Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer
Hilfe zur Bewältigung des Alltags

Gemeinsam mit ihren Schützlingen besuchte die Flüchtlingshilfe Rebland den Karlsruher Zoo.
  • Gemeinsam mit ihren Schützlingen besuchte die Flüchtlingshilfe Rebland den Karlsruher Zoo.
  • Foto: Flüchtlingshilfe Rebland
  • hochgeladen von Christina Großheim

Ortenau (gro). Drei Jahre ist es her, als Flüchtende in großer Zahl nach Deutschland kamen und hier um Asyl baten. In vielen Kommunen in der Ortenau bildeten sich Helferkreise, um den Menschen Unterstützung in allen Fragen des Alltags anzubieten. "Im Herbst 2015 gab es noch keine Integrationsmanager und -beauftragte, die ganze Organisation war chaotisch", denkt Hans-Wolfgang Brassel vom Helferkreis "Willstätt integriert" zurück. "Wir kümmerten uns um alle Belange, die nötig waren, um den angekommenen Familien einen Ort des Vertrauens und des Wohlfühlens zu bieten." Das begann bei Sprachkursen und endete damit, ein offenes Ohr für private Probleme zu haben.

Ganz ähnlich sah es ebenfalls bei den Helferkreisen in Lahr, Offenburg und Renchen aus. "Von Anfang an waren Deutschkurse eine der Hauptaufgaben, die wir uns gegeben haben", sagt Silvia Boniface-Anyanwu vom Freundeskreis Flüchtlinge Lahr. In Renchen stand die Suche nach einer angemessenen Unterbringung der Familien in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung im Vordergrund, weiß Alfred Baum, Flüchlingshelferkreis Renchen. "Wir haben uns um all das gekümmert, was nicht oder noch nicht in ausreichendem Umfang vorhanden war", erzählt Heribert Schramm, Flüchtlingshilfe Rebland, aus Offenburg.

Die Anforderungen an die Helferkreise haben sich seitdem verändert, aber arbeitslos, so der Tenor, sind sie nach wie vor nicht. "Wir betreuen weiterhin rund 200 Flüchtlinge in Offenburg und zum Teil in den Randgemeinden", verrät Heribert Schramm. "Mittlerweile werden viele Aufgaben von professionellen Stukturen der Stadt Offenburg, dem Landkreis und den Wohlfahrtsverbänden wahrgenommen. So hat das Offenburger IDS sein Sprachkursangebot kontinuierlich ausgebaut und die Stadt hat zwei engagierte Integrationsmanagerinnen. Aber es gibt weiterhin Lücken, die wir versuchen zu schließen. Etwa bei der Begleitung von Flüchtlingen, die eine Berufsausbildung machen." In Lahr würden nach wie vor Sprachkurse gegeben, allerdings richte sich das Angebot an diejenigen, die keinen Ansprüche an die von der öffentlichen Hand geförderten Angebote hätten.

"Weggefallen sind unsere Begrüßungsnachmittage und Stadtführungen mangels Bedarfs, es kommen kaum mehr neue Geflüchtete nach Lahr", so Silvia Boniface-Anyanwu. Nach wie vor bedürfe es aber der individuellen Betreuung Einzelner und von Familien. "Wir beraten beim Umgang mit Behörden und Firmen, erklären Schriftstücke, vereinbaren Termine und begleiten zu diesen." Diese Hilfe steht auch in Renchen heute im Fokus: "Inzwischen ist die Betreuung der Familien und Einzelpersonen bei den Herausforderungen des Alltags hier in Deutschland, die sich in vielen Bereichen doch sehr von denen der Herkunftsländer unterscheiden, gefragt", so Alfred Baum. Auch in Willstätt spüren die ehrenamtlichen Helfer die Entlastung durch die Integrationsmanager. "Wir Helfer werden gern bei aufkommenden Problemen hinzugezogen. Hier hilft das Vertrauensverhältnis", so Hans-Wolfgang Brassel. Dabei legen alle Flüchtlingshilfen Wert darauf, dass die Hilfe von den Menschen erwünscht ist.

Nach wie vor seien alle Mitstreiter motiviert, betonen alle, auch wenn die Zahl der Aktiven schwanke. So waren in Renchen zu Beginn rund 32 Helfer aktiv, heute engagiert sich laut Alfred Baum noch die Hälfte von ihnen. In Willstätt sind nach wie vor zehn Ehrenamtliche aktiv, in Offenburg gibt es rund 80 Helfer. "In den Hochzeiten waren es rund 100", erklärt Heribert Schramm. Einig sind sich alle Aktiven ebenso, dass die Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort sehr gut sei.

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