Ministerpräsident nach Waldbränden
Dankeschön und Lob an Einsatzkräfte
- Von links: Flavia Zaka, Ehefrau des Ministerpräsidenten, Steinacher Bürgermeister Benedikt Eisele, Biberacher Bürgermeister Jonas Breig, Zeller Bürgermeister Günter Pfundstein, Ministerpräsident Cem Özdemir, Landrat Thorsten Erny, Ministerin Marion Gentges
- Foto: ag
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Zell am Harmersbach (ag) Eigentlich sollte Ministerpräsident Cem Özdemir am Donnerstag im Rahmen seiner Sommertour nach der Wanderung im Nationalpark Schwarzwald direkt nach Hofstetten fahren, um sich dort über das Projekt Kinderbeirat zu informieren. Doch nach den Waldbränden am Dienstag und Mittwoch in Steinach, Zell am Harmersbach, Nordrach und zuletzt noch in Gengenbach beschloss er spontan, sich gemeinsam mit Marion Gentges, Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, persönlich vor Ort ein Bild zu machen.
Ehrenamt
Ursprünglich war von 600 Einsatzkräften der Feuerwehren, der Bergwacht, des Deutschen Roten Kreuzes, der Malteser, des Technischen Hilfswerks sowie der Polizei die Rede. Tatsächlich waren es insgesamt 700 bis 800, wie Kreisbrandmeister Bernhard Frei dem Ministerpräsidenten im Feuerwehrhaus in Zell erläuterte. Unterstützt wurden sie von Landwirten und Unternehmern, die mit ihren Traktoren und anderen Fahrzeugen halfen, Löschwasser an Einsatzstellen zu bringen. Auch zahlreiche Bürger wollten einen Beitrag leisten, brachten Eis und Kuchen für die Einsatzkräfte im Feuerwehrhaus vorbei. Nicht nur der Kreisbrandmeister, auch Landrat Thorsten Erny betonte, wie hervorragend alle interkommunal als Team funktioniert haben und wie großartig die Hilfsbereitschaft war. Umso mehr freuten sich auch die Beteiligten über den Besuch des Ministerpräsidenten. "Ich finde das ein wichtiges und starkes Zeichen der Wertschätzung des Ehrenamts", so Erny.
Cem Özdemir dankte allen Beteiligten und betonte: "Ein Land misst sich daran, wie es in der Krise funktioniert. Dass wir zusammenhalten, wenn wir herausgefordert sind, dass dann alles ineinandergreift und sich alle helfen, das macht die Qualität Baden-Württembergs aus. Und sie haben die Prüfung bestanden."
20 Hektar Wald
Betroffen waren insgesamt 20 Hektar Wald in Steillage in vier Kommunen. Der Kreisbrandmeister und der Zeller Feuerwehrkommandant Alexander Zwick zeigten dem Ministerpräsidenten Bilder vom Einsatz, die von der Drohnenstaffel Renchtal stammten. Um Schlimmeres und eine weitere Ausbreitung zu verhindern, konzentrierte sich die Feuerwehr auf die Flanken.
Wie viele andere wunderte sich Cem Özdemir, dass so kurz nacheinander an vier verschiedenen Stellen Feuer ausbrach und immer in Steillagen: "Ist das nicht außergewöhnlich?" Das ist es. Zwar gab es bis dahin keine konkreten Anhaltspunkte für Brandstiftung. Trotzdem ermittelt die Kripo. Nicht außergewöhnlich ist, dass immer wieder Glutnester aufflammen. Tatsächlich musste die Feuerwehr kurz vor dem Eintreffen des Ministerpräsidenten noch einmal nach Steinach ausrücken.
Der Besuch von Cem Özdemir war auch eine Gelegenheit, ihm Anregungen mitzugeben. Beispielsweise wurden leichtere Schutzkleidung bei Hitze angesprochen, für die das Geld fehlt, sowie die Notwendigkeit von Unterstützung aus der Luft in unwegsamem Gelände.




Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.