Fördermittel für Lüftungstechnik
Bis die Maßnahmen greifen, ist der Winter schon vorbei

Bei der Sanierung des Hans-Furler-Gymnasiums in Oberkirch soll modernste Lüftungstechnik zum Einsatz kommen.
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  • hochgeladen von Daniela Santo

Ortenau (ds). Neben dem Einhalten der AHA-Regel gehört regelmäßiges Lüften zu den wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Doch je kälter es wird, desto mehr sinkt die Bereitschaft, frische Luft in Büroräume oder Klassenzimmer zu lassen. Mit einem Förderprogramm für die Umrüstung bestehender Luftfilteranlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten will der Bund Abhilfe schaffen. Allerdings stößt das Programm nicht in allen Kommunen auf Begeisterung, wie eine nicht repräsentative Umfrage der Redaktion ergab.

Zell am Harmersbach

So weist Günter Pfundstein, Bürgermeister von Zell am Harmersbach, auf das "Kleingedruckte" im Bundesförderprogramm hin. Nicht förderfähig seien unter anderem dezentrale stationäre und mobile Geräte sowie passive Lüftungsmaßnahmen. "Förderfähig sind hingegen Maßnahmen für den Erwerb oder den Einbau von hochwertigen Filtern in bestehenden Anlagen und Maßnahmen zur Erhöhung des Frischluftanteils durch die Umrüstung von Umluft- auf Zu-/Abluftbetrieb", erläutert er. Die Förderung betrage maximal 40 Prozent der förderfähigen Ausgaben und sei mit maximal 100.000 Euro pro raumlufttechnischer Anlage nach oben begrenzt. "Wie bei jedem Förderprogramm sind zunächst die bürokratischen Hürden zu überspringen. Bis irgendwelche förderfähigen Maßnahmen greifen werden, ist der Winter wahrscheinlich größtenteils vorbei", gibt Pfundstein zu bedenken.

Die Schulen der Stadt seien nicht mit Lüftungsanlagen ausgestattet und könnten auch nicht ohne Weiteres aufgerüstet werden, was in jedem Gebäude in der Regel ohnehin sehr schwierig sei. "Das ist bei einem Neubau sinnvollerweise mit einzuplanen, was wir zum Beispiel derzeit bei der Rathaussanierung beziehungsweise dem Rathausneubau berücksichtigen", so Pfundstein. Wo es keine Raumlufttechnik gebe, will sich die Stadt Zell an die Empfehlungen des Umweltbundesamtes halten: "Stoßlüften wird in allen Gebäuden, ob privat oder öffentlich, empfohlen. Je größer die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen ist, desto effektiver und schneller geht das Lüften. Daher reichen bei kalten Außentemperaturen zwei bis drei Minuten vollkommen aus. Dabei sinkt die Raumtemperatur nur um wenige Grad ab und steigt nach dem Schließen der Fenster wieder rasch an. In einer Schulstunde reicht somit ein kurzes Stoßlüften völlig aus", stellt Bürgermeister Günter Pfundstein fest.

Lahr

In Lahr prüft derzeit das städtische Gebäudemanagement, welche Lüftungsanlagen für eine Umrüstung und damit eine Förderung in Frage kämen. "Bereits im Frühjahr wurden alle Anlagen in den städtischen Gebäuden überprüft und sichergestellt, dass ein ausreichender Luftwechsel und vor allem die Frischluftzufuhr gewährleistet ist", erklärt die Pressestelle auf Anfrage. Letztendlich müsse aber eine Fachfirma die jeweiligen Anlagen begutachten und ein entsprechendes Angebot für die Um- oder Aufrüstung erstellen. Erst dann könne der Förderantrag eingereicht werden.

Oberkirch

Auch in Oberkirch prüft das technische Gebäudemanagement derzeit in Abstimmung mit den Fach- und Herstellerfirmen die mögliche Modernisierung der bestehenden Anlagen. Diese werden derzeit außerdem einer Wartung unterzogen, bei der entsprechende Filterwechsel und Einstellungen nach den Vorgaben und Empfehlungen zur Raumluftoptimierung umgesetzt werden. Wie Pressesprecher Ulrich Reich informiert, werden beispielsweise beim aktuellen Gelenkneubau der Realschule bereits Anlagen nach dem Stand der Technik geplant sowie entsprechende Lüftungskonzepte umgesetzt. "Bei der Sanierung des Hans-Furler-Gymnasiums wird aktuell ebenfalls ein entsprechendes Lüftungskonzept für sämtliche Fach- und Klassenräume ausgearbeitet", so Reich.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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