Gemeinsame Erklärung der Kreistagsfraktionen von CDU, FW, Grünen, SPD und FDP
Appellieren an die Vernunft

Ortenau (st).  Die Kreistagsfraktionen von CDU, Freien Wählern, Grünen, SPD und FDP appellieren in einem gemeinsamen Statement an Vernunft und werben für Hilfsbereitschaft. Die Erklärung im Wortlaut:

"In der momentanen Situation ist wohl das Beste, was man tun kann, zu Hause zu bleiben. Diejenigen von uns, die trotz der hohen Infektionsgefahr weiterhin zur Arbeit gehen oder für die Familie die notwendigen Einkäufe erledigen, tragen eine große Verantwortung. Sehr viele Menschen gehen verantwortungsvoll mit der aktuellen Situation um, dies verdient Achtung und Respekt.

Wir haben in den letzten Monaten hart um die Zukunft unserer Kliniken gerungen. Die Herausforderungen der aktuellen Krise werden neue Erkenntnisse bringen und Fragen aufwerfen, zum Beispiel zur Krankenhausfinanzierung und zur Weiterentwicklung des Gesundheitssystems, mit denen sich zu gegebener Zeit auch die Kreisgremien auseinandersetzen werden. 'Aktuell ist es wichtiger, alles zu tun, damit möglichst wenig Menschen durch die Pandemie zu Schaden kommen. Im Zentrum dieser großen Aufgabe stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens und insbesondere des Ortenau Klinikums. Es ist uns wichtig, ihnen allen ganz besondere Anerkennung und großen Dank auszusprechen', so die Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Brucker, Valentin Doll, Alfred Baum, Kai-Achim Klare und Carsten Erhardt.

Wer sich jetzt als Rechthaber oder Besserwisser aufführt und meint, im Hinblick auf die medizinische Versorgung auch in Krisenzeiten, werde man möglicherweise 'dem Virus noch dankbar sein' beziehungsweise denkt, die schlimme Entwicklung 'könne ein Segen für die Klinikdebatte sein' instrumentalisiert die Corona-Pandemie und schadet der notwendigen sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Wir alle sollten jetzt nicht polemisieren, sondern zusammenstehen und überlegen, wo wir noch ein wenig Hilfe leisten können: sei es mit einigen dem Lager entnommenen geeigneten Schutzmasken, die in den Kliniken und Pflegeheimen dringend benötigt werden, sei es durch die Unterstützung der Älteren in der Nachbarschaft, die sich nicht mehr trauen, einkaufen zu gehen, sei es durch einen Anruf bei einem jetzt arbeitslosen Bekannten, der niemanden mehr zum Reden hat - es gibt so viele Möglichkeiten!"

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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