Die Glosse im Guller
Wir können ja fast alles, nur keine Hitze
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Ein bisschen hat es ja abgekühlt. Doch Meteorologen und Klimaanlagenverkäufer warnen: Wir werden uns künftig auf lange Hitzeperioden mit Temperaturen um die 40 Grad einstellen müssen. Doof nur: Was wir im Spanienurlaub genießen, ist uns zuhause einfach zu heiß.
Nun können Ferien natürlich nicht mit dem Alltag verglichen werden. Urlauber planschen im Meer, lassen sich von Kellnern kühle Cocktails servieren und in den Restaurants schwitzen andere am Herd, um sie mit einem schmackhaften Abendessen zu verwöhnen. Wer einer geregelten Arbeit nachgehen muss, dem genügen 25 Grad.
Blow-ups
Dabei haben in meiner Jugend noch viele Mitteleuropäer spöttisch die Lippen gekräuselt, weil Südländer von 14 bis 17 Uhr lieber Siesta hielten, statt im Schweiße ihres Angesichts das Bruttosozialprodukt zu steigern. Doch das ist lange her. Jetzt merkt man in Deutschland, wie schwierig es ist, fleißig zu sein, wenn man schon beim Stillsitzen schwitzt. Damit nicht genug – tatsächlich tut sich alles Teutonische mit den Temperaturen schwer. Selbst der alte Asphalt auf der Autobahn gerät aus den Fugen. Zu den üblichen Staumeldungen kommen Warnungen vor Blow-ups, so eine Art Brandblasen auf der Fahrbahn. Ich würde jetzt gerne vorschlagen: Dann fahren wir halt mit der Bahn. Aber die Züge, die überhaupt noch fahren können, haben keine Klimaanlage und die Lokführer deshalb hitzefrei.
Apropos, ganz arm sind die Schüler und Lehrer dran. In den mitunter maroden Gebäuden ist es oft höllenheiß. Aber wo will man hin, wenn das Gesetz bald Ganztagsbetreuung garantiert? Ich hätte eine Idee. Kultusminister Andreas Jung verfügt per Erlass, dass die Städte und Gemeinden für jede Schule ein Schwimmbad bereitstellen müssen. Dafür haben diese kein Geld? Na und, das hat Bund und Land bei ihren Versprechen doch noch nie gestört. Doch das ist ein anderes heißes Thema. Versuchen wir einfach trotz allem, einen kühlen Kopf zu bewahren.











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