Crazie Pee aus Offenburg ist tot.
Peter Schirrmacher ist besser bekannt als DJ Crazie Pee

In seiner Anfangszeit spielte DJ Crazie Pee hauptsächlich Black Music, inzwischen vor allem Musik aus den 70ern, 80ern und 90ern. Außerdem ist er ein großer Fan von Schlager-Partys.
  • In seiner Anfangszeit spielte DJ Crazie Pee hauptsächlich Black Music, inzwischen vor allem Musik aus den 70ern, 80ern und 90ern. Außerdem ist er ein großer Fan von Schlager-Partys.
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Peter Schirrmacher aus Offenburg ist tot. Aus diesem Anlass haben wir das Porträt über ihn, vom Herbst 2015, in die Topnews gestellt. (24.9.19)

Offenburg-Zell-Weierbach. Sein bürgerlicher Name ist Peter Schirrmacher. Besser bekannt ist er allerdings als DJ Crazie Pee. „Den Namen haben mir Freunde gegeben“, sagt der 40-Jährige. Pee ist die Abkürzung für Peter und Crazie wurde angehängt, weil er einfach ein verrückter Entertainer ist. Keine Sekunde kann der DJ hinter seinem Pult still stehen. Wenn er auflegt, dann geht Peter Schirrmacher ab wie eine Rakete. Inzwischen spielt er aber nicht nur die Lieder anderer Interpreten ab. Gerade hat DJ Crazie Pee selbst einen Song aufgenommen: „King of Pop“. 

King of Pop

„Zwei befreundete Musiker kamen auf mich zu und fragten, ob ich mir vorstellen könnte, selbst zu singen. Sie hätten ein Lied für mich“, erzählt er. Es ist ein Stimmungslied und geeignet, den Ballermann-Besuchern einzuheizen. Auf die Frage, ob er eine Karriere als Sänger anpeilt, erklärt er: „Schön wäre es schon. In jedem Fall würde ich mich freuen, wenn das Lied den Leuten gefällt.“ 

Mit Musik ist Peter Schirrmacher aufgewachsen. Zu Hause lief den ganzen Tag das Radio und der Vater besaß eine riesige Plattensammlung. Während andere Kinder einen schlichten Kassettenrekorder hatten, nannte er schon einen Plattenspieler,
Verstärker und Boxen sein eigen. Außerdem trug Peter Schirrmacher einen Großteil seines Taschengelds in die Plattenläden. Seine erste Berührung mit der Disco-Szene hatte er im Jugend-Treff in Zell-Weierbach. Dieser war montags, mittwochs sowie freitags geöffnet, Zutritt erst ab 14 Jahre. Ein Zwölfjähriger hatte eigentlich keine Chance reinzukommen.
Aber Peter Schirrmacher fand einen Weg: „Samstags wurde im Treff immer sauber gemacht. Dann trieb ich mich vor dem Eingang herum.“ Wenn diejenigen, die zum Putzdienst eingeteilt waren, keine Lust dazu hatten, hieß es dann schon mal: „Komm rein und hilf.“ Im Gegenzug ließen sie Peter Schirrmacher am nächsten Montag oder Mittwoch in den Jugend-Treff.

Jugend-Treff

Mit 14 endlich offizieller Jugend-Treff-Besucher, erzählte er dem DJ dort, wie viele Platten er besaß. Dieser lachte ihn zuerst nur aus. Um so größer das Staunen, als Peter Schirrmacher seine Sammlung mitbrachte. Ab diesem Abend durfte er auflegen. Nachdem der Stamm-DJ in ein Lokal in Kehl wechselte, übernahm der Jugendliche das Pult im Treff sogar an den Freitagen. Es sollte für ihn aber noch besser kommen. Nach einiger Zeit brauchte sein Vorgänger jemanden, der ihn freitags in Kehl
vertrat. Also fuhr er den damals erst 15-jährigen Peter nach Kehl, damit dieser dort für ihn den Job übernahm. Und weil der seine Sache gut machte, fragte niemand so genau nach, wie alt er eigentlich war. Leider auch nicht, wie er in den frühen Morgenstunden wieder nach Hause kam: „Ich fuhr morgens um 6 Uhr mit dem Zug von Kehl nach Offenburg, wo ich
mit meinen Plattenkoffern an der Haltestelle auf den Bus nach Zell-Weierbach wartete.“ Seine Mutter wusste von seinen Aktivitäten. Sie ließ ihn gewähren, verlangte aber, dass er keinen Unfug machte. Hat er aber trotzdem ab und zu getan, wie DJ Crazie Pee augenzwinkernd verrät. 

Ausbildung und eigene Firma

Das ganze Leben nur eine einzige Party? Nein, Peter Schirrmacher schloss eine Ausbildung als Automechaniker ab, leistete Zivildienst und machte später noch eine Ausbildung als Veranstaltungstechniker. Mit 25 gründete er seine Event-Firma. Inzwischen übernimmt er die komplette Organisation und Durchführung von Veranstaltungen aller Art. Das macht Spaß, ist aber auch knochenharte Arbeit. Als DJ hat er sich deutschlandweit ebenfalls einen Namen gemacht. Ob im Kraftwerk in
Rottweil, beim Schlagermove in Hamburg oder After-Show-Partys nach Konzerten von Dieter Thomas Kuhn – DJ Crazie Pee sorgt für Stimmung. Er bekam sogar ein Dankschreiben von Jogi Löw, nachdem er auf dessen Privatparty den prominenten Besuchern mächtig eingeheizt hatte. Was er auf Promi-Partys so erlebt, verrät der DJ aber nicht: „Diskretion ist oberstes Gebot.“

Hochzeit

Zum Thema weibliche Fans gefragt, verweist er lächelnd darauf, immerhin seit zwölf Jahren in einer glücklichen Beziehung zu leben. In Kürze werden sogar die Hochzeitsglocken läuten.
Wenn DJ Crazie Pee nicht arbeitet, fährt er im Winter gerne Snowboard: „Am liebsten spiele ich aber mit meinem dreijährigen Sohn. Das ist meinegrößte Leidenschaft, die kommt sogar noch vor der Musik.“

Autor: Anne-Marie Glaser

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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