"Der Rotwein 2018 wird eine Granate"
Weinlese rund um Offenburg läuft auf Hochtouren

Bei der Weinlese wird jede Hand gebraucht

Offenburg (tf). In den Weinbergen rund um Offenburg herrscht reges Treiben. Statt flanierenden Spaziergängern rattern kleinere und größere Traktoren hin und her, überall stehen leere Bottiche, Kisten und Eimer, die darauf warten, gefüllt zu werden. Denn in den Rebhängen wird der Jahrgang 2018 gelesen.

"Die Winzer dürfen sich nach dem Jahrgang 2017 über einen quantitativen und vor allem qualitativ sehr guten Jahrgang freuen," teilt Stefan Huschle vom Weingut Freiherr von und zu Franckenstein mit. Aktuell stehen die Burgundersorten an, danach folgt überwiegend die Lese der Rieslingtrauben und später die edelsüßen Bukettsorten. "Da wir sehr differenziert lesen, wird jeder Weinberg beim optimalen Reifezustand geerntet", so Huschle.

Seit jeher ist die Weinlese anstrengende und kräftezehrende Handarbeit in den teilweise sehr steilen Hanglagen. Doch heute kommen auch Vollernter zum Einsatz, wie Georg Lehmann, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Rammersweier e.G., erläutert: "Die weiterhin sommerlichen Temperaturen machen eine frühe Lese notwendig. Die Lese mit dem Vollernter beginnt bei uns morgens um 4 Uhr. Ab 7 Uhr wird dann von Hand gelesen." Trotz des trockenen Sommers sind nur wenig Einbußen hinzunehmen.

"Die unzähligen Wasserfahrten und das extrem große Engagement unserer Winzer, den Trauben Wasser zu bringen, zahlt sich jetzt aus," hebt Stephan Danner, Geschäftsführender Vorstand der Winzergenossenschaft Durbach, lobend hervor." Leider sind in trockengestressten Anlagen in Steillagen, wo die Wasserversorgung nicht gewährleistet war, auch Ernteeinbußen und minderwertiges Lesegut zu beklagen." Georg Lehmann, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Rammersweier e.G. erklärt: "Die Säuregehalte sind relativ niedrig und müssen im Most durch Weinsäurezusatz zur mikrobiellen Stabilität während der Gärung aufgebessert werden."

Die Qualität der Trauben ist allerdings außergewöhnlich gut, wie Stefan Huschle sagt: "Wenn man die Trauben probiert, findet man eine Fülle an Aromen, die sich im Gaumen zeigen." Und Stephan Danner fügt hinzu:"Allein der Traubensaft ist bereits tiefrot, fast sogar schwarz. Der Duft ist betörend und vielschichtig. Man kann jetzt schon erahnen, was für ein exzellenter Wein das wird." Die Prognose der Weinqualität ist überwiegend positiv. "Es ist immer schwierig zu sagen, wie die Weine ganz genau werden, aber die ersten Moste neigen sich dem Ende der Gärung zu und die Jungweine zeigen eine sehr schöne Fruchtigkeit", erklärt Huschle. Stephan Danner erwartet hervorragende Weißweine mit viel Kraft und Opulenz und Georg Lehmann sogar ausdrucksstarke, komplexe Weine über alle Sorten hinweg.

"Die Gewinner des Jahrgangs werden allerdings die Rotweine sein", ist sich Lehmann sicher. Stefan Huschle konkretisiert: "Die Spätburgunder Rotweine überzeugen mit sehr viel Frucht und Vielschichtigkeit, reifer Tanninstruktur und einer intensiven Farbe." Und Danner pflichtet bei: "Der Rotwein 2018 wird eine echte Granate werden. Die Trauben und die Moste sind ein Traum." Einig sind sich die Winzer darin, dass es im Jahrgang 2018 trotz vielen Unkenrufen nur Gewinner gibt. "Zu guter Letzt darf sich der Weingenießer auf einen 2018er-Jahrgang freuen, der alle Voraussetzungen mitbringt, viel Freude beim Genießen zu bereiten. Und das ist das Wichtigste – das Kulturgut Wein zu genießen," stellt Huschle fest.

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