16 Corona-Fälle in der Ortenau – weiteres Gymnasium und eine Kita geschlossen
Die Pendler aus dem Elsass sollen jetzt zu Hause bleiben

Landrat Frank Scherer (M.) stellte die empfohlenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus vor.
  • Landrat Frank Scherer (M.) stellte die empfohlenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus vor.
  • Foto: Foto: Benedikt Spether
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Ortenau (mak). Das Coronavirus hält die verantwortlichen Stellen weiter auf Trab. Mittlerweile gibt es im Ortenaukreis 16 Infizierte. Drei Fälle werden stationär in der Isolierstation des Ortenau Klinikums in Kehl behandelt, die anderen befinden sich zu Hause. Auf einen Südtirol-Urlaub können sechs Infizierungen zurückgeführt werden, neun Fälle stehen in Verbindung mit einer Veranstaltung im französischen Mulhouse und eine Ansteckung erfolgte im Klinikum Kehl.
Zwei der infizierten Personen sind Schüler des Städtischen Gymnasiums Ettenheim, weshalb die Schule auf Empfehlung des Gesundheitsamtes die Einrichtung vorsorglich für die nächsten 14 Tage geschlossen hat, wie die Stadt Ettenheim am Montag mitteilte. Betroffen sind insgesamt rund 500 Schüler, 87 Schüler befinden sich in häuslicher Quarantäne.
Bei den am gestrigen Dienstagnachmittag drei neugemeldeten Fälle handelt es sich um drei Frauen aus Willstätt und Sasbach, sie befinden sich in häuslicher Quarantäne. In Willstätt wird auf Empfehlung des Gesundheitsamtes die Kindertagesstätte „Kindertreff“ geschlossen, eine der Infizierten war dort als Erzieherin tätig. „Wir empfehlen eine Schließung der Kindertagesstätte bis einschließlich zum 20. März, für das Personal sowie die Kinder wird eine häusliche Isolierung empfohlen“, sagt Gesundheitsamtsleiterin Evelyn Bressau. Die Isolierung gelte nur für die Kinder und Erzieherinnen der Einrichtung, nicht aber für die Eltern. Diese können ganz normal ihren Alltag leben und auch zur Arbeit gehen, so das Gesundheitsamt.
Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hat der Sonderstab "Corona" des Landratsamtes bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag drei Maßnahmen vorgestellt, die vor allem den Pendlerverkehr zwischen der Ortenau und dem Elsass betreffen. "Wir haben eine Sondersituation an der Grenze und eine dynamische Entwicklung", so Landrat Frank Scherer. Im Departement Haut-Rhin könne die Infektionsketten nicht mehr nachvollzogen werden. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis dies auch für das Departement Bas-Rhin mit Straßburg gelte, so Scherer weiter. Deshalb wird erstens allen Schulträgern und Bildungseinrichtungen in der Ortenau empfohlen, dass Schüler, Lehrer oder andere Mitarbeiter, die im Elsass wohnen, dem Unterricht fernbleiben sollen. Zweitens empfiehlt der Ortenaukreis allen Rathäusern, dass alle Arbeitnehmer, die in Frankreich wohnen, zunächst zu Hause bleiben sollen. Dies solle auch an die Unternehmen weitergegeben werden. Die dritte Maßnahme betrifft die Empfehlung, alle Veranstaltungen mit mehr als 200 Besuchern in der Ortenau abzusagen. "Älteren Menschen und solchen mit Vorerkrankungen empfehlen wir, Veranstaltungen fernzubleiben", so Scherer.
Der Landrat betonte, dass die eigentliche Gefahr nicht vom Virus an sich ausgehe, sondern dass es darum gehe, ein Versagen im Gesundheitssystem zu vermeiden. "Die Verbreitung des Virus soll durch die Maßnahmen verlangsamt werden, um uns besser aufstellen zu können", so der Landrat.
Die Lage an den geschlossenen Schulen in Lahr und Ettenheim werden jeden Tag neu bewertet, sagt Thomas Steiner, Abteilungsdirektor beim Oberschulamt des Regierungspräsidiums Freiburg. "Unsere Maxime lautet: so viel Normalität wie möglich." Der Unterricht an den geschlossenen Schulen finde in anderer Form, aber nicht weniger wirkungsvoll statt, so Steiner weiter. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch so fundamentale Lücken gibt, dass eine zweiwöchige Schulschließung vor dem Abitur ins Gewicht fällt", erklärt Steiner. Die schriftlichen Abiturprüfungen sind vom 22. April bis zum 5. Mai angesetzt.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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