Blitzumfrage der IHK
Nahostkonflikt belastet Unternehmen und Betriebe

Ortenau (st) Die Eskalation im Nahen Osten wirkt sich spürbar auf die Wirtschaft in Baden-Württemberg aus – und damit auch auf viele Unternehmen am Südlichen Oberrhein. Das zeigt eine aktuelle Blitzumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), an der sich bundesweit rund 2.400 Unternehmen beteiligt haben, darunter 372 aus Baden-Württemberg, heißt es in der Pressemitteilung der IHK Südlicher Oberrhein.

Fracht- und Transportkosten

85 Prozent der befragten Betriebe berichten von Auswirkungen des Konflikts auf ihre Geschäftstätigkeit. Besonders häufig genannt werden steigende Fracht- und Transportkosten: Mehr als 60 Prozent der Unternehmen sehen sich hier belastet, in Industrie und Handel sogar eine deutliche Mehrheit. „In Baden-Württemberg haben sich 372 Firmen an der Blitzumfrage beteiligt. Das zeigt, dass die exportorientierten Firmen bei uns im Land von dem Krieg im Nahen Osten besonders betroffen sind“, erklärt Frédéric Carrière, Referent für Auslandsmärkte und Zoll der IHK Südlicher Oberrhein. Die Ergebnisse beziehen sich auf ganz Baden-Württemberg und lassen keine spezifischen Rückschlüsse auf einzelne Regionen zu. Dennoch spiegeln sie die Herausforderungen wider, mit denen auch viele international tätige Unternehmen am Südlichen Oberrhein konfrontiert sind – insbesondere in den stark exportorientierten Branchen wie Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau. Ein zentraler Kostentreiber sind derzeit steigende Transportpreise: Ein 20-Fuß-Container von China nach Deutschland kostet aktuell rund 2.100 Euro, gegenüber etwa 1.800 Euro vor Beginn der jüngsten Eskalation. Auch indirekte Effekte wie steigende Energiepreise und knapper werdende Logistikkapazitäten verschärfen die Situation. Neben den Kostenrisiken wächst auch die Unsicherheit in den Unternehmen. Viele Betriebe passen ihre Strategien an, bauen Lagerbestände auf, intensivieren ihr Risikomanagement oder verschieben Investitionen.

Mena-Region

„Wir sehen zugleich, dass sich Unternehmen verstärkt nach alternativen Märkten umsehen. Die Mena-Region rückt dabei stärker in den Fokus – trotz der aktuellen Unsicherheiten“, so Carrière. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen aus dem Südwesten sind dort bereits aktiv. Gleichzeitig steigt der Bedarf an fundierter Information und Beratung zu außenwirtschaftlichen Risiken und Rahmenbedingungen.“ Die IHK Südlicher Oberrhein unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen dabei mit gezielten Angeboten. Dazu gehört unter anderem der Arbeitskreis MENA, der sich mehrmals im Jahr mit Marktchancen und Risiken in der Region Naher Osten und Nordafrika befasst und Unternehmen eine Plattform für Austausch und Information bietet. Die nächste Sitzung des Arbeitskreises findet am 4. Mai 2026 in Lahr statt und widmet sich dem Thema Algerien. Weitere Informationen und Anmeldung zur nächsten Sitzung auf der Website der IHK Südlicher Oberrhein Lahr. 

Hintergrund zur Umfrage

Die Blitzumfrage wurde von der DIHK durchgeführt. Im Zeitraum vom 13. bis 15. April 2026 beteiligten sich bundesweit rund 2.400 Unternehmen, darunter 372 aus Baden-Württemberg.

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