IHK Südlicher Oberrhein
Startschuss der neuen Standortkampagne
- IHK-Präsident Eberhard Liebherr eröffnete den Neujahrsempfang: „Wir haben am südlichen Oberrhein besondere Stärken, die gerade in unsicheren Zeiten tragen: einen leistungsfähigen, tief in der Region verwurzelten und oft familiengeführten Mittelstand, der langfristig denkt und eine hohe Investitionskraft aufweist.“
- Foto: IHK SO/Michael Bode
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Ortenau/Freiburg (st) Die Strukturprobleme des Standortes Deutschland sind unübersehbar. Für die IHK Südlicher Oberrhein besteht trotzdem kein Grund, in den Krisenblues einzustimmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit ihrer neuen Standortkampagne „Hier geht was!“ wolle sie die Stärken einer ganzen Region sichtbar machen und für Zuversicht sorgen. Denn die Leistungsfähigkeit der Betriebe am südlichen Oberrhein sei beachtlich. Zahlreiche Unternehmer und ihre Beschäftigte würden dies in ihrer tagtäglichen Arbeit beweisen. Einige würden nun als IHK-Standortbotschafter in die Öffentlichkeit treten. Teil der IHK-Kampagne sei auch der Podcast „Boss Storys“ mit inspirierenden Erfolgsgeschichten.
Neujahrsempfang
Mehr als 1.300 Gäste konnten sich laut der Pressemitteilung beim Neujahrsempfang der IHK Südlicher Oberrhein im Freiburger Konzerthaus über die neue Standortkampagne austauschen, aber auch zu vielen anderen Themen rund um Wirtschaft und Gesellschaft netzwerken. In seinen Grußworten habe IHK-Präsident Eberhard Liebherr die angespannte wirtschaftliche Lage natürlich nicht ausgeklammert. „Deutschland, wir haben ein Problem: Den Unternehmerinnen und Unternehmern fehlt es an Vertrauen in die Zukunft dieses Landes. Wir sprechen gerne über die früheren Erfolge, es wird aber immer schwieriger, neue Erfolge zu generieren“, sagte Liebherr in seiner Situationsbeschreibung des Standorts.
Aber: „Bei allen Sorgen wäre es falsch, den Weltuntergangs-Propheten zuzuhören. Wir wollen nicht permanent auf Probleme schauen. Wir haben am südlichen Oberrhein besondere Stärken, die gerade in unsicheren Zeiten tragen: einen leistungsfähigen, tief in der Region verwurzelten und oft familiengeführten Mittelstand, der langfristig denkt und eine hohe Investitionskraft aufweist. Darunter sind viele Hidden Champions und exzellente Ausbildungsbetriebe mit einer hohen Bereitschaft, Verantwortung für Beschäftigte und die Region zu übernehmen.“ Dieser Mittelstand sei noch nie bequem gewesen, aber immer sehr belastbar.
Standortkampagne
Diese positive Botschaft solle ins Jahr 2026 transportiert werden. Liebherr: „Wir wären nicht die IHK Südlicher Oberrhein, wenn uns nicht etwas einfallen würde: die Standortkampagne ‚Hier geht was!‘“. Der Claim sei selbstbewusst gewählt. „Es geht nicht um Zweckoptimismus, sondern um die Überzeugung, dass wir hier vor Ort viel bewirken, wenn wir die richtigen Entscheidungen treffen.“
Den Auftakt dazu habe es beim Neujahrsempfang gegeben mit einer Talkrunde bestehend aus Spitzengastronomin und TV-Köchin Viktoria Fuchs vom Hotel "Spielweg" im Münstertal, Haufe-Geschäftsführerin Birte Hackenjos, Dr. Dorothea Helmer, die das erfolgreiche Freiburger Start-up Glassomer mitgegründet habe, und Dr. Mats Gökstorp, Vorstandsvorsitzender der Sick AG. Moderiert sei die Runde von IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Dieter Salomon worden. Drei der vier Gesprächsgäste seien zugleich IHK-Standortbotschafter.
