Vortrag am RIZ der Hochschule Offenburg
Nicht nur eine Richtung denken

Großes Interesse an einem Vortrag zum bidirektionalen Laden im RIZ der Hochschule Offenburg | Foto: Hochschule Offenburg
  • Großes Interesse an einem Vortrag zum bidirektionalen Laden im RIZ der Hochschule Offenburg
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Offenburg (st) Rund 100 Bürger informierten sich am Mittwoch, 20. Mai, im RIZ Energie der Hochschule Offenburg über bidirektionales Laden.
Mit ihrem Infoangebot zum Thema „Bidirektionales Laden von Elektroautos: Ein Game Changer für die Energiewende“ hatten die Wissenschaftler vom Institut für nachhaltige Energiesysteme (INES) der Hochschule Offenburg einen Nerv getroffen, heißt es in einer Pressemitteilung. Selbst die noch eiligst herbeigeschafften zusätzlichen Stühle reichten am Ende nicht für alle aus. Und so verfolgten zahlreiche Interessierte die verschiedenen Vorträge zu den Ladearten, dem Ladeverhalten, dem Nutzen von bidirektionalem Laden, den technischen und gesetzlichen Voraussetzungen sowie zu den Auswirkungen auf die Batterie teilweise stehend von der Galerie und den Laborbereichen im RIZ Energie aus.

Energiespeicher

Drei Jahre lang hatten Mitarbeitende und Studierende des INES im Projekt iFEMA (Integrale Forschung Energie für Elektromobilität), das genau wie der Infoabend von der Carl Zeiss Stiftung gefördert wurde, das bidirektionale Laden untersucht. Ihre Ergebnisse präsentierten sie nun gemeinsam mit Vertretern aus der Praxis. Projektleiter Prof. Dr. Wolfgang Bessler erläuterte den Anwesenden zunächst, das in E-Autos verbauten Batterien bereits jetzt eine Speicherkapazität von 133 Gigawattstunden haben – weit mehr als jedes andere Speichersystem. Michael Quarti ging anschließend auf die verschiedenen Ladearten und das aktuelle Ladeverhalten von E-Auto-Nutzenden ein. Erik Füssgen, Geschäftsführer der Stadtwerke Oberkirch GmbH, erklärte, welche Vorteile bidirektionales Laden für die Netzstabilität, aber auch den eigenen Geldbeutel haben kann.
Trotz einiger Herausforderungen beispielsweise durch das Steuerrecht brauche es einfach Mut zum Machen, zeigte sich Füssgen überzeugt. Anschließend erläuterte Jens Lottermoser die technischen Voraussetzungen für bidirektionales Laden. So müssen bei einer Einbindung ins Heimsystem zur Optimierung des eigenen Stromverbrauchs „nur“ Fahrzeug, Wallbox und Steuerungsmodell zusammenpassen, bei einer Einbindung ins Stromnetz spielen auch der Stromtarif und vieles mehr eine Rolle. Sven Bohnert, Geschäftsbereichsleiter bei Elektro Birk in Oberkirch, stellte die aktuell verfügbaren technischen Systeme für bidirektionales Laden vor. Und last-but-least erklärte David Schmider den Zuhörenden, dass bidirektionales Laden unter bestimmten Voraussetzungen sogar Vorteile für die von vielen E-Auto-Fahrenden gefürchtete Batteriealterung haben kann.
Nachdem INES-Leiter Prof. Dr. Michael Schmidt alle Informationen noch einmal zusammengefasst hatte, beantworteten die Experten noch zahlreichen Fragen aus dem Publikum zu Batterie-Recycling, neuartigen Batteriearten, Schnellladefähigkeiten und vielem mehr. Im Anschluss blieb bei einem Laborrundgang sowie Snacks und kalten Getränken genug Zeit, sich weiter mit den Fachleuten auszutauschen oder die eigene Fahrweise auf einem E-Auto-Fahrsimulator zu testen.

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