Porträt Christof Burger
Vom Familienbetrieb an die Spitze des Handwerks
- Christof Burger ist seit April 2024 Präsident der Handwerkskammer Freiburg. Er ist ein Waldkircher Bauunternehmer, zudem Obermeister der Bauinnung Emmendingen und setzt sich für die Stärkung der dualen Ausbildung ein.
- Foto: Michael Bode
- hochgeladen von Christina Großheim
Freiburg Er hätte auch in Hamburg bleiben können – große Stadt, Kultur, Konzerte, Nachtleben. Stattdessen kehrte Christof Burger zurück nach Waldkirch, in den Familienbetrieb, ins Handwerk, in eine Region, für die sein Herz, wie er sagt, „eher für den Süden“ schlägt. Heute ist Burger Präsident der Handwerkskammer Freiburg und führt die Karl Burger GmbH in dritter Generation.
Verantwortung wird als Antrieb verstanden.
Burger wirkt nicht wie einer, der sich hinter Ämtern versteckt. Eher wie jemand, der Dinge voranbringen will. Einer, für den Verantwortung Antrieb ist. Im Gespräch wird schnell klar: Da spricht ein Mann, der im Machen zu Hause ist.
Geprägt habe ihn vor allem die Familie, sagt Burger. Die Kindheit mit drei Brüdern, mit Eltern und Großeltern, sei eine gute gewesen. „Bin echter Familienmensch“, sagt er. Auch das Handwerk war früh da. Während seine Brüder eher „die Intellektuellen“ gewesen seien, habe es ihn schon früh zum Bauen und Konstruieren gezogen. „Ich wollte ins Handwerk.“ Sandburgen statt Theorie, Bauingenieurwesen statt Geisteswissenschaften – der Großvater, Firmengründer Karl Burger, war sein Vorbild.
Dabei klingt Burger nicht wie jemand, dem der Weg in die Firma einfach vorgezeichnet worden wäre. Eher wie jemand, der sich bewusst dafür entschieden hat. Nach dem Studium zog es ihn zunächst nach Hamburg. Dort arbeitete er als beratender und planender Ingenieur. Er erzählt gern von dieser Zeit, vom kulturellen Angebot und von der Energie der Stadt. Aber ebenso offen sagt er, dass ihm dort klar geworden sei, wo er wirklich hingehört: in den Süden, in die ländliche Region.
Der Einstieg in den Betrieb war dann kein sanftes Hineingleiten. Burger spricht von einem sehr kurzen Onboarding. Kurz nach der Übergabe starb sein Vater, zugleich steckte das Bauhauptgewerbe in einer Krise. Das erklärt, warum er heute nicht geschniegelt nach Funktionär klingt, sondern nach jemandem, der schwierige Phasen kennt und an ihnen gewachsen ist.
Vielleicht ist es genau das, was Burger auszeichnet: Er spricht über Handwerk nicht nostalgisch, sondern als eine Welt im Wandel. Die Firma habe sich in seiner Zeit stark verändert, sagt er. Weg vom stahlbeton- und mauerwerksgeprägten Bauen, hin zu Holzbau, Vorfertigung und digitalen Abläufen. Burger interessiert sich nicht für das Handwerk als Denkmal, sondern für das Handwerk als Zukunftsraum.
Dabei verliert er den Kern nie aus dem Blick. Für ihn liegt die Besonderheit des Handwerks darin, dass am Ende des Tages sichtbar ist, was entstanden ist. „Am Ende eines Tages können Sie sehen, was Sie mit Ihren Händen aufgebaut haben“, sagt Burger. Häuser, Brücken, Schulen, Räume, Dinge, die Menschen brauchen.
Auch als Präsident der Handwerkskammer denkt Burger weniger in Funktionärsformeln als in konkreten Aufgaben. Es geht ihm um Nachwuchs, um berufliche Bildung und um die Frage, wie junge Menschen wieder Lust auf handwerkliche Berufe bekommen. Für ihn ist das Handwerk kein Auslaufmodell, sondern ein Feld, in dem man etwas sehen, anfassen kann.
Nicht zuschauen, sondern eingreifen
Wer ihm zuhört, merkt schnell: Er ist keiner, der gern am Rand steht. „Mitspielen finde ich besser, als nur zuzuschauen und zu meckern“, sagt Burger. In diesem Satz steckt viel von seinem Selbstverständnis. Vielleicht ist das der rote Faden dieses Mannes aus Waldkirch: Er will nicht zuschauen, sondern eingreifen. Nicht klagen, sondern gestalten. Nicht nur das eigene Unternehmen führen, sondern auch für das Handwerk insgesamt Verantwortung übernehmen. Christof Burger ist vor allem eines: ein Macher.
Christof Burgers Favoriten
Hobbys
- Reisen
- Wandern mit den Hunden
- Reiten in der Natur











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