Hitze und Trockenheit machen Probleme
Regen war ein Tropfen auf den heißen Stein

Für die laufende Getreideernte ist trockenes Wetter gut, aber der Mais braucht dringend Wasser. 
  • Für die laufende Getreideernte ist trockenes Wetter gut, aber der Mais braucht dringend Wasser. 
  • Foto: Foto: Ortenaut Fred Neye
  • hochgeladen von Christina Großheim

Ortenau (gro). Der Totalausfall der Maisernte scheint erst einmal gebannt, denn der Regen, der am Donnerstag und Freitag in der Ortenau fiel, wurde von den Landwirten sehnsüchtig erwartet. Das Wintergetreide sei dagegen bisher unter sehr günstigen Bedingungen eingebracht worden. "Trockenheit und warme Temperaturen sind immer günstig, wenn die Ernte eingebracht werden muss. Wenn die Pflanzen abreifen, benötigen sie kein Wasser mehr. Regen könnte die Ernte sogar negativ beeinflussen", erklärt Padraig Elsner vom Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) in Freiburg. Doch zufrieden mit dem Ertrag könnten die Landwirte nicht sein, die Kulturen hätten unter der Frühjahrstrockenheit gelitten. 

"Schlecht steht es um die Nutzpflanzen, die noch auf den Felder stehen und wachsen sollen", so Elsner. Das seien etwa Mais, Soja, die Obstbäume und Weinreben. Einige Standorte hätten seit vier Wochen keinen Regen gesehen und das setze auch dem Mais zu, der eigentlich mit Trockenheit gut zurecht käme. "Regen wäre ein wahrer Segen", stellt auch Landwirt Egon Busam aus Renchen mit Blick auf seine Maisfelder fest. Die Früchte seiner Zwetschgenbäume seien bereits kleiner.

Ob und wie sehr sich die Trockenheit im Wald bemerkbar macht, könne noch nicht beurteilt werden, betont Holger Schütz, Leiter des Amtes für Waldwirtschaft des Ortenaukreises: "Die Wurzeln der Waldbäume reichen in der Regel tief in den Boden, deshalb kann sich der Wald viel länger mit Grundwasser versorgen als beispielsweise landwirtschaftliche Kulturen. Südhänge sind derzeit am meisten von Trockenheit betroffen." Erst in den Folgejahren könnten die Auswirkungen genauer beurteilt werden. Trockenheit sei ein Stressfaktor, der zur Schwächung der Bäume führe, was sie für Schädlinge wie Insekten oder Pilze anfälliger mache. "Sie allein ist aber eher selten der einzige Grund für das Absterben eines Baumes", betont Schütz. Allerdings gelte generell erhöhte Waldbrandgefahr. "Deutschlandweit sind 99 Prozent aller Waldbrände nach wie vor durch den Menschen verursacht", mahnt der Waldexperte besondere Achtsamkeit an, denn trockenes Gras und Laub entlang von Wegen, auch an den Waldparkplätzen und Grillstellen, könnten schnell in Brand geraten.

In der Rheinebene macht das Eschentriebsterben den Bäumen zu schaffen. "Für Bestände, die sich bereits dadurch auflösen, bedeutet die Trockenheit natürlich zusätzlichen Stress, was die erkrankten Eschen zusätzlich schwächt. Für die Ausbreitung der durch einen Pilz verursachten Krankheit ist feucht-warme Witterung förderlich, trockene Hitze beschleunigt die Ausbreitung dagegen nicht", beschreibt Schütz die Situation. Auch mit Blick auf den Borkenkäfer relativiert Schütz. Zwar steige dessen Aktivität mit warmer Witterung, aber ab Temperaturen von 29 Grad Celsius gerate der von Waldbesitzern gefürchtete Käfer "ins Schwitzen".

Sowohl die Grundwasserstände als auch die Pegelstände der Gewässer seien seit dem Frühjahr in der Region stark rückläufig, stellt Bernhard Vetter, Leiter des Amtes für Wasserwirtschaft und Bodenschutz des Ortenaukreises, fest. Die Gewässer seien aktuell unter den mittleren Niedrigwasserstand gesunken, deshalb sei ein Entnahmeverbot ausgesprochen worden, das auch kontrolliert werde. Es seien vereinzelt Verstöße festgestellt worden. "Bei sehr geringer Wasserführung steigen die Wassertemperaturen und die Sauerstoffdefizite", so Vetter. Dies könne zu Fischsterben führen, bislang sei es noch nicht dazu gekommen.

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