Breitbandausbau in der Ortenau
Auf der Datenautobahn in den Kommunen ist noch zähflüssiger Verkehr

Die Kommunen bauen die Datenautobahn aus. Der Endverbraucher nutzt sie unter anderem über ein Netzwerkkabel.
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  • Foto: S. Thomas
  • hochgeladen von Sebastian Thomas

Ortenau (set). Wer einmal seinem Computer fast 50 Stunden lang beim Herunterladen von diversen Updates zugesehen hat, wünscht es sich sehnlich: schnelleres Internet. Damit die sinnbildliche Datenautobahn entsteht, bauen die Städte und Gemeinden der Ortenau ihre Glasfasernetze aus.

Kappelrodeck baut seit 2009 Leerrohre

Sehr eifrig ist beispielsweise die Gemeinde Kappelrodeck am Werk: "Die Gemeinde verbaut seit 2009 bei jeder geeigneten eigenen Baumaßnahme Leerrohre für Glasfaser mit – in Summe zwischenzeitlich mehrere Kilometer, die Netzbetreibern zur Verfügung gestellt werden können" erklärt Kristina Ernst, zuständige Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Nach mehrjährigen Verhandlungen habe die Telekom im Jahr 2018 einen so genannten "eigenfinanzierten Vectoring-Ausbau" durchgeführt, in dessen Rahmen das Glasfasernetz in Summe rund sieben Kilometer näher an die Haushalte gerückt sei und 13 Kabelverzweiger in Kappelrodeck und Waldulm mit Glasfaser angebunden worden sind.

Lauf möchte den Vollausbau des Glasfasernetzes

"Laut der Telekom profitieren rund 1.800 unserer rund 2.400 Haushalte in der Gemeinde vom aktuellen Ausbau, einige Haushalte hatten bereits zuvor gute Anbindungen", weiß Kristina Ernst zu berichten.

Nicht minder engagiert ist die Gemeinde Lauf: "Die ersten Bauabschnitte sind beendet und ungefähr 450 Häuser haben einen Glasfaseranschluss erhalten", sagt der Laufer Bürgermeister Oliver Rastetter. Dabei verfolgt er einen hehren Plan: "Ziel ist der Vollausbau in der ganzen Gemeinde."

Nur unterversorgte Gebiete erhalten Förderung

Er rechnet damit, dass die Arbeiten gegen Ende 2020 beendet sind. Der Bürgermeister gibt an der Stelle zu Bedenken: "Generell können nur förderfähige Gebiete ausgebaut werden", sagt er und fügt hinzu: "Geplant ist der Anschluss von 1.200 Haushalten."

Was genau als förderfähige Gebiete gilt, weiß Kristina Ernst: "Als nächsten Schritt nach dem jetzt fertiggestellten Vectoring-Ausbau, lassen wir auf Basis der verbesserten neuen Netz-Situation die Bereiche ermitteln, für die jetzt noch eine Unterversorgung vorliegt."

2019 möchte Stadt Achern selbst ausbauen

Das mache Sinn, denn: Nur "für den Ausbau unterversorgter Gebiete können Landesfördermittel beantragt werden", teilt die Stadtverwaltung Achern auf Anfrage mit. Per Definition gelte ein Haushalt als unterversorgt, der mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde versorgt wird. Genau diese Gebiete möchte die Stadt Achern voraussichtlich 2019 zusammen mit der Breitband Ortenau GmbH ausbauen.

Davor sei noch das Gewerbegebiet Heid an der Reihe. Anschließend sei das Gewerbegebiet in der Kernstadt dran. "Die Stadt baut nicht selber", teilt die Verwaltung in Achern mit. Der Ausbau erfolge eigenwirtschaftlich durch die Deutsche Glasfaser in Kooperation mit einem großen Telekommunikationsunternehmen.

Kommunen arbeiten Hand in Hand

Die erwähnte Breitband Ortenau GmbH ist ein kreisweiter Zusammenschluss: "Mit dessen Größe haben wir eine starke Treiber-Funktion am Markt, können gebündeltes interkommunales Know-how vorhalten und sind alleine schon aufgrund der Größe attraktiver für Netzbetreiber", erklärt Kristina Ernst. Ihres Wissens nach sind aktuell 46 von 51 Städten und Gemeinden in der Ortenau dem kommunalen Unternehmen beigetreten. 

"Die Förderstrategie der Breitband Ortenau ist eine Kombination aus Bundes- und Landesförderung", sagt sie. Man spanne quasi zwei Förderpferde zusammen. Eine Förderung tut wohl, denn auch Kappelrodeck strebt einen Komplettausbau an. Die Kosten: im hohen einstelligen Millionenbereich.

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