Zeitung zustellen
Austragen von Staz und Guller hält sie fit

Gudrun Maisch beim Verteilen des Stadtanzeigers.
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  • Gudrun Maisch beim Verteilen des Stadtanzeigers.
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Bohlsbach (set). Früh um 7.30 Uhr ist die Luft in Bohlsbach bereits sehr schwül. Gudrun Maisch macht das nichts aus. "Ich hatte schon jede Wetterlage: Regen, Schnee, Sturm, auch Blitzeis war mal dabei", sagt sie. Gudrun Maisch ist eine von insgesamt 954 Zustellern des Stadtanzeiger Verlags. Jeden Mittwochmorgen trägt sie den Stadtanzeiger aus. Am Sonntag ist dann Der Guller an der Reihe.

zwei Bezirke, 455 Zeitungen

"Mein Gebiet ist weitläufig und liegt nicht vor meiner Haustür", erklärt sie. Bohlsbach ist in vier Bezirke unterteilt. Der nördlichste Zipfel ist das Gebiet von Gudrun Maisch, was bedeutet: zwei Bezirke, 455 Zeitungen. Daher greift sie für jede Zustellung auf ihr Fahrrad als Fortbewegungsmittel zurück.

Das die gelernte Industriekauffrau mal Zeitung austrägt, war so nicht geplant. "Während ihrer Schulzeit haben meine Kinder diesen Job gemacht", erklärt Gudrun Maisch. Da habe sie ihren zwei Söhnen und der Tochter immer ein wenig geholfen.

Bewegung an der frischen Luft

2007 sei die Zeitungszustellung gänzlich in ihre Hände gewandert. Während sie spricht, legt sie einen Stapel Lesestoff in den Korb auf ihren Gepäckträger. Fünf große Stapel zieren ihren Frühstückstisch: "Pro Fahrt nehme ich einen Stapel, trage diesen aus und fahre anschließend zurück und hole den nächsten."

Kurz bevor sie losfährt, fängt es leicht an zu tröpfeln. Gudrun Maisch überlegt nicht lange, schwingt sich auf ihr Fahrrad. "Ich mag die Bewegung an der frischen Luft", schwärmt sie. "Ich war früher meist über die Wintermonate hinweg öfters erkältet, doch seit ich Zeitung austrage ist das nicht mehr der Fall", erklärt Gudrun Maisch.

fitter und gesünder

Sie fühle sich nun fitter und gesünder. "Außerdem mag ich die Abwechslung", erklärt sie. "Ich will nicht am Schreibtisch in einem Büro sitzen." Während der Tour rede ihr niemand hinein. Sie sei ihr eigener Chef. "Die Zustellung ist eine schöne und eben vor allem abwechslungsreiche Arbeit", betont sie.

Damit das auch weiterhin so bleibt, hat sich Gudrun Maisch einen kleinen Trick ausgedacht: "Ich fahre die Tour wie im Schlaf. Um mal ein wenig aus der Routine auszubrechen, fahre ich eine Straße mal nicht von der einen, sondern von der anderen Seite an." Das reiche schon.

Leser kennen sie

Mit diesen Worten steckt sie eine Zeitung in den Briefkasten eines Einfamilienhauses und schwingt sich anschließend wieder auf ihr Rad. Da kommt ihr eine Frau mit einem Kind entgegen. Ohne Umschweife geht die Dame auf sie zu: "Na, du bist ja wieder unterwegs", sagt sie.

Beide Frauen wechseln kurz ein paar Worte, und dann geht es auch schon weiter. Generell seien die Menschen sehr freundlich zu ihr. "Die Leute kennen mich", sagt sie. "Die wissen, wann ich austrage." Leser des Stadtanzeigers und Gullers seien darauf bedacht, die beiden Zeitungen möglichst früh zu bekommen.

Wichtigste Frau des Tages

Sie würden regelrecht auf sie warten: "Eine Frau auf der Tour schaut beispielsweise immer in die Kleinanzeigen", erzählt Gudrun Maisch. Ihre Pünktlichkeit werde ihr von den Lesern gedankt. Ein Mann auf der Tour würde immer sagen, "da kommt die wichtigste Frau des Tages, denn ich bringe ihm den Stadtanzeiger" sagt sie und lacht. Zu Weihnachten gebe es auch mal das ein oder andere kleine Präsent.
      
Nach der Tour fährt Gudrun Maisch wieder heim und macht sich erst mal ein Frühstück. "Da setze ich mir Kaffee auf und lese selbst den Staz", erklärt sie. Dann mache sie meist den Haushalt und koche für ihren Mann und einen der Söhne, der noch zuhause wohnt.

Zum Schluss sagt sie mit entschlossener Stimme: "Ich werde solange den Stadtanzeiger und Guller austragen, wie ich gesundheitlich dazu in der Lage bin und meine Beine mich tragen."

Austräger gesucht
Auch in den Ferien ist der Stadtanzeiger Verlag auf der Suche nach freundlichen Zustellern. Gerade in dieser Zeit ist eine Ferienvertretung eine gute Gelegenheit, um den Job des Austrägers kennenzulernen. Wem der Job Spaß macht, dem sei gesagt: Nach den Ferien muss nicht Schluss sein. Eine längerfristige Übernahme ist natürlich möglich. Interessierte können sich gern unter der Telefonnummer 0781/9340181 melden. Auch eine WhatsApp-Nachricht an folgende Telefonnummer ist möglich: 0151/42652288. Ebenso kann eine Bewerbung an die E-Mail-Adresse vertrieb@staz-online.de geschickt werden.

Autor:

Sebastian Thomas aus Achern

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