Rad- und Genuss-Tour des Eurodistikts
54 Kilometer entlang des Rheins
- Gemeinsam mit Landrat Thorsten Erny machten sich viele hundert Teilnehmer auf die Strecke der Vélo Gourmand.
- Foto: Eurodistrict Strasbourg-Ortenau
- hochgeladen von Christina Großheim
Ortenau/Elsass (st) Mit dem Fahrrad über den Rhein, einen Bauernhof in Neuried entdecken, eine Abtei in Eschau besichtigen oder beim Sauerkrautfest in Kehl Station machen: Bei der Rad- und Genuss-Tour am Sonntag, 20. September, konnten die Menschen beiderseits des Rheins ihre gemeinsame Region auf ganz unmittelbare Weise erleben.
Bereits zum sechsten Mal verband die vom Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau organisierte Veranstaltung Eschau, Plobsheim, Neuried und Kehl-Goldscheuer auf einem ausgeschilderten Rundkurs von rund 54 Kilometern. Die Teilnahme war kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Die Strecke konnte vollständig oder auch nur teilweise gefahren werden, mit freier Startzeit zwischen 10 und 17 Uhr. Die Rechnung ging erneut auf: Mehrere Hundert Teilnehmer machten sich auf den Weg und genossen einen abwechslungsreichen Sonntag auf dem Fahrrad, heißt es in einer Pressemitteilung.
Unmittelbare Wirkung
Dabei ging es um mehr als eine Sonntagsausfahrt: Die Grenze zu überqueren, sich frei zwischen beiden Ländern zu bewegen und den Menschen zu begegnen, die diese gemeinsame Region gestalten, eröffnet einen anderen Zugang zu Orten, Akteuren und Initiativen auf der jeweils anderen Rheinseite. So entstehen Begegnungen, man lernt sich kennen und es wächst Zusammenhalt.
Ein Höhepunkt des Tages war die Überquerung des Rheins über die Pierre-Pflimlin-Brücke. Entlang der Strecke erwarteten die Teilnehmer anschließend ganz unterschiedliche lokale Akteure: Vereine und Kulturerbe in Eschau und Plobsheim, landwirtschaftliche Betriebe in Neuried sowie das traditionelle Sauerkrautfest in Kehl-Goldscheuer.
Thorsten Erny, Präsident des Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau, betonte in seiner Begrüßung, dass die Rad- und Genuss-Tour ganz konkret zeige, was die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern ermöglichen kann. Er verwies darauf, dass bestimmte Themen, die auf großer Ebene in Paris und Berlin diskutiert werden, auf nationaler Ebene keine Lösung finden könnten, sondern Antworten auf der Ebene der Grenzregionen erforderten. Die Rad- und Genuss-Tour sei dafür ein konkretes Beispiel und wirke sich unmittelbar auf den Alltag der Menschen in der Region aus, so Erny.
Tour der Bauernhöfe, Handwerk von früher und Klostergarten
Genau vor Ort wurde diese Zusammenarbeit greifbar. In Eschau konnten die Radfahrer unter anderem die Abteikirche Saint-Trophime und den Klostergarten besichtigen. Dank der parallel stattfindenden Europäischen Tage des Denkmals standen Audioguides auf Französisch, Deutsch und Englisch zur Verfügung. In Plobsheim bot die Station an den Sept Écluses eine Ausstellung über frühere Handwerksberufe, verschiedene Aktionen sowie eine Fahrrad-Reparaturwerkstatt. Zahlreiche Bürger nutzten außerdem die Gelegenheit, sich vom bekannten lokalen Karikaturisten und Zeichner Jacques Thomas porträtieren zu lassen.
Auf deutscher Seite führten die beiden Stationen in Neuried-Altenheim und Neuried-Dundenheim zur „Hofladentour“, an der entlang der Strecke neun landwirtschaftliche Betriebe beteiligt waren. Volle Tische, ein großzügiges kulinarisches Angebot und eine fröhliche, ungezwungene Atmosphäre: Die Fachwerkhöfe boten den zahlreichen Teilnehmenden einen Sonntag lang eine echte Auszeit vom Alltag. Viele ließen sich Zeit für eine Stärkung, bevor sie wieder aufs Fahrrad stiegen. In Kehl-Goldscheuer führte die Strecke schließlich zum traditionellen Sauerkrautfest. Feststimmung inklusive.
Auch in diesem Jahr brachte die Rad- und Genuss-Tour Mobilität, Entdeckungen und Begegnungen zusammen und setzte dabei auf die Gemeinden, Vereine und lokalen Akteure beiderseits des Rheins. Die 2017 ins Leben gerufene Veranstaltung verfolgt seitdem dasselbe Ziel: den Menschen ganz konkret erfahrbar zu machen, was eine grenzüberschreitende Region und ein gemeinsamer Lebensraum bedeuten - und dass dieser nicht am Rhein endet. Ein rundum gelungenes und zugleich genussvolles Erlebnis für die sechste Ausgabe.







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