Verschiedene Gründe
Bei zu großer Hitze macht das Stromnetz schlapp

Foto: Symbolfoto: ag

Ortenau 16 Stromausfälle in sieben Tagen: Die Auswirkungen der Hitze auf das Stromnetz waren auch in der Ortenau zu spüren. Wird es wieder heißer, kann es wieder dazu kommen. Denn kurzfristig lassen sich Ursachen nicht beheben.
Für das Stromleitungsnetz in der Ortenau ist E-Werk Netze, ein Tochterunternehmen des E-Werk Mittelbaden, verantwortlich. "Die Gründe, warum es zu den Stromausfällen kam, sind unterschiedlich", erläutert Matthias Heck, technischer Geschäftsführer von E-Werk Netze. Zum einen habe es an den hohen Temperaturen gelegen. "Der Boden trocknet aus, deshalb kann es zu Veränderungen in der Beschaffenheit kommen", so Heck. Dadurch könne es zu Spannungen in den Stromleitungen kommen. Durch die Hitze steige zudem der Widerstand in den Leitungen. Dies führe zu einer zusätzlichen Wärmeentwicklung in den Kabeln. Hitze lasse die Kabelisolierungen spröde werden, sorge aber auch dafür, dass sich Materialien dehnen, was Kontaktprobleme verursachen könne.
"Wir hatten zwei Wochen sehr hohe Temperaturen", macht Matthias Heck deutlich. Kurze Hitzespitzen vertrage das Netz gut, doch bei längeren Perioden könne es zu Stromausfällen kommen. Derzeit sei die Netzinfrastruktur auf Temperaturen zwischen 39 und 41 Grad Celsius ausgelegt. Lägen die Temperaturen höher, werde es kritisch. Je älter die Leitungen seien, desto anfälliger seien sie.
Am vergangenen Hitzewochenende seien insgesamt 48 Mitarbeiter im Einsatz gewesen – sonst seien es 15 Beschäftigte im Bereitschaftsdienst. In den meisten Fällen seien die Kunden schnell wieder mit Strom versorgt worden. "Die Reparaturen dauern zum Teil länger, aber davon merken die Kunden nichts", sagt Thomas Pakull, Geschäftsführer E-Werk Netze. Werde eine Störung gemeldet, werde mit Hilfe eines Messwagens der genaue Ort ermittelt. Dann begännen die Reparaturarbeiten vor Ort. Die könnten, je nach Schadenslage, unterschiedlich lang dauern.
Das gelte ebenfalls, wenn Dritte – etwa durch Bauarbeiten – die Leitungen beschädigen. "Kleine Schäden werden nicht immer gemeldet. Bei Hitze kann es dann an solchen Stellen zu Ausfällen kommen", so Heck.

Anpassungsmaßnahmen

Untätig bleibe das Unternehmen mit Blick auf die Hitze nicht. So würden die Kabel regelmäßig überprüft, erklärt Matthias Heck. Bei der Erneuerung kämen hitzebeständige Materialien zum Einsatz. Gleichzeitig werde die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter im Falle einer Störung verbessert. "Wir haben flexible Reaktionsszenarien", so Heck. Rund 60 Millionen Euro investiert das Unternehmen pro Jahr in die Erneuerung der Infrastruktur.
Besonders betroffen von Stromausfällen seien die Kommunen entlang der Rheinschiene gewesen, da dort hauptsächlich Erdkabel verlegt seien. Im Kinzigtal gibt es laut Heck noch viele Freileitungen. Diese seien weniger anfällig für Hitzeschäden.

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