Beide sind verwandt, haben allerdings trotzdem unterschiedliche Qualitäten
Zwetschgen sind perfekt für Kuchen, Pflaumen für Mus

So ein frischgebackener Zwetschgendatschi ist einfach zum Anbeißen.
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  • hochgeladen von Christina Großheim

Ortenau (gro). Streng genommen gehören sie zur gleichen Familie und doch gibt es den gewissen Unterschied. Die Rede ist von dem beliebten Steinobst Pflaumen und Zwetschgen. Eigentlich gelten sie als die Frucht des Spätsommers, doch die ersten Früchte gibt es bereits im Juli – in heißen Sommern wie diesem sogar noch früher. Es gibt über 2.000 Pflaumensorten und damit haben sie die Nase in Sachen Sortenreichtum vorn. Neben ihrer beliebten Unterart Zwetschgen zählen ebenfalls noch Mirabellen und Reineclauden zur Familie der "Prunus domestica". Die Früchte sind schon lange in Europa heimisch, auch wenn sie ursprünglich aus Kleinasien stammen.

Doch worin unterscheiden sich Pflaumen und Zwetschgen voneinander? Pflaumen sind größer und sie besitzen eine gleichmäßige, runde Form. Sie wird am besten als kugel- bis eiförmig beschrieben. Die Farbpalette der Steinfrucht reicht von Blau über Rot bis hin zu Lila oder Schwarz. Mittlerweile gibt es sogar gelbe oder rote Sorten im Handel. Wer das süße Früchtchen genau anschaut, entdeckt eine runde Furche im Fruchtfleisch. Sie sieht fast wie eine Naht aus. Im Geschmack süß hat das Fleisch eine lockere Konsistenz. Pflaumen sind sehr saftig, allerdings lassen sie sich nur schwer vom Stein lösen. 

Zwetschgen dagegen haben eine ovale-längliche Form. Sie schimmern in der Regel bläulich-violett. Typisch für Zwetschgen ist das Fruchtwachs, das ihre Haut schützt. Es sieht leicht weißlich aus und es geht ab, wenn die Früchte gewaschen werden. Auch Zwetschgen sind saftig, aber lange nicht so sehr wie Pflaumen. Ihr Fruchtfleisch wirkt gelblich, es ist fester und trockener. Im Geschmack findet sich nicht nur eine explodierende Fruchtsüße wie bei den Pflaumen, sondern auch eine fein säuerliche Note. Die Furche ist längst nicht so stark ausgeprägt, bei genauem Hinsehen aber zu erkennen. Dafür lösen sich Zwetschgen, so sie denn reif sind, mühelos vom Stein. Damit nehmen sie für die Liebhaber süßen Backwerks die Poleposition ein. Ob Kuchen oder Kleingebäck, Zwetschgen sind ideal dafür geeignet. 

Doch saftiger Blechkuchen oder leckerer Streuselkuchen mit Zwetschgen sind nicht die einzige Verwendung in der Küche. Aus den Früchten lässt sich leckere Marmelade kochen, feine Desserts herstellen, sie passen aber sogar auch zu eher deftigen Gerichten. Gerade die skandinavische Küche verwendet sie gerne bei herzhaften Braten. Zu Mus gekocht begleiten Zwetschgen klassische Mehlspeisen wie süße Knödel.

Pflaumen schmecken frisch unglaublich lecker, allerdings ergeben sie ebenfalls einen tollen Brotaufstrich. Pflaumenmus lieben alle, vor allen Dingen, wenn es mit Gewürzen wie Zimt oder Sternanis kombiniert wird. Auch der ein oder andere hochgeistige Zusatz, passt gut zum Pflaumenmus. Apropos Hochgeistiges: Aus beiden wird ein Edelbrand hergestellt, der den perfekten Abschluss eines schönen Menüs bilden kann. 

Nicht jeder hat einen Zwetschgenbaum im Garten. Wer seine Früchte im Einzelhandel oder auf dem Markt kauft, der sollte darauf achten, dass sie reif sind. Am besten glänzende und feste Früchte auswählen. Zwetschgen reifen kaum nach, wenn sie einmal gepflückt wurden. Unreifen Früchten fehlt nicht nur die Süße, sondern das ganze Aroma. Der Stilansatz, also die Stelle, an der die Frucht mit dem Baum verwachsen war, sollte prall sein. Kleine Fältchen zeigen an, dass die Früchte nicht frisch oder sogar überreif sein können. Genauso wie man die Finger von unreifen Zwetschgen lassen sollte, sollten keine überreifen Früchte gekauft werden. 

Die Früchte werden am besten in einer Papiertüte im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert. Dabei sollte beachtet werden, dass die weiße Wachsschicht, die die Früchte vor dem Austrocknen schützt, erst kurz vor dem Verzehr entfernt wird. Wer zu viele Zwetschgen hat, der muss nicht verzweifeln. Sie lassen sich problemlos einfrieren. Dazu werden die Steine entfernt und die verbliebenen Früchte in einen Gefrierbeutel gegeben. Wer sie gerne einzeln tiefkühlen möchte, der lässt sie zunächst auf einem Blech ausgelegt anfrieren, bevor sie im Beutel auf die gewünschte Temperatur gekühlt werden.

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