Auflagen verändern den Charakter
Oberrhein Messe wird auf 2021 verschoben

Dieses Jahr wird es keine Oberrhein Messe in Offenburg geben. Sie wurde am Donnerstag abgesagt.
  • Dieses Jahr wird es keine Oberrhein Messe in Offenburg geben. Sie wurde am Donnerstag abgesagt.
  • Foto: Tauscher/Messe Offenburg
  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg (gro). Auch wenn das Land Baden-Württemberg mit einer neuen Corona-Verordnung am Dienstag, 23. Juni, den Weg für größere Messen ab dem 1. September frei gemacht hat, verschiebt die Messe Offenburg die Oberrhein Messe 2020 auf das folgende Jahr. „Wir sind dankbar für die Verkündung des Verordnungsentwurfs. Auf Basis der Bekanntmachung haben wir das weitere Vorgehen für unseren Messeplatz erneut evaluiert. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir die Oberrhein Messe mit ihrem Charakter leider in 2020 nicht durchführen können“, erläutert Aufsichtsratsvorsitzender und Oberbürgermeister Marco Steffens.

"Die Oberrhein Messe hätte deutlich verkleinert werden müssen", macht Sandra Kircher, Geschäftsführerin der Messe Offenburg, auf Anfrage der Guller-Redaktion deutlich. "Wir waren zu Kompromissen bereit, aber am Ende hätten die Besucher die Messe nicht mehr wiedererkannt." Um den Erwartungen der Zielgruppe gerecht zu werden und den Ausstellern Planungssicherheit zu geben, habe man sich entschlossen, jetzt diese Entscheidung zu treffen. Die nächste Oberrhein Messe wird vom 25. September bis 3. Oktober 2021 stattfinden.

Messen bislang ausgefallen

Es ist nicht die erste Veranstaltung, die aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht stattfinden konnte: Zwei weitere Zugpferde der Messe wurden Opfer der geltenden Coronarichtlinien – die Berufsinfomesse im Mai sowie die Eurocheval im Sommer. "Am Anfang der Pandemie war gar nichts los auf dem Gelände", blickt Sandra Kircher zurück. "Wir waren nur mit der Rückabwicklung der abgesagten oder verschobenen Veranstaltungen beschäftigt." Mittlerweile gebe es wieder Nachfragen von Kunden, Unternehmen würden wegen der Abstandsregeln Räume für interne Veranstaltungen suchen. "Wir merken, dass Anfragen kommen und der Markt langsam wieder in Bewegung ist", so Kircher.

Wie es ab dem Herbst weitergeht, kann die Messechefin nicht sagen: "Wir sind nicht immer der Veranstalter, sondern arbeiten mit Partnern zusammen. Die prüfen gerade, was unter den geltenden Vorgaben möglich ist." Dabei machen die unterschiedlichen Bestimmungen in den Bundesländern den deutschlandweit agierenden Veranstaltern und Ausstellern Probleme. "Wir haben Verständnis für die dezentrale Regelungen, aber für unsere Kunden bedeutet das, dass sie sich mit unterschiedlichen Vorgaben auseinandersetzen müssen. Eine bundeseinheitliche Regelung wäre in diesem Fall besser", stellt Kircher fest. "Aufgrund der unterschiedlichen Angebote, die es bei uns gibt, kann auch nicht pauschal gesagt werden, welche Veranstaltung unter Auflagen stattfinden kann oder nicht. Die Größe einer Veranstaltung allein ist nicht ausschlaggebend." Laut der Messechefin ist entscheidend, ob die Zielgruppe bei Einhaltung der aktuell geltenden Auflagen noch erreicht werden kann. "Nur das ist relevant, wir müssen aus diesem Blickwinkel denken", so Kircher.

Fernsehproduktionen und Tagungen

Ganz leer sind die Offenburger Messehallen nicht: "Wir haben im Augenblick noch Fernsehproduktionen ohne Publikum", berichtet Kircher. Auch Tagungen oder Sitzungen finden auf dem Gelände statt. Dennoch hat die Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen ein großes Loch in die Kasse der Messe Offenburg gerissen. "Im Augenblick rechnen wir mit Ausfällen in Höhe von 2,1 bis 2,2 Millionen Euro. In dieser Summe ist die Absage der Oberrhein Messe Ende September bereits erhalten", nennt Sandra Kircher Zahlen.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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