Sonntagsporträt Alexander Fritz
Mehr als Zahlen und Quadratmeter
- Für Alexander Fritz sind Messen mehr als einfach nur Marktplätze: Idealerweise bieten sie Erlebnisse und Emotionen.
- Foto: Michael Bode
- hochgeladen von Christina Großheim
Offenburg Eine Woche unter Volldampf liegt vor Alexander Fritz, Bereichsleiter Publikumsmesse bei der Messe Offenburg-Ortenau. Denn am gestrigen Samstag ist die Oberrhein Messe gestartet. Mit mehr als 70.000 Besuchern ist sie das Flaggschiff in Offenburg.
"Sie ist 102 Jahre alt und ich verantworte sie seit 2012", erzählt der gebürtige Offenburger. Damals habe er die Aufgabe mit großem Respekt und mit Unterstützung vom damaligen Messechef Werner Bock übernommen. "Er ist Stück für Stück die Messe mit mir durchgegangen", erinnert sich der 47-Jährige. "Ich habe viel von ihm gelernt."
Zu den Ausstellern hat er im Laufe der Jahre eine ganz besondere Beziehung aufgebaut. "Die Oberrhein Messe ist wie heimkommen", sagt er mit einem Lachen. Es gebe viele regionale Aussteller, die seit vielen Jahren der Messe die Treue hielten. "Da sind tolle Kontakte zustande gekommen und zum Teil auch Freundschaften entstanden", so Fritz.
Zur Ausbildung ins Allgäu gewechselt
Das Messegeschäft hat er von der Pike auf gelernt. Nach dem Abitur an den Kaufmännischen Schulen im Jahr 2000 dachte er erst über ein Studium nach. "Mir wurde schnell klar, dass das nichts für mich ist." Bei einem Besuch im BIZ der Agentur für Arbeit stieß er auf den Beruf des Veranstaltungskaufmanns. "Leider hat sich in der Region kein Arbeitgeber gefunden, aber meine Eltern haben mich toll unterstützt." Denn er brauchte eine Wohnung und ein Auto, um seine Ausbildung bei einem Messeveranstalter in Kempten zu beginnen. "Der Blockunterricht fand eigentlich in Günzburg statt, aber ich durfte nach Baden-Baden und übernachtete bei meinen Eltern", erinnert er sich. Bei einem solchen "Heimspiel" wurde er von einem Bekannten auf eine Stelle bei der Messe Offenburg hingewiesen. "Das war Ende 2004 und ich hatte Glück, ich wurde genommen."
Seitdem hält er der Offenburger Messegesellschaft die Treue: "Es sind tatsächlich schon 21 Jahre geworden", stellt er ein wenig verblüfft fest. Sein Arbeitgeber bot ihm von Anfang an die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und Verantwortung zu übernehmen. "Ich habe bei der Oberrhein Messe, damals noch unter Regie von Volker Börsig, mitgearbeitet und war bei der Oldtimermesse involviert", so Fritz. Er durfte neue Messeformate entwickeln. "Ich weiß noch, wie ich den Auftrag erhielt, eine Messe für Bauen und Wohnen auf die Beine zu stellen", berichtet er. Premiere war im Jahr 2010 und es gibt sie noch heute.
Alle Sinne sollen angesprochen werden
"Messen sind ein Erlebnis für alle Sinne", verrät er, was ihn so an seinem Beruf fasziniert. "Das hat uns Corona bestätigt. Danach wollten die Menschen wieder zusammenkommen." Dabei zähle nicht allein der wirtschaftliche Erfolg. "Messen werden nicht nur in Euro gezählt. Sie werden lang- und mittelfristig geplant und müssen attraktiv bleiben."
Abschalten gelingt ihm am besten zu Hause. Der Vater zweier Kinder verbringt gerne Zeit draußen: "Im Garten und bei den Tieren. Wir haben zwei Schafe, zwei Ziegen, eine Katze und Kanarienvögel", verrät er. "Den Garten hege ich mit meinem Schwiegervater."
Draußen zu sein, spielt auch im Familienurlaub eine Rolle. "Wir fahren mit unserem VW-Bus und dem Zelt los. Am liebsten in den Süden. Ich bin kein Typ für den Norden bei Regen und nur 20 Grad Celsius", stellt er fest. Doch es muss nicht immer Südfrankreich oder Italien sein. "Wir haben einen wunderbaren Ort am Kaiserstuhl gefunden, an dem wir uns wohlfühlen."
Alexander Fritz' persönliche Tipps
Lieblingspflanzen im Garten
- Apfelbaum
- Duftrose
- Kräuter in jeder Form
Lieblingsessen
- Fleischkäse
- Gerichte mit Hackfleisch
- Desserts, vor allem Fruchteis mit Früchten








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