Ausstellung in Weil am Rhein
Surrealismus und Design

"Objects of Desire" zeigt derzeit das Vitra Design Museum.
  • "Objects of Desire" zeigt derzeit das Vitra Design Museum.
  • Foto: Vitra Design Museum/Ludger Paffrath
  • hochgeladen von Daniela Santo

Der Surrealismus zählt zu den einflussreichsten Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts. In seinen traumhaften Bildwelten hatten Alltagsobjekte eine zentrale Bedeutung, sie wurden verfremdet, ironisiert oder zu seltsamen Zwitterwesen zusammengesetzt.

So entstanden einige Schlüsselwerke moderner Kunst, darunter Marcel Duchamps "Fahrrad-Rad" (1913) oder Salvador Dalís "Hummertelefon" (1936). Doch der Surrealismus gab umgekehrt auch dem Design wichtige Impulse. Das Vitra Design Museum zeigt eine große Ausstellung, die den Dialog zwischen Surrealismus und Design umfassend untersucht. Zum ersten Mal wird gezeigt, wie stark der Surrealismus das Design der vergangenen 100 Jahre beeinflusst hat – von Möbeln und Interieurs bis hin zu Grafik, Mode, Film und Fotografie. Der Surrealismus wurde 1924 von André Breton mit dem ersten surrealistischen Manifest begründet und entwickelte sich schnell zu einer internationalen Bewegung, der Schriftsteller, Künstler und Filmemacher angehörten. Das Unterbewusstsein, Träume, Obsessionen, der Zufall und das Irrationale waren nur einige der Quellen, aus denen die Surrealisten eine neue künstlerische Realität erschufen. Ab den 1930er-Jahren begannen ihre Ideen auch das Design zu beeinflussen, und ab den 1940er-Jahren wurde der Surrealismus zu einem wahren Trend, der Mode, Möbel und Fotografie prägte. Bis heute liefert der Surrealismus Designern mannigfaltige Anregungen, sei es mit den Motiven seiner phantastischen Bildwelt, seiner subversiven Herangehensweise oder seinem Interesse an der menschlichen Psyche. Die Ausstellung "Objekte der Begierde" stellt Kunstwerke des Surrealismus und Designobjekte einander so gegenüber, dass die faszinierenden Parallelen und Querbezüge deutlich werden.

Den Auftakt der Ausstellung bildet eine Bestandsaufnahme des Surrealismus von den 1920er- bis zu den 1950er-Jahren, bei der die Bedeutung, die das Design für die Entwicklung der Bewegung spielte, deutlich wird. Der zweite Teil der Ausstellung untersucht, wie die Surrealisten den Archetypen von Alltagsobjekten auf den Grund gingen und die Bedeutungscodes unserer vermeintlich vertrauten Welt untergruben. Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich den Themen Liebe, Erotik und Sexualität, die im Surrealismus eine zentrale Rolle spielten. Der letzte Teil der Ausstellung befasst sich mit dem, was der französische Ethnologe Claude Lévi-Strauss als "das wilde Denken" bezeichnete: das Interesse am Archaischen, am Zufall und am
Irrationalen, das sich in der Begeisterung der Surrealisten für sogenannte "primitive Kunst" ebenso zeigte wie an ihren Experimenten mit Materialien und Techniken, etwa der "automatischen Malerei".

Info: Die Ausstellung "Objekte der Begierde. Surrealismus und Design 1924 – heute" im Vitra Design Museum in Weil am Rhein ist noch bis zum 19. Januar zu sehen. Öffnungszeiten sind täglich, auch an Sonn- und Feiertagen, von 10 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen elf Euro Eintritt. Weitere Infos gibt es unter www.design-museum.de.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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