Die Glosse im Guller
Katzenpfötchen und ihre Gefahren im Straßenverkehr
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Es ist schon toll, welche technischen Finessen es in Autos inzwischen gibt. In meinem Wagen ja nicht so. Der ist bereits 13 Jahre alt. Und wenn es nach mir geht, würde ich ihn auch noch die nächsten 13 Jahre fahren. Er heißt Ottocar. Es war Liebe auf den ersten Blick und diese hat in all den Jahren nicht nachgelassen. Okay, grundsätzlich wäre ich schon bereit, ihn gegen eine jüngere Version einzutauschen. So ein Neuwagen hat durchaus seinen Reiz. Aber Volkswagen baut keine Beetles mehr. Deshalb bin ich Ottocar in ewiger Treue verbunden – zumindest solange der TÜV seinen Segen gibt.
Heiliges Blechle
Trotzdem bin ich in Sachen Autoausstattung auf der Höhe der Zeit. Das habe ich dem Mann zu verdanken, mit dem ich Tisch und Bett, aber niemals ein Fahrzeug teile. In Sachen Autos herrscht bei uns strikte Gütertrennung. Das hat Gründe. Wir wollen beide nicht, dass der Tod uns scheide, weil ich beim Einparken einer Laterne zu nahe kam und sein heiliges Blechle eine Beule davontrug. Oder genauso schlimm, weil ich Brezelkrümmel auf dem Fahrersitz zurücklasse.
Aber auch vom Beifahrersitz aus kann ich gut verfolgen, was in seinem neuesten Gefährt so verbaut ist. Beispielsweise gibt es nicht nur Sitzheizung, sondern auch -kühlung sowie ganze fünf unterschiedliche Massagefunktionen – von Katzenpfötchen bis Trommelwirbel.
Aufmerksamkeitswarner
Doch Vorsicht, so eine Wellnessfunktion kann ungewollte Nebenwirkungen haben. Damit niemand vor lauter Entspannung bei 180 Stundenkilometern auf der Autobahn mit wohligem Seufzen in die Luft guckt, gibt es Aufmerksamkeitswarner. Sie holen den Fahrer im Zweifel mit einem lauten Ton wieder in die Realität zurück.
Seit Anfang Juli sind sie übrigens bei allen Neuwagen Pflicht. Gut so, die modernste Variante piepst nämlich auch dann, wenn jemand zu lange auf den Touchscreen schaut, weil er sich nicht zwischen Katzenpfötchen und Trommelwirbel entscheiden kann.







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