Der Offenburger Künstler Martin Sander ist ein Autodidakt
Die veränderten Farben erzeugen Emotionalität

Martin Sander in seinem Atelier: Seine Motive findet der Künstler in der Region. "Ich mag keine gestellten Szenen", sagt er.
  • Martin Sander in seinem Atelier: Seine Motive findet der Künstler in der Region. "Ich mag keine gestellten Szenen", sagt er.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg (gro). Drei Stunden dauerte es, dann hatte Martin Sander jeden der insgesamt 1.000 Charity-Gutscheinkarten der City Partner signiert. "Das war anstrengend", sagt der Offenburger Künstler mit einem Schmunzeln. Doch lange bitten ließ er sich nicht, schließlich stammt aus seinem Atelier das Bild, das diese Gutscheine ziert. "Mir hat die Idee gefallen, dass ein Kunstwerk auf einem Kärtchen ist", so Sander. Dazu kam, dass die Aktion mit einem guten Zweck verbunden ist. Denn für jeden Charity-Geschenkgutschein zahlen die Käufer fünf Euro auf, die dem Verein Aufschrei Offenburg-Ortenau zugute kommen.

Mit 16 Jahren kam Martin Sander nach Offenburg. Der 1969 in Ludwigshafen geborene Künstler machte am Schiller-Gymnasium Abitur. "Dann folgten erst einmal zwei Jahre Zivildienst am Schulkindergarten Wunderkind in Albersbösch", erzählt Sander. Schon damals stand für ihn fest, dass er Künstler werden wollte. "Durch den Zivildienst hatte ich zwei Jahre Zeit, diesen Schritt vorzubereiten", erinnert er sich an die Anfänge.

Plakate waren der Start

"Ich habe immer gezeichnet, allerdings habe ich mit Grafik begonnen", so Sander. Er gestaltete Plakate und Flyer für Konzerte und Veranstaltungen. "Klar gab es damals schon Computer, aber die waren so rudimentär, die wurden für so etwas nicht genutzt." Martin Sander arbeitete mit dem klassischen Siebdruckverfahren in der Regel im Kulturbereich.

"Nach und nach wurden meine Arbeiten immer selbstständiger", zeichnet der Künstler seine Entwicklung auf. "Am Anfang hatte mich die Malerei gar nicht interessiert. Dann entwickelte ich eine grafische Malerei, die im Laufe der Jahre immer naturalistischer wurde. Heute mache ich gar keine Grafik mehr. In all meinen Ausstellungen wurde Malerei gezeigt."

Von der Grafik zur Malerei

Das Bemerkenswerte an seinem Lebensweg: Martin Sander ist ein Autodidakt. "Mir ging es immer nur ums Arbeiten", stellt er fest. Seine Techniken hat er sich selbst angeeignet. Dabei liegt der Schwerpunkt seiner Kunst ganz klar auf der Arbeit mit Ölfarbe auf Leinwand oder Holz. "Ölfarbe trocknet langsamer, sie gibt dir mehr Zeit, deine Ideen zu entwickeln", erklärt er. Zudem würden sich die Farben nicht so stark verändern wie etwa bei Acryl.

Bei den Formaten legt er sich keine Beschränkung auf: "Ich arbeite mit allen Größen, sie müssen nur in mein Atelier passen", stellt Martin Sander trocken fest. "Große Formate machen Spaß, aber die Arbeit ist im Prinzip die gleiche. Man geht beim Malen immer vor und zurück, um das Bild zu betrachten. Bei einem großen Format sind einfach nur die Pinsel größer und der Vorgang körperlich anstrengender."

Szenen aus dem Alltag

Seine Themen findet er im Alltag. "Ich sehe eine Szenerie und dokumentiere sie mit meinem Handy", erklärt er. "Ich mag keine gestellten Szenen. Durch die malerische Umsetzung verändern sich die Bilder. Es entsteht eine emotionale Qualität, in dem ich die Farben leicht verändere." Das ist bei seiner Serie über den Wald, aus der nicht nur das Motiv für den Charity-Gutschein stammt, sondern die ebenfalls im Augenblick im Aenne-Burda-Stift in Offenburg zu sehen ist, so, aber auch bei seinen Porträts. "Ich habe im Schnitt fünf Ausstellungen im Jahr in ganz Deutschland", schätzt der Künstler.

Als Vorsitzender des Kunstvereins Offenburg organisiert er aber ebenso Ausstellungen für andere. "Da halte ich meine eigene Kunst völlig raus", macht Martin Sander. Da die Szene aber überschaubar sei, würden sich dennoch immer wieder Synergieeffekte ergeben. Ein wenig ist er amüsiert darüber, dass er heute der Vorsitzende des renommierten Vereins in Offenburg ist. "Ich hatte früher mein Atelier dort, wo heute die Ausstellungsräume des Kunstvereins sind", erzählt Martin Sander, wie der Kontakt entstand. "Die damalige Vorsitzende Jutta Spinner bat mich immer wieder mal um Hilfe, wenn der Verein eine Ausstellung aufbaute. Es wurde immer mehr und heute bin ich Vorsitzender. Ich bin da so reingeschlittert." Jutta Spinner war für ihn, wie auch für andere Offenburger Künstler seiner Generation, eine wichtige Figur. "Sie hat mir die Kontakte zum professionellen Kunstmarkt gebracht", sagt Martin Sander.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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