Farbschmierereien an Häusern
Städte lassen Graffiti-Opfer nicht im Stich

Schmierereien wie hier sind für Eigentümer ein Ärgernis.
  • Schmierereien wie hier sind für Eigentümer ein Ärgernis.
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Ortenau (gro). Schon seit einem Jahr läuft in Offenburg das Projekt "Bleib sauber – Graffiti in Offenburg". Dabei können Hausbesitzer, deren Gebäude durch illegale Graffiti verunstaltet sind, einen Zuschuss für deren Entfernung beantragen. Die Idee dahinter: Je schneller eine solche Schmiererei von den Hauswänden verschwindet, desto geringer ist die Chance für Sprayer "Fame", also Ruhm, bei ihren Freunden dafür zu ernten. Die Graffiti sollen innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach der Entdeckung entfernt werden.

Projektstart war Anfang April 2019, seitdem sind 57 Anträge bei der Stadt eingegangen. Die Kosten sind unterschiedlich hoch: Die Spanne liegt zwischen 153 und 4.731 Euro, die ausgezahlten Zuschüsse zwischen 122 und 1.854 Euro. Die Stadt übernehme dabei 50 Prozent der Gesamtkosten, die bei der Entfernung entstehen. Im Januar wurde das Projekt um ein weiteres Jahr verlängert, im Fonds befinden sich erst einmal 25.000 Euro.

Offenburg ist nicht die einzige Stadt in der Ortenau, die mit solch unerwünschter Kunst zu kämpfen hat. "Illegale Graffitis – also Kunstwerke – stellen kein Problem in Achern dar, wohl aber Schmierereien im Bereich von Verkehrsschildern, Hinweistafeln und sonstigen Flächen, die unverkennbar jeglichen künstlerischen Anspruch vermissen lassen und insoweit ausschließlich einen destruktiven Charakter aufweisen", stellt die Stadt Achern fest. Bis dato ist das Aufkommen zumeist auf kleinere Bereiche beschränkt, betroffen sind öffentliche Gebäude wie ein Trinkwasserhochbehälter. "Der Verwaltung sind bis dato auch keine üblichen Stellen oder einzelne Teilbereiche im Stadtgebiet bekannt, die als Schwerpunkt von Farbsprühattacken einzuordnen wären", so die Stadt. Deshalb gibt es aktuell keine Überlegungen für ein kommunales Zuschussprogramm für die Beseitigung von Schmierereien an privaten Gebäuden – selbst wenn die Beseitigung mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist.

Mit Schutzanstrich behandelt

Das Problem mit illegalen Graffitis gibt es in Haslach nur wenig bis gelegentlich, so die Stadt auf Anfrage. Dies gilt sowohl für Privateigentum als auch für die öffentlichen Gebäude. "Auf jedes Graffiti erfolgt grundsätzlich eine Anzeige bei der Polizei", sagt die Stadt Haslach. Die Bahnunterführung ist einer der wenigen betroffenen Orte: "Hier sind die Wände mit Graffiti-Schutzanstrichen behandelt, die Stellen können schnell gereinigt werden."

Auch in der Stadt Rheinau beschränken sich solch illegale Graffitis auf wenige – überwiegend öffentliche – Objekte, teilt Ordnungsamtsleiter Armin Schäfer mit. "Seit 2019 gibt es beim kommunalen Jugendtreff in Freistett die Möglichkeit, auf einer eigens aufgestellte Wand legal Graffitis zu sprayen. Wir führen den Rückgang von illegalen Graffitis auf diesen Umstand zurück." Betroffen sind das Schulzentrum Freistett und die Werkrealschule Rheinbischofsheim.

Ab 2021 Zuschuss auch in Lahr

Vereinzelte Beschwerden wegen solcher Farbschmierereien gehen laut Pressestelle auch bei der Stadt Lahr ein. Deshalb hat sich die Stadt entschlossen, die betroffenen privaten Eigentümern zu unterstützen. "Derzeit wird eine Vorlage vorbereitet, die einen städtischen Zuschuss bei der Beseitigung an privaten Gebäuden vorsieht", so die Stadt Lahr. "Die Vorlage soll im Verlauf des Jahres 2020 eingebracht werden, die Umsetzung ist ab dem Jahr 2021 vorgesehen." Doch nicht nur Privateigentümer ärgern sich über die ungewollten "Verzierungen". Es kommt hin und wieder vor, dass öffentliche Gebäude mit Graffitis beschmiert werden, insbesondere im Bereich der Rathäuser. Auch das Krähennest im Seepark ist bereits betroffen gewesen, die Farbe musste aus den Holzstützen kostenaufwändig entfernt werden. Weitere typische Stellen sind Brückenpfeiler im Außenbereich der Stadt.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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