Angedacht: Christian Kühlewein-Roloff
Fest der Verwandlung und des neuen Lebens

Christian Kühlewein-Roloff

Ach, wie schön ist das Leben! Fröhlich flattert der bunte Schmetterling über die Wiese, von einer Blume zur nächsten. Gerade eben hatte er sich einem kleinen Mädchen aufs Knie gesetzt und in ihr lachendes Gesicht mit den großen Augen geschaut.

Von der Raupe zum Schmetterling

Dunkel erinnert er sich an sein früheres Leben. Als Raupe war er herumgekrochen, ständig auf der Suche nach etwas Essbarem. Manches in diesem Leben war süß und lecker gewesen, anderes dagegen weniger. Je älter und dicker er wurde, desto mühsamer und bodenschwerer wurde sein Leben.

Und dann hatte ihn eine große, schwere Müdigkeit überkommen. Er hatte sich in sich zurückgezogen, allein in sein dunkles Haus, ohne Kontakte, ohne den Blick ins Weite. Einsam und dunkel war es um ihn herum geworden. Er hatte sich wie lebendig begraben gefühlt.

Aber dann hatte ihn etwas ins Leben gelockt. Etwas in ihm hatte sich verändert; in ihm war eine Verwandlung geschehen. Eine neue Energie durchströmte ihn; er wollte aufbrechen, sich neu ins Leben wagen. So hatte er begonnen, sich zu befreien. Das war ein hartes Stück Arbeit gewesen. Aber dann der Durchbruch: hinaus aus dem dunklen Kokon, hinein ins Glück, ins bunte Leben, in die Freiheit. Und während er so weiterfliegt, ist der Schmetterling bei allem Dunklen doch auch dankbar für alles, was er in dieser Phase seines Lebens erlebt hatte, was Zeit brauchte. Viel Zeit und Geduld. Zeit für die Verwandlung.

Liebe Leser, an Ostern feiern wir die Auferweckung Jesu von den Toten. Ostern ist das Fest der Verwandlung und des neuen Lebens. Das gilt auch für uns heute. Vielen Einschränkungen und Begrenzungen sind wir derzeit unterworfen. Und für viele ist das richtig schlimm, sogar existenzbedrohend. Und doch liegt auch eine Chance darin, sich neu auszurichten, sich verwandeln und wieder neu ins Leben locken zu lassen. Fassen Sie Mut und seien Sie geduldig. Vertrauen Sie auf das Licht des neuen Morgens und auf den Zuspruch des auferstandenen Christus: „Siehe, ich mache alles neu!“ Und lassen Sie sich von Gottes österlicher Lebensenergie überraschen.
Christian Kühlewein-Roloff, Pfarrer evangelische Stadtkirche Offenburg

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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