Angedacht: Ruth Scholz
Danke sagen jetzt für Ernte und Lese

Ruth Scholz

Beim Wandern trafen meine Freundin und ich eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Meine Freundin hatte eine Tüte Gummibärchen dabei und bot den beiden Kindern davon an. Daraufhin sagte die Mutter zu ihren Kindern: „Und wie heißt das?“ Sagte eines der Kinder: „Kann ich noch eins haben?“ Typisch, oder? So sind Kinder! Aber mal ehrlich: Sind nur Kinder so? Kindermund tut Wahrheit kund – sagt man oft.

Jetzt beginnt wieder der Herbst und mit ihm die Ernte und die Weinlese. Sind wir da wirklich dankbar dafür, dass wir so viel Obst, Gemüse und natürlich auch Trauben haben? Oder unterhalten wir uns lieber über gestiegene Preise, mangelnde Menge oder Qualität. Natürlich: Eine Dürre wie im vergangenen Jahr oder ein Schädling wie die Kirschessigfliege bedrohen tatsächlich soweit die Ernte, dass es sehr wohl der Rede wert ist! Gerade diejenigen, die von Obst-, Gemüse- oder Weinanbau leben, treiben solche Ereignisse zu Recht die Sorgenfalten auf die Stirn! Doch oft scheint es mir vor allem bei uns so genannten Endverbrauchern „Jammern auf hohem Niveau“ zu sein. Können wir noch wirklich dankbar sein für all das, was wir haben?

Und dann ist ja noch die Frage: Wem sollen wir denn dankbar sein? Den Bauern und Winzern für all ihre Mühen? Sicher! Aber sind sie die einzigen? Ich denke oft darüber nach, wenn ich das Wort „Erzeuger“ höre – Einkaufen direkt beim Erzeuger etwa – ob das denn so stimmt? Ohne die Arbeit dieser so genannten Erzeuger gäbe es natürlich kein Obst, Gemüse oder Wein. Aber erzeugen sie das alles wirklich? Gerade Dürre oder Schädlingsbefall machen klar, dass wir nicht alles in der Hand haben. Dass es hinter dem Erzeuger, bei dem ich einkaufen gehen kann, noch einen anderen Erzeuger gibt. Ihm, wie auch immer wir ihn uns vorstellen und wie wir ihn benennen, gelte es auch danke zu sagen jetzt im Herbst.

So gilt durchaus uns allen die Frage der Mutter von den beiden Kinder vom Anfang: „Und wie heißt das?“

Dr. Ruth Scholz, Dekanatsreferentin Offenburg-Kinzigtal

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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