Ausreichend Innovationen
„Hat Deutschland, hat die Region noch ausreichend Innovationen?“, so die Frage von Dieter Salomon. Mats Gökstorp habe diese Frage für den Sensor-Spezialisten aus Waldkirch uneingeschränkt mit einem Ja beantwortet: „Wir haben so viele Ideen und wollen diese Innovationen auch an den Markt bringen.“ Die Frage sei bloß, ob dies in Deutschland passieren werde. Sick sei ein sehr dynamisches Unternehmen, die Entwicklungsaufgaben würden über die weltweiten Standorte verteilt. Um deutsche Standorte wettbewerbsfähig zu halten, komme es auf eine „viel höhere Flexibilität“ an. „Mein einziger Wunsch an die Politik: „Lassen Sie uns einfach mehr Freiheit.“
Teil der Innovationskultur am südlichen Oberrhein ist laut der Presseinformation auch die lebendige Forschungslandschaft. Aus dieser heraus habe Dorothea Helmer ihre wissenschaftliche Arbeit zu einem Unternehmen geformt. Dass die Herstellung von äußerst präzisen Gegenständen aus Glas aufgrund der energiesparenden Methodik von Glassomer Abnehmer in der Industrie finden würden, sei Gründerin Helmer sofort klar: „An so eine Aufgabe muss man positiv herangehen.“ Helmer habe die guten Standortbedingungen gelobt: „Es ist nicht schwer, Fachkräfte nach Freiburg zu locken. Und wir profitieren davon.“
Nicht nur Start-ups wie Glassomer, auch gestandene Unternehmen wie Haufe seien Innovationstreiber in der Region. Das 1934 gegründete Unternehmen habe sich von einem klassischen Verlag zum Digitalhaus gewandelt. „Wir haben schon sehr früh daran geglaubt, dass man Content digital lesen kann“, so Birte Hackenjos. „Das Thema Veränderung und Transformation beschäftigt uns schon seit Jahrzehnten. Wir stellen uns jeden Tag die Frage: Wie können wir Technologien so nutzen, dass sie für unsere Kunden einen Mehrwert erzeugen?“
Mut zur Veränderung
Mit dem Mut zur Veränderung habe es auch das Traditionshaus Hotel "Spielweg" geschafft, über sechs Generationen für Besucher attraktiv zu bleiben. Viktoria Fuchs und ihre Schwester Kristin seien bereits sehr früh in Führungsverantwortung gekommen und würden ihr Unternehmen seit vier Jahren gemeinsam leiten. Als IHK-Standortbotschafterin stehe Viktoria Fuchs auch für den Wert der dualen Ausbildung. „Man muss nicht studieren, eine Ausbildung ist genauso wertvoll“, sage die Gastronomin aus voller Überzeugung. Ihr Appell an die Unternehmer: „Trauen Sie den Auszubildenden etwas zu, was die kommende Generation mitbringt, ist wertvoll.“
IHK-Kampagne „Hier geht was!“
Wir geben den erfolgreichen Unternehmen im Rahmen unserer Standortkampagne ein Gesicht, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Durch ihre langjährige Erfahrung und Kenntnisse in den verschiedenen Branchen der Region würden die Botschafter jede Menge Expertise mitbringen und könnten aus erster Hand von den Stärken und Potenzialen des südlichen Oberrheins berichten. Ihre Erfolgsgeschichten zeigten, warum es sich lohne, hier zu bleiben, hier zu investieren und hier zu arbeiten. Neben Akteuren aus der Wirtschaft würden bekannte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Sport zeigen: Hier geht was!
IHK-Podcast „Boss Storys“
Im neuen Podcast "Boss Storys" spreche die IHK mit Menschen, die die Region aktiv mitgestalten. Unternehmer und Wissenschaftler, die im Hintergrund agieren, aber auch Menschen aus dem öffentlichen Leben wie Sportler und Kulturschaffende. Sie alle würden den südlichen Oberrhein auf ganz unterschiedliche Weise prägen. Hinter ihren Erfolgsgeschichten steckten innovative Ideen und mutige Entscheidungen, die inspirieren und zeigen würde: Hier geht was!
In der ersten Folge spreche Europa-Park-Mitgründer Roland Mack über das Geheimnis seines Erfolges, über Familie, über Rollenspiele mit den eigenen Kindern, über die Kunst des Loslassens im Alter. Und darüber, wie es sich eigentlich anfühlt, der Boss des besten Freizeitparks der Welt zu sein.
IHK Südlicher Oberrhein
Vom Kleinunternehmer bis zum Weltmarktführer – die IHK Südlicher Oberrhein vertrete die Interessen der Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung. Sie berate sowohl Startups als auch etablierte Unternehmen, Fachkräfte und solche, die es werden wollen, organisiere Prüfungen und trommele bei Kommunen und Verwaltungen für optimale Standortbedingungen. Für den Staat übernehme sie ausgewählte Aufgaben, informiere über neue Zoll-Richtlinien, Wachstumschancen auf ausländischen Märkten oder organisiere zahlreiche Netzwerktreffen und Veranstaltungen.




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