Stefan Meisert ist neuer Dekan
Ein Teamplayer, der weiß, was er will

Dr. Stefan Meisert ist leitender Pfarrer der neuen Kirchengemeinde Mittlere Ortenau. Der 53-Jährige ist ein kritischer Kopf und hat keine Angst vor deutlichen Worten.  | Foto: Michael Bode
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  • Dr. Stefan Meisert ist leitender Pfarrer der neuen Kirchengemeinde Mittlere Ortenau. Der 53-Jährige ist ein kritischer Kopf und hat keine Angst vor deutlichen Worten.
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Offenburg Seit dem 1. Januar gibt es die Römisch-Katholische Kirchengemeinde Mittlere Ortenau mit 31 Gemeinden im Raum Offenburg, Kehl-Hanauerland und dem vorderen Kinzigtal. Mit einem Gottesdienst wird am Dienstag, 20. Januar, die Gründung der neuen Großgemeinde, aber auch die Investitur des Leitenden Pfarrers und Dekans Dr. Stefan Meisert gefeiert.
Zwar steht der äußere Rahmen, aber "wir müssen das alles erst mit Leben erfüllen. Ich habe Respekt vor der Aufgabe, da wir keine Blaupause dafür haben", so Meisert. "Ich leite Gott sei Dank nicht allein, sondern im Team." Seinen Kollegen, aber auch den Ehrenamtlichen will er auf Augenhöhe begegnen. "Ich möchte, dass Hauptberufliche und Ehrenamtliche die Verantwortung miteinander wahrnehmen", betont der neue Dekan. "Ich halte mich für einen Teamplayer, so sehr ich auch ein Alphatier bin."

In kirchlicher Jugendarbeitgroß geworden

Leitungserfahrung bringt Meisert mit: Zuvor war er Dekan im Dekanat Endingen-Waldkirchen. Auch damals stand er vor der Aufgabe, eigenständige Gemeinden zusammenzuführen.
Geboren wurde der 53-Jährige in Baden-Baden: "Ich bin in der kirchlichen Jugendarbeit großgeworden." So war er Ministrant und in der KJG engagiert. "Als ich 16 war, stand Theologie nicht im Vordergrund", erinnert sich Meisert. Ihn interessierte Forstwirtschaft. Doch zwei befreundete Ministranten, die sich entschieden, Pfarrer zu werden, weckten sein Interesse an dem Beruf. Deshalb wechselte er nach einer längeren Krankheit vom Realgymnasium Baden-Baden auf das Seminar St. Pirmin in Sasbach. Doch bevor er dort startete, machte er ein Praktikum als Altenpfleger. "1990 habe ich wieder mit der Schule angefangen. In Sasbach hatte ich alle alten Sprachen, also Latein, Altgriechisch und Althebräisch", erzählt Meisert.
Bewusst machte er nach dem Abitur 1994 erst Zivildienst in einem Altenheim. "Da überlegte ich, ob ich nicht in die Medizin oder Altenpflege gehen sollte", erinnert sich der Dekan. Doch zwei Kolleginnen wuschen ihm sprichwörtlich den Kopf und legten ihm nahe, nicht auf ein Studium zu verzichten.

Ein Jahr im Heiligen Land hat ihn geprägt

Zu seinen wichtigsten Erfahrungen während des Studiums gehören zwei Semester an der ökumenischen Dormitio-Abtei in Jerusalem. "Es tut mir unheimlich weh, was dort geschieht", kommentiert Meisert das aktuelle Geschehen in Israel und Palästina. "Dort treffen zwei traumatisierte Gesellschaften aufeinander." Doch nicht nur der Krieg vor Ort bestürzt ihn, auch die antisemitischen Töne in Deutschland kritisiert der Theologe.
Meisert ist einer, der sich einmischt. "Ich bin ein sehr politischer Prediger", gibt er zu. "Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, der Mensch muss sich einbringen." Dabei nimmt er auch seiner Kirche gegenüber kein Blatt vor den Mund. "Wir haben in der Vergangenheit durch Fehlverhalten an Glaubwürdigkeit verloren", so Meisert. "Ich bin ein Mensch deutlicher Worte – manchem bin ich zu überdeutlich." Während seiner Promotion in St. Peter musste er für einen Pfarrer einspringen. "Ich konnte nur durch Transparenz die Glaubwürdigkeit zurückgewinnen", ist er sich sicher.
"Ich gehe gerne wandern und ich reise gerne", verrät er. Regelmäßig besucht er Lourdes. "Das ist einer meiner Kraftorte", so Meisert. Ihn fasziniert nicht nur die Spiritualität, sondern auch, dass Kranke Vorfahrt haben.

Stefan Meiserts persönliche Tipps

Kraftorte

  • Lourdes
  • See Genezareth
  • Höhenweg zwischen St. Peter und St. Märgen

Wichtige Bücher

  • Gustav Schwab "Die schönsten Sagen des klassischen Altertums"
  • alle Werke von Rafik Schami
  • Fynn "Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna"
Dr. Stefan Meisert ist leitender Pfarrer der neuen Kirchengemeinde Mittlere Ortenau. Der 53-Jährige ist ein kritischer Kopf und hat keine Angst vor deutlichen Worten.  | Foto: Michael Bode
Stefan Meisert im Pfarrbüro der neuen Großgemeinde, das sich in Offenburg befindet.  | Foto: Michael Bode

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