Kommunen reagieren
Ameiseninvasion: Tapinoma magnum breitet sich aus
- Ob Wiese oder Weg - Tapinoma magnum kann sich überall verstecken.
- Foto: gro
- hochgeladen von Christina Großheim
Ortenau Sie sind klein, schwarz und treten selten allein auf – doch ihr Einfluss sorgt zunehmend für Aufmerksamkeit: Die Ameisenart Tapinoma magnum ist vielerorts vom Verdachtsfall zum Dauerthema geworden.
Unterschiedliche Lage
In Gengenbach wurde die Art nach Hinweisen aus der Bevölkerung festgestellt. Stephanie Horadam, Abteilungsleitung Ordnungswesen/Feuerwehr, Michael Götz, Fachbereichsleiter BürgerService, und Stefan Rinderle, Betriebsleiter des Baubetriebshofs, berichten: „Die Stadt Gengenbach hat erstmals Ende Februar telefonisch von betroffenen Bürgern von einen massivem Ameisenbefall auf deren Grundstück erfahren.“ Am 16. März wurde Tapinoma magnum bestätigt. Die Lageeinschätzung bleibt vorsichtig: „Eine belastbare Einordnung des aktuellen Ausmaßes sowie des weiteren Ausbreitungspotenzials ist derzeit nicht möglich.“ Gleichzeitig wurden erste Maßnahmen eingeleitet: Zunächst kam Kieselgur zum Einsatz, zudem ist die Heißwassermethode geplant.
Die Stadt Kehl zieht eine positive Bilanz. „Die Bekämpfung ist im vergangenen Jahr insgesamt gut verlaufen, denn wir haben es geschafft, einzelne Straßenbereiche zurückzuerobern“, erklärt Gabriele Dasch von der Stadtverwaltung. „Entscheidend war, dass wir sehr früh im Jahr, noch im Februar, mit der Bekämpfung angefangen haben“, so Dasch. Auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung bestätigen den Erfolg: „Die Belastung sei deutlich geringer als vor der Heißwasser-Bekämpfung.“
In Offenburg ist die Ameisenart bereits seit 2024 bekannt. Mark Gregotsch, Kommunikationsreferent der Stadt Offenburg, erklärt: „Die Vorkommen sind recht punktuell. Eine akute Gefährdung gibt es nicht. Das Bundesumweltministerium führt die Art als ‚nicht-invasiv‘.“ Dennoch wird gehandelt: „Die TBO geht gegen die Ameisen in den betroffenen Gebieten rund ein- bis zweimal die Woche – analog zum Vorgehen in Kehl – mit einer Heißwasserlanze vor“, so Gregotsch. Betroffen sind vor allem private Grundstücke sowie angrenzende Straßenbereiche. Die Stadt rät deshalb zur Vorsicht im Umgang mit Bekämpfungsmitteln und empfiehlt, zunächst immer eine eindeutige Bestimmung der Art vorzunehmen.
In Lahr ist die Lage bislang vergleichsweise ruhig. Nicolas Scherger von der Stadtverwaltung erklärt: „Soweit der Stadtverwaltung bekannt ist – Stand 13. April –, gibt es in Lahr bislang lediglich einen unbestätigten Verdachtsfall für eine Fläche, die sich in Privatbesitz befindet.“ Gleichzeitig weist die Stadt darauf hin, dass es keine rechtliche Verpflichtung gibt, auf privaten Flächen Maßnahmen zu ergreifen, da die Art weder als invasiv noch als geschützt gilt.
Ein Patentrezept gegen Tapinoma magnum gibt es bislang nicht. Viele Städte kombinieren verschiedene Maßnahmen – von Kieselgur über Heißwasserbehandlungen bis hin zu intensiver Beobachtung. Klar ist: Die Bekämpfung erfordert Zeit, Koordination und Ausdauer. Tapinoma magnum bildet Superkolonien mit bis zu 1.000 Königinnen." Gabriele DaschStadt Kehl











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