Grenzüberschreitendes Treffen der Grünen
Mehr Dynamik über den Rhein

Von links: Alain Jund, Nicole Stirnberg, Norbert Hense, Pierre Ozenne, Julia Dumay, Wolfgang Maelger, Helga Schmidt, Andreas Fröhlich, Muriel Temme, Jean Werlen und Francoise Schaetzel
  • Von links: Alain Jund, Nicole Stirnberg, Norbert Hense, Pierre Ozenne, Julia Dumay, Wolfgang Maelger, Helga Schmidt, Andreas Fröhlich, Muriel Temme, Jean Werlen und Francoise Schaetzel
  • Foto: Grüne Ortenau
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl (st). Es sollte ein größeres Treffen werden, doch die jüngsten Corona-Entwicklungen verhinderten dies: Dieser Tage trafen die Kehler Grünen sich mit Vertretern von Strasbourg Ecologiste et Citoyenne, der Gruppe von Oberbürgermeisterin Jeanne Barseghian im Straßburger Gemeinderat, in der Kehler Stadthalle. Nach dem überraschend deutlichen Sieg der Liste Barseghians bei den französischen Kommunalwahlen Ende Juni war auf beiden Seiten der Wunsch groß, Möglichkeiten für einen informellen Austausch zusätzlich zu den offiziellen Gremien auszuloten. „Viele Projekte machen nur wirklich Sinn mit einer grenzüberschreitenden Perspektive“, so Julia Dumay, die stellvertretende Bürgermeisterin für grenzüberschreitende Angelegenheiten in Straßburg.

Erstes von drei geplanten Treffen

Ursprünglich war eine Veranstaltung mit 30 Teilnehmenden geplant gewesen. Nach der Ausweisung der Region Grand Est als Risikogebiet und der Ankündigung der höchsten Corona-Warnstufe in Baden-Württemberg wurde jedoch kurzfristig umgeplant: Das Treffen war nun das erste von drei kleineren Treffen zu den Oberthemen, die Straßburgs OB Jeanne Barseghian bei ihrem Besuch im Kehler Gemeinderat am 30. September genannt hatte: die ökologische, soziale und demokratische Herausforderung.

Wolfgang Maelger, langjähriger Kehler Stadtrat und Fraktionsvorsitzender, wies auf die besondere Position der Kehler Grünen hin: „Wir sind die einzige Fraktion mit guten politischen Kontakten auf die andere Rheinseite – die sollten wir weiter ausbauen.“ Dem pflichtete Alain Jund, Vize-Präsident der Eurometropole Strasbourg mit Zuständigkeit unter anderem für Radwege und die Tram bei: „Wir kennen uns seit zwölf Jahren, aber sich nur einmal im Jahr bei der gemeinsamen Gemeinderats-Sitzung auszutauschen, reicht nicht. Während der Grenzschließungen im März ist allen bewusst geworden, dass wir diesseits und jenseits des Rheins in vielen Lebensbereichen stark voneinander abhängig sind, egal ob es um Arbeit, Familie, Freizeit oder Verkehr geht.“

Bei ihrem ersten Treffen befassten sich die Teilnehmenden zunächst mit dem weiten Themenfeld Ökologie. Die Kehler wünschten sich, dass die momentane Dynamik etwa bei Stadtbegrünung und Flächenentsiegelung von Strasbourg über den Rhein herüberschwappt. Im Bereich der Mobilität wurden der Radwegeausbau, die Straßburger Leihfahrräder von Velhop, die Tram und die Kehler Stadtbusse sowie das in der Eurometropole angedachte S-Bahn-ähnliche "réseau express métropolitain" angesprochen. Angerissen wurden auch die Umweltplakette Crit’Air und ein mögliches Dieselverbot im Raum Straßburg ab 2025. Als besonders wichtiges Gesprächsthema wurde die Entwicklung des neuen Viertels „Port du Rhin“ sowie des Zollhofareals beim Kehler Bahnhof identifiziert, die beide unmittelbar in Grenznähe liegen.

Das nächste Treffen zur sozialen Herausforderung soll im November dann in Strasbourg stattfinden, sofern die Corona-Lage dies zulässt. Weitere Folgetreffen zur Vertiefung einzelner Themen sind ebenfalls in Planung.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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