Marion Stieglitz: Karla Kolumna war ihr erstes Vorbild
Eine Frau, die es nicht beim Träumen belässt

Marion Stieglitz arbeitet als Redakteurin für Wohn- sowie Gartenzeitschriften und schreibt in ihrer Freizeit romantische Romane.Foto: Michael Bode
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Offenburg. Bei Anna dreht sich alles um die Planung ihrer Traumhochzeit. Lilly geht nach einer großen Enttäuschung neue Wege und erfüllt sich den Traum vom Hotel nur für weibliche Gäste. Beide Frauen verwirklichen nicht nur ihre Träume, sondern haben eine weitere Gemeinsamkeit: Sie existieren gar nicht wirklich. Lilly und Anna sind Romanheldinnen, deren Charaktere und Geschichten sich Marion Stieglitz ausgedacht hat. Damit hat sich die 38-Jährige ihren Traum erfüllt.

Marion Stieglitz ist Redakteurin. Das wollte sie schon als Kind werden. Wie die Tochter zweier Lehrer darauf kam? "Ich habe schon immer gerne geschrieben", verrät die Autorin. Und dann war da noch Karla Kolumna, die rasende Reporterin von Neustadt, deren fröhliches "Hallöchen" genauso berühmt ist wie Benjamin Blümchens "Törööö".

Nun ist Marion Stieglitz keine Frau, die sich nur auf das Träumen beschränkt. Sie verwirklicht diese mit großer Tatkraft. Geboren in Cham im Bayerischen Wald ging es nach dem Abitur zum Germanistik-Studium nach München, anschließend wurde auf der Burda-Journalistenschule volontiert. Inzwischen arbeitet sie schon seit zehn Jahren in Offenburg für Wohn- und Gartenzeitschriften. Der Beruf als Zeitschriften-Redakteurin macht ihr riesigen Spaß: "Ich beschäftige mich gerne mit schönen Dingen." Trotzdem wollte sie aber auch einmal "eine lange, fiktive Geschichte schreiben und die Fantasie einfach mal laufen lassen".

Gesagt, getan, die Journalistin setze sich an den Computer, um einen romantischen Roman zu schreiben. Allerdings geriet der bald ins Stocken. "So einfach ist es halt doch nicht", gibt Marion Stieglitz mit sympathischer Ehrlichkeit offen zu. Aufgeben wollte sie aber nicht. Bei einem Kurs holte sich die Redakteurin wertvolle Tipps und begriff schnell: "Meine ursprüngliche Idee war viel zu kompliziert." Ein wichtiger Ratschlag war, über Dinge zu schreiben, mit denen man im wirklichen Leben Erfahrung hat. So entstand die Idee zu Anna, die einen Deko-Laden hat. Obwohl Marion Stieglitz selbst ledig ist, unterstützte sie schon oft Freunde und Verwandte bei Hochzeitsvorbereitungen: "Damit kenne ich mich aus."

Nach dem Aufstehen gleich an den Computer

Der zweite wichtige Tipp, den die angehende Autorin beherzte, war: einfach dranbleiben. Dazu stand sie jeden Morgen eine Stunde früher als gewöhnlich auf, um sich noch vor der eigentlichen Arbeit in der Redaktion mit der Geschichte zu beschäftigen: "Es gab ein Grobkonzept, ansonsten floss es einfach aus mir raus." An den Wochenenden wurde das Geschriebene überarbeitet. Ein Jahr lang dauerte es, bis ihr erster Roman fertig war. "Das war auch mein Zeitfenster", sagt Marion Stieglitz. Im nächsten Schritt suchte sie sich eine Agentur. Mit deren Hilfe fand sich dann ein Verlag. Die Verlagsgruppe Droemer Knaur war bereit, das Manuskript in der Reihe "feelings – emotional eBooks" zu publizieren. Es ist aber ebenfalls als Taschenbuch erhältlich. Tatsächlich verkaufte sich das Ganze laut der Autorin für ein Erstlingswerk ganz gut. Außerdem gab es viele gute Rezensionen. Wichtiger noch: Marion Stieglitz hatte Blut geleckt.

Beim zweiten Buch ging sie einen anderen, eigentlich den üblicheren Weg. Die Handlung wurde skizziert und eine Leseprobe geschrieben. Mit dieser konnte die Agentur den "aufbau"-Verlag überzeugen. Acht Monate später war "Das kleine Hotel in der Provence" fertig, das es als E-Book, Taschenbuch und MP3-CD gibt. Es ist wieder ein romantischer Roman.

Tatsächlich ist Marion Stieglitz selbst eine Romantikerin: "Sonst könnte ich das gar nicht schreiben." Es würde sie aber durchaus reizen, auch mal einen Krimi zu verfassen. Vielleicht sogar gemeinsam mit ihrem älteren Bruder, der Karikaturist und Drehbuchautor ist. "Er überlegt sich gerne Handlungen. Ich bin jemand, der gerne ausformuliert. Das würde sich gut ergänzen", erklärt die Redakteurin. Ihr anderer Bruder ist übrigens Musiker.

Wenn Marion Stieglitz nicht schreibt, unternimmt sie gerne mit Freunden Ausflüge in der Ortenau, besucht Weingüter. Außerdem tanzt sie seit fast sechs Jahren Flamenco. Mit ihrer Gruppe war sie vor einiger Zeit in Sevilla. Ob das wohl der Schauplatz ihres nächsten Buches wird? A. Glaser

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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