Behandlung von Heuschnupfen
Schwere Zeit für Allergiker

Frühling – des einen Freud, des Allergikers eher Leid.
  • Frühling – des einen Freud, des Allergikers eher Leid.
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  • hochgeladen von Daniela Santo

Mittleres Kinzigtal (cao). Die Temperaturen werden milder, die Sonnenstrahlen locken in die Natur. Für viele beginnt jetzt eine Leidenszeit.

"Heuschnupfen ist eine allergische, nicht ansteckende Erkrankung, die durch kleinste Mengen bestimmter Pflanzenpollen ausgelöst wird. Beim ersten Kontakt bildet der Körper IgE-Antikörper, der Betroffene ist sensibilisiert, ohne es zu bemerken", erklärt Apothekerin Regina Wiedmaier von der Apotheke zur Eiche in Hausach. Erst im darauffolgenden Jahr, wenn er erneut mit den Pollen in Kontakt kommt, würde sich die allergische Reaktion zeigen. "Bestimmte Immunzellen werden dann aktiviert und schütten Entzündungsstoffe, wie beispielsweise Histamin aus. Diese sind verantwortlich für die typischen Symptome: die Augen brennen und tränen, die Nase läuft, Juckreiz in Nase, Rachen und Gaumen", führt die Apothekerin auf.

Fehler des Immunsystems 

Dass diese Anfälligkeit nicht bei jedem Menschen gegeben ist, erklärt sie so: "Das Immunsystem schützt uns effektiv gegen Krankheitserreger, manchmal macht es aber Fehler. Es findet einen Fremdstoff, entscheidet, ob der Stoff 'Freund' oder 'Feind' ist. Diese Reaktion ist bei Allergikern gestört". 

Generell könnte jeder Heuschnupfen bekommen. "Das höchste Risiko haben Kinder, wenn beide Elternteile betroffen sind". Es gibt aber auch Faktoren von denen man weiß, dass sie neben der genetischen Vorbelastung das Risiko erhöhen. Dazu zählen Luftverschmutzung, übermäßige Hygiene oder auch das Rauchen. Mit Hilfe eines Pollenflug-Kalenders kann man abschätzen, wann die Pollenkonzentration am höchsten ist, um die persönliche Belastung zu verringern. Dann gilt es Fenster von Haus und Auto geschlossen halten, abends die Haare waschen und im Freien getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen. Gesunde Ernährung und die Geringhaltung von Innenraum-Luftschadstoffen – "auch Schimmelsporen können Allergien auslösen" – könnten entgegenwirken. Unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten helfen zudem.

Therapie

"Die Therapie richtet sich je nach Schweregrad der Erkrankung", sagt die Apothekerin. H1-Antihistaminika würden die Rezeptoren für Histamin blockieren. "Die gängigsten Antihistaminika-Tabletten sind Cetirizin und Loratadin. Die Wirkung tritt schnell ein und wirkt lang", sagt sie. Antiallergische, cromoglicinsäurehaltige und sehr gut verträgliche Akutnasensprays und Augentropfen würden schon nach 15 Minuten wirken. "Sie stabilisieren die Mastzellen, die das Histamin ausschütten, sind eher prophylaktisch wirksam und müssen regelmäßig angewendet werden". Bei stärkeren Beschwerden werden Glucocorticoide und Mometason eingesetzt.
Heuschnupfenlindernde Wirkung haben auch homöopathische Arzneimittel, wie unter anderem Galphimiaglauca oder Komplexmittel. "Durch Nasenspülungen mit isotonischer Kochsalzlösung lassen sich die Pollen leicht aus der Nase entfernen", rät die Apothekerin. Ein Arzt kann mit einer spezifischen Immuntherapie in Form von Tabletten oder Injektionen helfen.
"Der Körper wird langsam aber permanent mit dem auslösenden Allergen konfrontiert".

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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