Das Nationalgetränk der Schotten bietet Aromen von Torf, Rauch und Meer
Single Malt Whisky – eine Geschmacksexplosion

Die Temperatur muss beim Brennen eines echten Whisky natürlich stimmen.
  • Die Temperatur muss beim Brennen eines echten Whisky natürlich stimmen.
  • Foto: Dr. Stephan Barth/pixelio.de
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Whisky ist nicht gleich Whisky – gemein haben die unterschiedlichen Sorten lediglich, dass es sich bei ihnen um einen durch Destillation aus Getreidemaische gewonnene und mindestens drei
Jahre in einem Holzfass gereifte Spirituose handelt. Während in
Schottland das „Lebenswasser“, so die deutsche Übersetzung des gälischen
Wortes „uisge beatha“, aus Gerstenmalz gemacht wird, setzen Brennereien
in Nordamerika auf Roggen (rye) und Weizen (wheat). Es werden aber auch
Mais (corn) oder Hafer verwendet.

Das Verfahren: Das Getreide wird gemälzt, in dem es zum Keimen gebracht und anschließend gedarrt wird. Das Malz wird geschrotet und mit Wasser vermischt. Mit Hefe wird
die Gärung in Gang gesetzt. Danach wird in einer der typischen
Brennblasen (stills) der Whisky gebrannt. Der zweite Brand lagert im
Holzfass. Beliebt sind ehemalige Sherry-Fässer aus Spanien, aber auch
Portwein- oder ehemalige Bourbon-Fässer werden eingesetzt.

Berühmt und beliebt ist der schottische Whisky: Es gibt über 100 aktive
Destillerien. Schottischer Whisky wird in die Regionen unterteilt, aus
denen er stammt: die Highlands, Speyside, Lowlands, Islay, Inseln und Campbeltown.

Die größte Region sind die Highlands, die nördlich einer Trennlinie zwischen Stonehaven und Dumbarton liegen. Sie werden in vier weitere Untergebiete aufgeteilt: Die Central Highlands produzieren die „Perthshire-Whiskys. Sie werden im Tal des Tays und seiner
Nebenflüssen hergestellt. Bekannte Vertreter dieser Region sind die
Brennereien Blair Athol und Edradour. Der Geschmack der Erzeugnisse ist
vielschichtig und kann schwer auf einen Nenner gebracht werden.

Die bekannteste Marke der Northern Highlands ist Glenmorangie. Die Malts
dieser Region sind kräftig, sie weisen komplexe Aromen auf und glänzen
mit einem leicht herben Abgang.

In den Western Highlands existieren lediglich zwei Brennereien: Oban und Ben Nevis. Der Malt
schmeckt leicht salzig und stark nach Torf und Heidekraut. Die Malts der
Eastern Highlands ähneln denen der Region Speyside. Sie sind mild,
besitzen eine leicht rauchige Note und einen süßlichen Abgang. Bekannte
Brennereien sind Ardmore, Glen Garioch oder Knockdo. Auch Glendronach,
weiter im Süden gelegen, zählt zu den östlichen Highlands.

Der Fluss Spey gibt den Speyside-Whiskys ihren Namen. Hier liegt das Herz
der schottischen Produktion, hier wurden nach der Geschichte die ersten
Sorten gebrannt. Liebhaber des Getränks schließen genießerisch die
Augen, wenn sie die Namen der bekannten Marken hören: The Glenlivet, The
Macallan, Glenfiddich, Glenrothes und Glenfarclas. Die Whiskys der
Speyside sind süßlich, mit  einem leicht torfigen Charakter. Sie gelten
als elegant und besitzen einen wundervollen Duft.

Die schottischen Lowlands geraten ob der Bekanntheit der Highlands gerne in
Vergessenheit. Das gilt auch in Sachen Whisky, denn von hier stammen
milde Sorten, die leichter schmecken als schwerblütigen Brüder aus dem
Norden. Glenkinchie und Auchentoshan sind die beiden berühmtesten
Lowland-Whiskys.

Auf der Insel Islay werden kräftige, wilde nach Torf und Rauch schmeckende Malts hergestellt. Islay liegt westlich der Insel Jura und nördlich der irischen Küste. Die Namen der bedeutenden
Brennereien: Ardbeg, Bowmore, Bruichladdich, Bunnahabhain, Caol Ila,
Lagavulin und Laphroaig. Vor allem die beiden letzten haben einen treuen
Freundeskreis, da sie besonders kräftig schmecken.

Die Inseln Orkney, Skye, Mull, Jura, Arran und Lewis bilden die Region Inseln. Alle
hier gebrannten Whiskys zeichnen sich durch einen leicht salzigen
Geschmack aus, ansonsten sind sie so unterschiedlich wie die Inseln
selbst. Von der Insel Skye stammt der berühmte Talisker Single Malt.

Die Kleinstadt Campbeltown liegt auf der Halbinsel Kintyre und war einst
das Zentrum der Whiskyproduktion. Geblieben sind nur noch drei
Brennereien: Glen Scotia, Springbank und Glengyle. Ihr Geschmack ist
sehr unterschiedlich und reicht von stark torfig bis zu leicht salzig und rauchig.

Autor: Christina Großheim

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