Willkommenspaket oder Empfang?
So heißen Kommunen ihre Neubürger willkommen

Die Neubürger-Empfänge in Ettenheim sind stets gut besucht.
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  • Die Neubürger-Empfänge in Ettenheim sind stets gut besucht.
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Ortenau (ds/rek). Wie schnell man sich in einem neuen Zuhause einlebt, hängt von vielen Faktoren ab, angefangen von den Nachbarn bis hin zu Freizeitangeboten. Um Zugezogenen den Start zu erleichtern, lädt die Stadt Ettenheim bereits seit 2013 ein Mal im Jahr zu einem Neubürger-Empfang ein. So bietet sich am kommenden Montag, 17. September, wieder die Möglichkeit, sich kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen und erste Kontakte zu knüpfen. Los geht es um 17.30 Uhr mit einer Stadtführung, um 19 Uhr lädt Bürgermeister Bruno Metz zum Empfang in den Bürgersaal ein.

Ettenheim ist eine Stadt mit einem überdurchschnittlichen Bevölkerungswachstum. Seit 1995 stieg die Zahl der Neubürger um 17,57 Prozent. Zum Vergleich: Im Ortenaukreis beträgt der Zuwachs 6,42 Prozent, im Land 6,5 Prozent. "Die Bürgerstadt Ettenheim will die neuen Bürger ausdrücklich willkommen heißen, ihre Identifikation mit dem Ort stärken und das vielfältige Angebot in der Stadt vorstellen", betont Pressesprecherin Heike Schillinger. Das Angebot werde sehr gerne angenommen und auch wertgeschätzt. "Viele sind überrascht und erfreut, dass es so einen Empfang für Neubürger an ihrem neuen Wohnort gibt", so Schillinger. Ohnehin zeigten sich die Neu-Ettenheimer in der Regel begeistert: "Besonders gelobt werden die sanierte Innenstadt, das schöne Stadtbild und die schmucken Ortschaften. Was für uns selbstverständlich ist, fällt den Menschen, die zum Beispiel aus Großstädten nach Ettenheim ziehen, positiv auf", berichtet Heike Schillinger. Einzig der Wunsch nach einem Carsharing-Angebot und einer Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs werde häufig bei den Neubürger-Empfängen geäußert. "Da sind wir auf dem Weg und werden in Kooperation mit der SWEG mit dem neuen ÖPNV-Angebot eine deutliche Verbesserung erzielen", so Schillinger.

In Rust werden alle Neubürger im Rahmen des Neujahrsempfangs willkommen geheißen. "Bei einem Gläschen Wein kann man hier Mitbürger und auch den Bürgermeister kennenlernen", so Pressesprecherin Gabriele Häcker auf Anfrage. Wie auch in Ettenheim gibt es in Rust bei der Anmeldung des Wohnsitzes eine Bürgerbroschüre mit allen wichtigen Informationen zur Gemeinde. "Die Erfahrung zeigt, dass die Informationen meist ausreichend sind", so Häcker, die darauf hinweist, dass allerdings jederzeit die Türen der Rathaus-Mitarbeiter und des Bürgermeisters offen stehen.

Eine eigens für Neubürger zusammengestellte Infobroschüre gibt es in Meißenheim nicht. Allerdings liegen in den Bürgerbüros zahlreiche Informationen rund um die Gemeinde aus. Bürgermeister Alexander Schröder bietet im Rahmen seiner Sprechstunden sowie dem jährlich stattfindenden Bürgermeister-Stammtisch die Möglichkeit zum persönlichen Kennenlernen. "Zu den beiden Veranstaltungen sind ausdrücklich alle Bürger, also auch Neubürger eingeladen", betont Hauptamtsleiter Hartmut Schröder.

In den Jahren 2015 und 2016 hat man in Seelbach versucht, eine Veranstaltung für Neubürger zu etablieren, bei der sich unter anderem auch alle Vereine vorstellen konnten. "Sämtliche Neubürger wurden schriftlich eingeladen, die Resonanz der neuen Einwohner war aber sehr verhalten", teilt das Rathaus mit. So beschränkt man sich auf eine Infomappe für Neubürger mit Willkommensschreiben, Ortsplan und Bürgerbroschüre.

Wer neu nach Ringsheim zieht, wird weder mit einem Empfang noch mit einer speziellen Infomappe begrüßt. Selbstverständlich, so teilt das Rathaus auf Anfrage mit, stünden dort die Mitarbeiter aber jederzeit für Auskünfte zur Verfügung.

"Seit 2015 lädt die Gemeindeverwaltung in Willstätt im Rahmen der Kulturtage die innerhalb des zurückliegenden Jahres neu in die Gemeinde zugezogenen Personen zu einem Ortsrundgang mit Vorstellung der Gemeinde und anschließendem Rahmkuchenessen", erklärt die Gemeinde. Teilweise würden auch in den Ortschaften die Neubürger zu entsprechenden Veranstaltungen eingeladen. Bei der Anmeldung auf dem Rathaus werde eine Infobroschüre der Gemeinde, eine Broschüre für Kinder- und Jugendangebote, ein Ortsplan und das aktuelle Mitteilungsblatt mit auf den Weg gegeben. Dazu gebe es eine Radwegekarte, den Müllabfuhrkalender sowie einen Busfahrplan. Neben dem Empfang bei den Kulturtagen böten sich Bürgermeister Marco Steffens verschiedene Anlässe, um mit der Gruppe ins Gespräch zu kommen. Zudem gebe es Einwohnersprechstunden, bei denen jeder mit seinem Anliegen sich an den Bürgermeister wenden könne. Dem Kreis der Flüchtlinge unter den Neubürgern widme sich, so das Rathaus, der Helferkreis Willstätt integriert.

Einen speziellen Empfang für Neubürger gibt es in Kehl nicht, so die Pressestelle. Allerdings organisere die Kehl Marketing GmbH für Hochschulstudenten eigene Kehl-Straßburg-Rundgänge. Neubürger haben zum Start in der Stadt die Auswahl zwischen zehn nach Themen sortierten Info-Broschüren. "Wir haben die allgemeine Infobroschüre schon vor Jahren aufgelöst, weil die Lebenssituationen der Menschen unterschiedlich sind und sie daher auch verschiedene Informationen suchen", so die Pressestelle. Französische Neubürger würden oft nach Steuern oder Sozialversicherungen in Deutschland fragen. Sie würden dann an die deutsch-französische Beratungsstelle Infobest verwiesen.

"Alle Neubürger werden persönlich zur jährlichen Bürgerversammlung eingeladen", erklärt das Rathaus in Rheinau. Die Stadt Rheinau sei mit 11.400 Einwohnern keine kleine Gemeinde mehr. Dennoch versuche der Bürgermeister Michael Welsche mit verschiedenen Angeboten wie Bürgerversammlungen in allen Stadtteilen, Sprechstunden und vielen Besuchen verschiedenster Veranstaltungen einen regelmäßigen Austausch mit allen interessierten Einwohnern zu pflegen. Bei der Anmeldung im Rathaus würden Neubürger diverse Unterlagen und Informationsmaterialen wie die Rheinau-Broschüre erhalten.

Die Neubürger-Empfänge in Ettenheim sind stets gut besucht.
Willstätts Bürgermeister Marco Steffens bei einem Empfang der Neubürger.

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