Stadt Kehl erweitert bestehende Kooperation
Gegen häusliche Gewalt

Die Fachberaterin Gertrud Rose (2. v. r.) bietet in der Villa RiWa künftig feste Beratungen für Frauen an, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Von rechts: Der Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Kultur, Dr. Marcus Kröckel, die Geschäftsführerin des Vereins Frauen helfen Frauen Ortenau, Petra Fränzen und Edeltraut Böhler, die Leiterin des Frauen- und Familienzentrums, freuen sich über die engere Zusammenarbeit.
  • Die Fachberaterin Gertrud Rose (2. v. r.) bietet in der Villa RiWa künftig feste Beratungen für Frauen an, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Von rechts: Der Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Kultur, Dr. Marcus Kröckel, die Geschäftsführerin des Vereins Frauen helfen Frauen Ortenau, Petra Fränzen und Edeltraut Böhler, die Leiterin des Frauen- und Familienzentrums, freuen sich über die engere Zusammenarbeit.
  • Foto: Stadt Kehl
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl (st). In der Villa RiWa gibt es seit Dienstag eine weitere, feste Ansprechperson für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind: Die Fachberaterin Gertrud Rose wird im Zuge einer Kooperation zwischen der Stadt und dem Verein Frauen helfen Frauen Ortenau (FhF) einen Teil ihrer Beratungen direkt vor Ort anbieten.

Ortenauweit höchste Nachfrage

„Uns ist es wichtig, dass wir trotz der knappen Haushaltslage allen Kehlern in Notsituationen zur Seite stehen können“, erklärt Dr. Marcus Kröckel, Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Kultur. „Mit der Zusammenarbeit können wir neue Fördergelder erschließen und das Angebot zielgerichtet erweitern.“ Und das ist notwendig: Die Rheinstadt verzeichnet ortenauweit mit die höchste Nachfrage zum Thema häusliche Gewalt und Zwangsheirat. In den Räumen des Frauen und Familienzentrums (FFZ) in der Villa RiWa, Richard-Wagner-Straße 3, sollen künftig aber nicht nur Opfer von häuslicher Gewalt, sondern alle Menschen mit schweren familiären Konflikten Hilfe finden; Beratungen auf neutralem Boden sind ebenfalls möglich.

„In Kehl gibt es ein starkes Netzwerk aus Vereinen und Behörden, das im Notfall schnell eingreifen kann“, weiß Gertrud Rose. Sowohl das Jugendamt, als auch die Polizei seien in ständigem Austausch mit den sozialen Fachkräften. Neben den frei wählbaren Terminen ist die Fachberaterin ab sofort jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr in den Räumen des FFZ anzutreffen. Wenn das offene Frauencafé wieder anläuft, kann in diesem Zeitraum zudem eine kostenlose Kinderbetreuung in Anspruch genommen werden.

Ein wichtiges Angebot, denn: „Gerade in Zeiten von Corona und einem engeren Zusammenleben dürfen wir die Betroffenen nicht alleine lassen“, sagt Gertrud Rose. Kann oder möchte eine Frau nicht in die Villa RiWa kommen, ist es ebenfalls möglich einen Termin in einem Café, Park oder in einer Kita zu vereinbaren. Direkt im Haus des jeweiligen Opfers werden keine Treffen angeboten, um einer Eskalation der Situation vorzubeugen.

Hilfesuchende erreichen Gertrud Rose telefonisch sowie per WhatsApp unter 0176 32005226 oder per Mail an info@fhf-ortenau.de. Des Weiteren ist die FhF-Verwaltung durchgehend bis 22 Uhr besetzt und kann unter der Nummer 0781 34311 ebenfalls zur Kontaktaufnahme genutzt werden.

Stationen einer erfolgreichen Zusammenarbeit

Die erweiterte Kooperation zwischen dem Frauen- und Familienzentrum und dem Verein Frauen helfen Frauen Ortenau kann dabei eine lange und fruchtbare Vorgeschichte vorweisen: Seit 2009 ist Gertrud Rose mit den lokalen Institutionen in Kontakt und bietet in der Villa RiWa immer wieder Beratungen an, zum Beispiel während des offenen Frauencafés oder im Rahmen der dortigen Sportangebote. Zu diesem Zeitpunkt setzt sich das FFZ bereits seit Jahren gegen Gewalt an Frauen ein. Durch diese Bemühungen entsteht das Netzwerk Häusliche Gewalt und Zwangsheirat, welches Betroffenen in der Region seine Hilfe anbietet.

„Auf diesem Weg konnten wir eine gute Vernetzungsarbeit leisten und immer mehr Partner ins Boot holen“, sagt Edeltraut Böhler, Leiterin des FFZ. Im Projekt „Häusliche Gewalt, Platzverweis und Stalking“ bündeln die Institutionen der Stadt und der Verein Frauen helfen Frauen Ortenau im Juli 2009 zum ersten Mal ihre Kompetenzen. „An diese langjährige Kooperation wollen wir anknüpfen und Kehl als wichtigen Standort in der Ortenau weiter stärken“, erläutert Petra Fränzen, Geschäftsführerin des Vereins. Die nun angebotene feste Fachberatung zum Thema häusliche Gewalt in der Villa RiWa wird im Rahmen eines Förderprojektes des Landes Baden-Württembergs finanziell unterstützt und ist vorerst auf ein Jahr beschränkt. Wichtig sei bei dem Angebot vor allem, dass Hilfe niederschwellig, ohne viel Bürokratie, direkt vor Ort angeboten werde, fügt Dr. Marcus Kröckel an. Dieser Ansatz werde in Kehl schon seit Jahren verfolgt.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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