Lebenshilfe
Klaus Muttach wird neuer Stiftungsbeitratsvorsitzender

(V. l. n. r.) Geschäftsführerin Kirstin Keller, Stiftungsbeiratsvorsitzender Klaus Muttach und Vorstandsvorsitzender Frank Breuninger | Foto: Foto: Frank Hemlein
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Bühl (st) Nach 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit wurde der frühere Bühler Oberbürgermeister Hans Striebel als Stiftungsbeiratsvorsitzender der Lebenshilfe verabschiedet. Zu seinem Nachfolger hat der Stiftungsbeirat einstimmig den ehemaligen Acherner Oberbürgermeister Klaus Muttach gewählt. Dieser sieht die Stiftung als Förderer der Lebenshilfe und gleichzeitig als Fürsprecher, dass Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft gleichberechtigt Würde und Teilhabe erfahren, heißt es in einer Pressemitteilung.

Großer Dank

„Die im Illenau Arkaden Museum gezeigte Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt und das aktuelle Erstarken der rechtsextremen Kräfte machen deutlich, dass für diesen gesellschaftlichen Grundkonsens heute aktiv geworben werden muss und dieser nicht in Frage gestellt werden darf“, so Muttach. Der Vorsitzende der Lebenshilfe Frank Breuninger dankte Hans Striebel, der 20 Jahre dem Stiftungsbeirat der Lebenshilfe vorstand. Ausgehend von der Gründung Ende 2004 wurde ein beachtliches Stiftungsvermögen aufgebaut und seither 80 Projekte gefördert. Regelmäßige Höhepunkte seien die Stifteressen gewesen, welche zuletzt über viele Jahre in der Max-Grundig-Klinik stattfanden. Der neue Stiftungsbeiratsvorsitzende Klaus Muttach würdigte die Lebenshilfe mit ihren vielfältigen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in den Bereichen Kinderbetreuung, Schule, Arbeiten und Wohnen als wichtigen Stützpfeiler für eine humane Gesellschaft, in der jeder Mensch die gleiche Würde erfährt. Die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Illenau mache deutlich, wie schnell eine humanitäre Grundhaltung in das Gegenteil verkehrt werden kann. „Gerade in der heutigen wieder stärker von rechtspopulistischen Parteien geprägten Diskussionen mit der Verächtlichmachung von Minderheiten brauchen Menschen mit Behinderung eine starke Lobby in der Gesellschaft“, sieht Muttach eine wichtige Aufgabe der Stiftung. Deshalb wolle man Persönlichkeiten für die Mitarbeit im Stiftungsbeirat gewinnen.

Finanzielle Unterstützung

Eine zweite Aufgabe sieht Muttach in der finanziellen Unterstützung der Arbeit der Lebenshilfe. Für etwa 500 Menschen mit Handicap biete die Lebenshilfe mit ihren verschiedenen Einrichtungen einen adäquaten Arbeitsplatz für deren persönliche Fähigkeiten und bei Bedarf eine Wohnmöglichkeit. Etwa 270 Schülerinnen, Schüler und Kindergartenkinder mit Handicap werden an der Mooslandschule unterrichtet oder im Schuldkindergarten betreut, eine weitere 3-stellige Zahl an Betroffenen nimmt Beratungsangebote in Anspruch. Dieses Angebot aufrechtzuerhalten und die Arbeitsplätze der 650 Betreuungskräfte in unterschiedlichen Funktionen zu sichern werde zu einer zunehmenden wirtschaftlichen Herausforderung. Die Stiftung wolle Menschen zur finanziellen Unterstützung gewinnen und einen finanziellen Beitrag für die wertvolle Arbeit der Lebenshilfe leisten. Schließlich sehe man sich auch als Fürsprecher in politischen Diskussionen. Das Bundesteilhabegesetz mit seiner alle zwei Jahre durchzuführenden Bedarfsermittlung mit einem 20-seitigen Fragebogen bringe für Behinderte und deren Betreuer oft eine persönliche Überforderung. Gerade auch im Sinne der Landratsämter als Leistungserbringer sei eine Entbürokratisierung angefragt. Staatliche Gelder sollen nicht in die Bürokratie sondern zum Wohl der Betroffenen eingesetzt werden. „Die Arbeit der Lebenshilfe schafft einen gesellschaftlichen Mehrwert und verhilft Menschen mit Handicap zu einem menschenwürdigen Leben. Deshalb ist das Engagement der Stiftung sinnstiftend und wertvoll“, wirbt Klaus Muttach für die Arbeit der Stiftung.

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