Endlagersuche
Auch Teile der Ortenau sind weiterhin im Rennen
- Die Karte zeigt den aktuellen Arbeitsstand. Die türkisfarbenen Flächen werden weiter geprüft.
- Foto: Grafik: BGE
- hochgeladen von Matthias Kerber
Ortenau Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am vergangenen Dienstag letztmalig einen Arbeitsstand zur Endlagersuche veröffentlicht, bevor Ende des kommenden Jahres die Standortregionen für die Erkundung vorgeschlagen werden.
Ganz Deutschland untersucht
Die BGE hat mittlerweile das gesamte Bundesgebiet überprüft. Mit dem aktuellen Arbeitsstand reduzierte die BGE die Fläche, die sie im Standortauswahlverfahren weiter betrachten wird, auf weniger als fünf Prozent. Teil dieser etwas weniger als fünf Prozent sind zwei Gebiete im Schwarzwald, die auch die Ortenau betreffen: Das eine Gebiet erstreckt sich etwa von Lautenbach bis Höfen an der Enz, das andere Gebiet liegt bei Wolfach und Nordrach (auf der nebenstehenden Karte in türkis eingefärbt). In den die Ortenau betreffenden Gebieten ist das Wirtsgestein Kristallin (Granit) für die BGE von Interesse. Bundesweit werden aber auch die Wirtsgesteine Ton und Steinsalz untersucht.
Die auf der Karte türkis eingefärbten Gebiete sind diejenigen Gebiete, die die ersten beiden von insgesamt vier Prüfschritten weitestgehend bestanden haben. Die beiden noch ausstehenden Prüfschritte sollen jetzt sukzessive umgesetzt werden. "Man kann sich das Prüfverfahren wie einen Hürdenlauf vorstellen, wobei die Hürden im Verlauf immer höher werden", erklärte Dr. Lisa Seidel von der BGE in einem Zoom-Meeting am Dienstagabend, das auch live gestreamt wurde. Erst danach entscheidet sich, ob die Gebiete zu den bestmöglichen Standorten gehören.
Das Zoom-Meeting nutzte auch Dr. Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter im Ortenaukreis. Er wollte wissen, ob bei der Standortsuche auch Erdbeben, die in gewisser Häufigkeit am Oberrhein aufträten, berücksichtigt würden und verwies auf das Erdbeben vom März dieses Jahres in Kippenheim. Außerdem sprach er die ehemalige Bergbauregion rund um Wolfach und Oberwolfach an. Beide Themenbereiche würden in die Standortbewertung einfließen. "Momentan können wir aber keine konkrete Bewertung vornehmen", erklärte Sönke Reiche, Abteilungsleiter Standortsuche bei der BGE.
Der Fahrplan der BGE sieht vor, dass bis Ende des kommenden Jahres nur noch wenige Standortregionen im Rennen sind, die dann für eine Erkundung vorgeschlagen werden.
Die Entscheidung, wo erkundet wird, trifft aber der Bundestag. Erst dann finden die ober- und unterirdischen Erkundungsmaßnahmen vor Ort statt.













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