Ein „Quantensprung“ im Behinderten-Spitzensport
Sieben Athleten des Badischen Verbands bei den Paralympics in London

Tritt bei den Paralympics erfolgreich in die Pedale: Tobias Graf von der RIG Freiburg.
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Ortenau. Seit vergangenem Dienstag bis kommenden Sonntag gehen in London die XIV. Paralympischen Sommerspiele über die Bühne. Unter den 150 Athletinnen und Athleten, die
das Nationale Paralympische Komitee von Deutschland dazu nominierte:
Sieben Aktive des badischen Landesverbands, darunter die Radsportler
Tobias Graf und Henrike Handrup von der Radsport Interessen Gemeinschaft
(RIG) Freiburg und Ellen Henry vom RVC Reute.

Behinderte und Spitzensport? Aus Sicht von Michael Eisele, seit 20 Jahren
Geschäftsführer des Badischen Behinderten-und
Rehabilitationssportverbands (BBS), hat es hier auch in der öffentlichen
Wahrnehmung einen „Quantensprung“ gegeben. Eisele erinnert sich, dass
BBS-Sportreferent Holger Kimmig während Paralympics vor 20 Jahren für
das TV- „Gesundheitsmagazin Praxis“ interviewt wurde. „Jetzt“, so
Eisele, „wird über Sport, nicht über Behinderung geredet“. Es gehe wie
bei nicht behinderten Athleten um Spitzenleistungen.

Entsprechend haben sich auch Zielsetzungen und Rahmenbedingungen angeglichen. Auch,
was das Thema Doping betrifft. Da gibt es unangemeldete Kontrollen nicht
nur bei Olympischen Spielen, sondern zum Beispiel auch bei Deutschen
Meisterschaften. Eisele: „Überall, wo es um Spitzenleistungen, Ruhm und
Ehre geht, wollen Top-Athleten unter den Siegern sein.“ Um für die
„Krönung“ einer Karriere, nämlich die Olympischen Spiele, nominiert zu
werden, bedarf es denn auch eines harten Trainings. Wer erfolgreich ist,
wird von der Sporthilfe gefördert, kommt dann – wie derzeit zehn
Athleten des Badischen Verbands – vielleicht in ein
Paralympics-Förderteam.

Gagen wie andere Spitzensportler kennen Behinderte jedoch nicht. Eisele: „Es gibt bei uns keinen, der davon leben könnte.“ Für Radsportler wie Tobias Graf könnten sich eventuell
Sponsoren finden. Grundsätzlich müssten sich aber Behinderten-Sportler,
was zum Beispiel die Trainingszeiten betrifft, „mit dem Arbeitgeber arrangieren“.

Autor: Norbert Rößler

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