Türkische Köstlichkeiten
Kulinarische Verbindung von Orient und Okzident

Die leckeren türkischen Pide haben die Form eines Schiffchens.
  • Die leckeren türkischen Pide haben die Form eines Schiffchens.
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  • hochgeladen von Christina Großheim

Ortenau (gro). Leider verbinden viele mit der türkischen Küche nur ein Gericht: Döner Kebap und zwar im Fladenbrot. Dabei wird diese spezielle Form des Grillfleischs im Herkunftsland nur in den Touristenhotspots angeboten. Die türkische Küche ist vielseitig, mediterran und gleichzeitig schon etwas exotisch. Schließlich ist das Land am Bosporus der Ort, an dem Orient und Okzident aufeinandertreffen.

Wie bei vielen Mittelmeeranrainer kann das Frühstück sehr schlicht ausfallen. Nämlich dann, wenn neben schwarzem Tee nur Brot, Käse und Oliven serviert werden. Es gibt aber auch eine opulente Variante: Dabei werden in kleinen Schälchen Honig mit und ohne Waben, würzige Pasten wie Muhammara aus Walnüssen und Paprika, Salzlakenkäse, Menemen – ein köstliches Pfannengericht aus Tomaten, Paprika, Ei und Gewürzen – Tahin, süßes Gebäck und vieles mehr angeboten. Wer dies probiert hat, spricht nie wieder von mangelnder Frühstückskultur.

Suppen und Eintöpfe

Da wir das Land im Wesentlichen mit Sonne und Strand verbinden, mag die große Zahl der Suppen verblüffen. Doch man sollte nicht vergessen, dass es in einigen türkischen Regionen wirklich kalt werden kann. Aus fast jedem Gemüse wird eine Suppe oder ein Eintopf zubereitet. Hülsenfrüchte wie Linsen dienen als Einlage, aber auch Nudeln oder Brot. Besonderheiten sind Suppen, die mit Joghurt versetzt werden.

Mit Meze – also Vorspeisen – beginnt in der Regel das Essen. Diese kleinen Appetithäppchen werden manchmal auch als Begleitung zu Getränken gereicht. Es gibt warme und kalte Vorspeisen. Zu den bekanntesten zählen Cacik aus türkischem Joghurt mit fein geschnittenen Gurken, Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Olivenöl. Gewürzt wird wahlweise mit Dill oder Pfefferminze. Humus, eine Paste aus Kichererbsen und Tahin, ist ebenfalls beliebt. Feurig-scharf ist die Gemüsesalsa Antep Ezmesi aus rotem Paprika und grünem Spitzpaprika. Şakşuka wird ein Salat aus Auberginen, Kartoffeln, Möhren, Zucchini, Paprika und Tomaten genannt, der mit Joghurt und Knoblauch angerichtet wird.

Leckere Vorspeisen

Auch gefüllte Weinblätter zählen zum Angebot. Sie sind in ihrer Form allerdings dünner und länger als die griechischen. Mit Käse gefüllte Teigblätter werden in heißem Fett ausgebacken und warm serviert. Lauwarm wird Tscherkessen-Huhn mit Walnusssoße verzehrt. Aus Gurken, Tomaten, Zwiebeln und Blattpetersilie wird ein frischer Hirtensalat gezaubert, beim Auberginensalat werden diese gegrillt und schließlich ohne Haut püriert und mit Olivenöl, Knoblauch, Salz und Petersilie angerichtet.

Ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen, ob Vorspeise, Suppe oder Hauptgericht – jede Mahlzeit, jeder Gang wird von frischem Brot begleitet. Die Auswahl ist groß: Das typische türkische Brot ist ein leichtes Weißbrot, das am besten schmeckt, wenn es frisch aus dem Ofen kommt. In vielen Restaurants wird zu den Gängen Fladenbrot gereicht, das mit Sesamkörnern bestreut wird. Als Pide-Ekmeği wird ein dickeres, weiches Fladenbrot bezeichnet, das aus einem Hefeteig gebacken wird. Dieser Teig wird ebenfalls für die gleichnamige türkische Pizza verwendet, die nicht rund, sondern wie ein Schiffchen geformt und reich mit Gemüse oder Wurst belegt ist.

Kebap meint gegrilltes Fleisch

Kebap ist der Begriff für gegrilltes Fleisch. Damit ist nicht immer der typische Drehspieß gemeint, der hierzulande so beliebt ist. In seinem Herkunftsland wird das in Streifen abgeschnittene Fleisch auf dem Teller mit Beilagen wird Reis und Salat serviert. Beim Iskender Kebap kommt zu den Fleischstreifen noch Tomatensoße, klein geschnittenes Fladenbrot sowie Joghurt hinzu. Şiş Kebap besteht traditionell aus mariniertem Lammfleisch mit Tomate und Paprika. Lammhack, dass scharf gewürzt am Spieß gegrillt wird, heißt Adana Kebap. Köfte werden Frikadellen in der Türkei genannt. Sie bestehen aus Hackfleisch und sind pikanter als die deutsche Spielart. Sie werden mit Zwiebeln, Pfeffer, Pul Biber, einem grob gemahlenen scharfen Paprika, sowie Kreuzkümmel gewürzt.

Lange gehörte der Balkan zum Osmanischen Reich. Deshalb gibt es ebenfalls eine Vielzahl von Reisgerichten, die Pilavlar genannt werden. Beliebt sind gefüllte Gemüse sowie würzige Eintopfgerichte aus dem Ofen, die Fleisch mit Gemüse und Kartoffeln verbinden.

Zuckersüß zum Abschluss

Zum Nachtisch wird es süß: Sehr bekannt ist Baklava, das aus Pistazien und Nüssen besteht und in Sirup getränkt wird. Auch Helva ist etwas für Naschkatzen: Die wichigsten Zutaten sind Sesammus und Zucker. Lokum sind würfelförmige Häppchen, die aus Zucker und Stärke bestehen. Die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen entstehen durch die verschiedenen Zutaten, mit denen die Mischung angereichert wird: Nüsse, Pistazien, Kokosraspeln oder Trockenfrüchte. gro

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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