BWIHK-Studie zeigt, wann Einkommen am größten sind
Verdienst nach Studium oder Lehre im Vergleich

Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung der IHK Südlicher Oberrhein
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Ortenau (st). Eine BWIHK-Studie belegt, dass eine berufliche Aus- und Fortbildung bis zum 60. Lebensjahr betrachtet ein höheres Einkommen bietet als ein Akademikerverdienst.

1,4 Millionen Euro – dieser Zahl entspricht der kumulierte Verdienst einer Person mit Ausbildung und anschließender Weiterbildung am Ende des Erwerbslebens. Diese Zahl fast gleichauf mit der eines Akademikerverdienstes. Jedoch haben erstere bis zum 60. Lebensjahr, und somit während des größten Teils ihres Berufslebens, finanziell gegenüber den Akademikern die Nase vorn. Personen mit Berufsausbildung verdienen zwar rund 0,4 Millionen Euro weniger als Personen mit Studium, verfügen aber bis zu einem Alter von 35 Jahren über mehr Geld. Das sind die Ergebnisse einer Studie des Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK), die die Verdienstmöglichkeiten einer Berufsausbildung und eines Studiums vergleicht.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen klar: Eine Ausbildung lohnt sich. Denn zum einen ist man damit finanziell gleichgestellt mit einem Akademikerverdienst. Zum anderem verfügt man in jüngeren Jahren bereits über mehr Geld“, erklärt Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung der IHK Südlicher Oberrhein. „Wenn man an Familiengründung, größere Reisepläne oder auch den Eigenheimerwerb denkt, sind die finanziellen Mittel für eine Person mit Berufsausbildung und darauf aufbauender beruflicher Aufstiegsfortbildung zum benötigten Zeitpunkt bereits vorhanden. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Einkommensweg von Akademikern“, betont Kaiser.

Erleichtert wird dieser Weg in unserer Region durch das aktuell hervorragende Angebot an Ausbildungsplätzen sowie den vielfältigen Angeboten zur Weiterbildung, die teilweise finanziell gefördert werden. Kaiser: „Auch die direkte Verzahnung von Berufsausbildung und Aufstiegsfortbildung ist möglich – etwa beim Handelsfachwirt oder Industriefachwirt. So kommt man problemlos und ohne Zeitverlust auf das Bachelorniveau und bringt sogar gleich noch einschlägige Berufspraxis mit.“

Auch mit Blick auf die immer weiter steigenden Zahlen von Studienabbrechern lohnt sich für Schulabgänger aller Schularten eine breite Berufsorientierung bevor sie sich für einen Bildungsweg entscheiden. „Als IHK leisten wir hier einen wesentlichen Beitrag und haben in den vergangenen Jahren unser Angebot an Berufsorientierungsmöglichkeiten kontinuierlich ausgebaut. Es reicht inzwischen von der Mitgestaltung des Berufskundeunterrichts über einen kostenlosen Eignungstest bis hin zur Unterstützung bei der Suche nach einem Praktikum“, berichtet Kaiser. Zum IHK-Angebot gehören darüber hinaus regelmäßig stattfindende Telefonaktionen sowie Ausbildungsexperten, die jederzeit über freie Ausbildungsplätze informieren. Gemeinsam mit den Agenturen für Arbeit organisieren die Ausbildungsexperten Last-Minute-Lehrstellenbörsen, bei denen vakante Ausbildungsplätze für Kurzentschlossene noch einmal besonders beworben werden. Jährlich betreut die IHK in der Region mehr als 11.000 Ausbildungsverhältnisse und nimmt rund 10.000 Prüfungen ab.

Erfreulich ist, dass auch mit den zu Jahresbeginn eingeführten Bezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ für die beiden Stufen der Beruflichen Aufstiegsfortbildung die Gleichwertigkeit des Beruflichen Bildungswegs mit dem Akademischen noch einmal unterstrichen wird.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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