Aktionstag der Polizei in der Ortenau
Radfahrer und E-Scooter im Fokus
- Fahrradkontrolle am Offenburger Stadtbuckel
- Foto: gro
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Offenburg (gro) Die Zahlen sind alarmierend: Im ersten Halbjahr 2026 ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Davon betroffen sind auch Fahrrad- und Pedelecfahrer sowie E-Scooter-Nutzer. Deshalb standen diese Verkehrsteilnehmer im Mittelpunkt des Zweiradaktionstags am Mittwoch, 16. September.
"Wir hatten 2026 rund 1.000 Fahrradunfälle", schildert Martin Plate, Leiter der Schutzpolizei, im Rahmen eines Pressegesprächs in Offenburg. Allerdings sind von dieser Zunahmen nicht alle Radler gleichermaßen betroffen: Während die Unfälle bei den Pedelec- und E-Bike-Fahrer im Vorjahresvergleich nach unten gingen, sind die der Radfahrer gestiegen. Im ersten Halbjahr 2025 wurden 164 Unfälle mit Pedelecs und E-Bikes gemeldet. Dieses Jahr sind es bislang 26 weniger. Bis Ende Juni registrierte die Polizei 138 Unfälle. Bei den Fahrräder ohne Zusatzantrieb sieht es anders aus: 22 Unfälle mehr als 2025 wurden im ersten Halbjahr gemeldet - insgesamt 488.
"Bei den E-Scootern schießen die Zahlen nach oben", so Plate. Er weist aber auch daraufhin, dass die Zahl der E-Scooter stark angestiegen sei. "Im ersten Halbjahr haben wir 122 Unfälle mit E-Scootern im Präsidiumsbereich registriert", so Plate. 2025 waren es lediglich 65 im Vergleichszeitraum. Besonders viele E-Scooter fahren in Offenburg, Lahr, Baden-Baden und Rastatt. "Aber der Schwerpunkt liegt auf Offenburg und Lahr", so Plate. Die Gründe für die Unfälle ähneln sich: "Ob bei Fahrrädern oder E-Scootern, bei einer großen Zahl liegen Fahrfehler zu Grunde", erklärt Plate. Aber auch die Verkehrsregeln würden nicht immer beachtet. Zudem gebe es immer wieder Manipulationen an den E-Bikes, Pedelecs oder E-Scootern, um diese deutlich schneller zu machen.
Das zeigt sich bei der morgendlichen Kontrollaktion am Offenburger Stadtbuckel. An der Ampel, an der die Grabenallee in die Hauptstraße mündet, nehmen nicht alle Radfahrer das Rotlicht ernst. Viele fahren trotz Haltegebots auf dem Fahrradstreifen weiter geradeaus. Am Mittwochmorgen werden sie am Zwingerpark freundlich, aber bestimmt durch Polizeibeamte aufgehalten. Dabei wird nicht nur das Fehlverhalten an der Ampel besprochen. Die Räder werden ebenfalls auf ihre Verkehrstüchtigkeit überprüft. "Wir wollen mit den Fahrern ins Gespräch kommen, nicht nur sanktionieren", macht Plate deutlich. So wird auch für das Tragen eines Helms geworben.
Ordnungswidrigkeiten
Rund 100 Polizisten der Verkehrspolizei in Baden-Baden und der örtlichen Reviere sind an diesem Tag zwischen 7 und 17.30 Uhr präsidiumsweit im Einsatz. Das Ergebnis: Sie kontrollierten 420 Fahrräder, 180 Pedelecs und 270 E-Scooter. Die Kontrollen ergaben knapp 270 Verkehrsordnungswidrigkeiten, die zu Verwarnungen oder Bußgeldverfahren führten. Die meisten Verstöße betrafen das Fahren auf Gehwegen, fehlende Reflektoren beziehungsweise vorgeschriebene Ausrüstung, Handyverstöße, die Missachtung von Rotlicht, die Mitnahme von Personen auf E-Scootern und kleinere Mängel an den Fahrzeugen. Aufgrund dem Verdacht von Manipulationen wurde unter anderem ein E-Scooter sichergestellt und zur weiteren Überprüfung auf die Dienststelle der Verkehrspolizeiinspektion Baden-Baden gebracht.
Die Wichtigkeit der Kontrollmaßnahmen zeigte sich insbesondere auch durch die Feststellung mehrerer Verkehrsstraftaten, so die Polizei in einer Pressemitteilung. In 14 Fällen mussten Anzeigen unter anderem wegen Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz, dem Fahren ohne Fahrerlaubnis, aber auch wegen einer Trunkenheitsfahrt erstattet werden. In letzterem Fall ging den Beamten des Polizeireviers Offenburg gegen 18.30 Uhr ein betrunkener 50-jähriger E-Scooter-Fahrer mit umgerechnet 1,5 Promille ins Netz.
Die Polizei weißt ausdrücklich daraufhin, dass für die Nutzung von E-Scootern die gleichen Promillegrenzen wie beispielsweise für das Autofahren gelten. Bei Missachtung sind mit Fahrverboten und weiteren führerscheinrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.






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