Fair Play und gelebte Inklusion
Auszeichnung für Madita Kopp vom KSV

Madita Kopp von Kraftsportverein Offenburg wurde mit dem Fair-Play-Preis der Deutschen Olympischen Gesellschaft ausgezeichnet,
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  • Foto: Pieth, Reutlingen
  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg (st). Madita Kopp vom Kraftsportverein Offenburg (KSV) wurde mit dem Fair-Play-Preis der Deutschen Olympischen Gesellschaft e. V. (DOG) ausgezeichnet. Mit der Aktion „Jung, sportlich, FAIR“ werden im Rahmen einer Fair Play-Initiative jährlich besonders faire Gesten im Nachwuchssport ausgezeichnet.

In der Presseerklärung des DOG nahm Peter von Löbbecke, Präsident der DOG, wie folgt Stellung: „Fair Play ist im Sport das oberste Gebot. Die sportliche Leistung, Fair Play und ethisches Handeln treten viel zu oft in den Hintergrund. Wir bedanken uns bei allen Sportlern, die bei der Preisvergabe nicht berücksichtigt werden konnten, für ihre Unterstützung des Fair Play-Gedankens. Sie sind Vorbilder für die vielen Kinder und Jugendlichen im Leistungs- und Breitensport“.

Die 17 Jahre alte Sportlerin ist seit mehreren Jahren im Gewichtheben aktiv und wurde unter anderem 2016 Deutsche Schülermeisterin und 2017 Deutsche Vizemeisterin der Jugend. Bei den letztjährigen Landesmeisterschaften in Baden-Württemberg nahm neben Madita Kopp auch Luca Thimm vom gleichen Verein teil. Der mit Down-Syndrom geborene Newcomer konnte aber auf Grund des damaligen Satzungsrechtes nicht in einer eigenen Special-Olympics-Kategorie antreten. Der angepeilte Sieg war damit nicht mehr zu schaffen. Luca landete am Ende, auf einem für ihn enttäuschenden neunten Platz.

Madita Kopp, die kurz zuvor sich selbst den ersten Platz in ihrer Leistungsklasse sichern konnte, erkannte die große Enttäuschung und übergab ganz spontan ihre Goldmedaille ihrem Trainingspartner Luca Thimm. Durch diese selbstlose Aktion zeigte Madita Kopp nicht nur großen Sportsgeist, sondern bewies gelebte Inklusion im Sport. „Eine tolle Geste“, so die Deutsche Olympische Gesellschaft.

Der jungen Sportlerin war die ganze Aktion etwas peinlich, insbesondere wollte sie keinesfalls, dass die Medaillenübergabe als Mitleidsgeste gesehen wird, sondern als Zeichen der Wertschätzung für den Sportler mit Handicap. „Luca war an diesem Tag total auf Gold programmiert, entsprechend hat er auch jeden Versuch im Wettkampf gefeiert. Deshalb konnte ich die Enttäuschung nachvollziehen“, so Madita Kopp. Wegen des familiären Umzugs nach Tübingen gehören die gemeinsamen Trainingseinheiten im Verein leider der Vergangenheit an. Jedoch ist Luca bereits einer Einladung ins Schwabenland gefolgt, um gemeinsam ein Bundesligaspiel seines Lieblingsvereins RB Leipzig im ehemaligen Gottlieb-Daimler-Stadion zu verfolgen. „Begeistert war Luca auch vom Besuch bei einer Schokoladenfabrik,“ berichtetet Madita. „Denn Schokolade geht bei Luca, seiner Aussage nach, immer.“

Der Vorstand des KSV Offenburg, Tobias Heck, meinte dazu: „Wenn man bereits die Geschichte liest bekommt man Gänsehaut. Hier kommen die wahren Werte des Sports zum Vorschein.“

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