Die Glosse im Guller
Vom Lockruf des Bollerwagens an Vatertag
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Vor christlichen Feiertagen werden ja immer gerne Umfragen gemacht. Dabei testen Journalisten, ob die Leute wissen, was eigentlich gefeiert wird. Wie sich dabei oft herausstellt, haben die meisten keine Ahnung. Mitunter wird dann vor laufender Kamera laut darüber nachgedacht, dass Jesus möglicherweise an Weihnachten gekreuzigt wurde. Was dann beim kirchentreuen Bildungsbürgertum regelmäßig Schnappatmung auslöst.
Umfrage
Getreu dieser schönen journalistischen Tradition habe auch ich in meinem Umfeld eine nicht repräsentative Umfrage gemacht. Von acht Befragten gestanden vier offen, die Bedeutung von Christi Himmelfahrt nicht zu kennen. Drei Pfiffikusse meinten: Da ist Christus in den Himmel aufgefahren. Der Achte war sich bei diesem Feiertag unsicher. Dafür punktete er mit dem Wissen, dass an Pfingsten der Heilige Geist über die Menschen kommt. Wetten, mit Vatertag hätten alle was anfangen können.
Möglicherweise sollten die Kirchen ein bisschen an ihrer Marketingstrategie feilen. Es ist halt einfach spaßiger, mit einem Bierfässchen im Leiterwagen durch die Landschaft zu ziehen, als dem Pfarrer im Gottesdienst beim Weintrinken zuzuschauen. Leider bin ich kein Vater. Allerdings der Mann, der mit mir Tisch und Bett, aber nicht die Freude an feuchtfröhlichen Wanderungen teilt. Wenn es nach ihm ginge, würde er den Vatertag sowieso lieber am Computer mit der Steuererklärung verbringen und dabei an einem stillen Wasser nippen.
Nächstenliebe
Aber weil dieser Mann einfach eine gute Seele ist, lässt er sich meist zum Besuch eines Vatertagshocks überreden. Schließlich gebietet es die christliche Nächstenliebe, die ausrichtenden Vereine zu unterstützen, indem man dort eine Bratwurst isst. In diesem Zusammenhang einmal ein dickes Dankeschön an alle, die an Feiertagen arbeiten – vor allem natürlich an die vielen Ehrenamtlichen.
Anne-Marie Glaser











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