20 Meter auf der Zielgeraden im Vorfeld noch nicht analysiert wurden", beschreibt er das, was für einen Manager sehr ungewöhnlich ist. Dabei ist Mäder immer nah an den Menschen, in seinen 26 Jahren im Unternehmen hat er nie den Blick für die Mitarbeiter verloren. "Ich stehe für kurze Wege und bin ein Chef zum Anfassen", sagt Jürgen Mäder. So schaut er auf dem Weg zu einer Besprechung gern im Lager vorbei, isst in der Kantine und ist auch beim sportlichen Event für den guten Zweck mit am Start.

Die Leitfigur in seinem Leben ist Albert Schweitzer. Die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben, die Schweitzer kurz nach dem Ersten Weltkrieg formulierte, begleitet Mäder bei jedem seiner Schritte. Ethik, Moral, Glaube und Respekt sind die Grundlagen seines Handelns und auch maßgebend für seinen aktiven Einsatz im Tierschutz, für den er beispielsweise 2017 mit dem europäischen Tierschutzpreis ausgezeichnet wurde. Engagiert ist Jürgen Mäder außerdem im Rotary Club und im Kuratorium des Fördervereins für krebskranke Kinder Freiburg.

Um abzuschalten, braucht Jürgen Mäder nicht viel. Er liebt das einfache Leben und die Natur: "Wir verbringen viel Zeit mit unseren Hunden, Katzen und Laufenten. Außerdem haben wir drei Schweine und acht Hühner", erzählt er. Zusammen mit seiner Frau nutzt er auch jede Gelegenheit, einen Flohmarkt zu besuchen. "Wir haben fast keine Möbel, die aus dem Möbelhaus stammen", plaudert er aus. Neben alten Einrichtungsgegenständen sammelt Mäder mit Leidenschaft Kochbücher und Weine, am liebsten italienische. Auch am heimischen Herd steht er gern: "Dann reicht das Risotto meist für mehrere Tage, weil ich einfach nicht in kleinen Mengen kochen kann", gibt Jürgen Mäder schmunzelnd zu. Daniela Santo

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