Interview mit Dominik Fehringer
Was bietet nectanet kleinen Gemeinden?

Am 28. Juli 2022 fiel die Entscheidung zur Namensänderung. Auf den symbolischen Startknopf drückten damals Brigitta Schrempp (v. l.), Geschäftsführerin schrempp edV und Vorstandsvorsitzende des nectanet-Wirtschaftsbeirates, nectanet-Geschäftsführer Dominik Fehringer, Syndicate-Vorstand Heiko Hinrichs und  Markus Ibert, Oberbürgermeister der Stadt Lahr und nectanet-Aufsichtsratsvorsitzender. | Foto: nectanet
  • Am 28. Juli 2022 fiel die Entscheidung zur Namensänderung. Auf den symbolischen Startknopf drückten damals Brigitta Schrempp (v. l.), Geschäftsführerin schrempp edV und Vorstandsvorsitzende des nectanet-Wirtschaftsbeirates, nectanet-Geschäftsführer Dominik Fehringer, Syndicate-Vorstand Heiko Hinrichs und Markus Ibert, Oberbürgermeister der Stadt Lahr und nectanet-Aufsichtsratsvorsitzender.
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Ortenau Nach Berghaupten hat nun auch Oberharmersbach beschlossen, seine Mitgliedschaft bei nectanet zu kündigen, vormals Wirtschaftsregion Ortenau. Der Grund ist sehr verkürzt dargestellt: Der tatsächliche Nutzen für Oberharmersbach stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten einer Mitgliedschaft in Höhe von rund 5.000 Euro jährlich. Die Guller-Redaktion hat bei nectanet nachgehakt.

Welchen Vorteil hat eine kleine Kommune von einer Mitgliedschaft bei nectanet konkret?
Nectanet übernimmt im Ortenaukreis die Funktion der regionalen Wirtschaftsförderung und des Standortmarketings. Es profitieren alle gleichermaßen. Dazu gehört zum Beispiel die Investorenansprache und -betreuung. Am Ende spielt es keine Rolle, ob sich ein Unternehmen in Achern, Kehl, Oberkirch, Offenburg, Lahr oder in einer kleineren Kommune niederlässt – es werden dort Menschen aus der gesamten Region einen Arbeitsplatz finden, gerade auch Einwohner aus kleinen Kommunen ohne starkes Gewerbe.

Gibt es weitere Beispiele?
Nectanet betreut die regionale Gründerszene mit regelmäßigen Veranstaltungen und einer intensiven Vernetzung. Natürlich sind da gerade auch junge Leute dabei, die in kleinen Kommunen wohnen, dort aber wenig oder keine Austauschmöglichkeiten mit anderen Gründern haben. Diese Leute sind auf eine regional organisierte Start-up-Betreuung angewiesen. Nectanet befindet sich in der Antragsphase der Fortführung des Landesprogramms Bildungsregionen in der Ortenau. Es profitieren Bildungseinrichtungen in allen Kommunen, auch in den kleinen Gemeinden. Nectanet leistet einen entscheidenden Beitrag in der Bewerbung der Region nach außen. Wir sind dazu europaweit auf Messen aktiv. Die Region braucht das vor dem Hintergrund des dramatischen Arbeitskräftemangels mehr denn je. Auch davon profitiert natürlich die gesamte Region ohne Ausnahmen.

Sie zählen da einiges auf.
Nectanet leistet aber noch viel mehr – punktuell können im Netzwerk inhaltliche Akzente gesetzt werden, zum Beispiel die ab April startende Initiative zur Energie- und Ressourceneffizienz in Unternehmen, zur Digitalisierung und zu vielen anderen Themen mehr, die Unternehmen und Kommunen bewegen. Nectanet ist auch die Plattform zum Austausch zwischen Politik und Wirtschaft – auf regionaler Ebene und mit Entscheidungsträgern aus EU, Bund und Land. Allein mit diesem Ziel ist man vor über 30 Jahren gestartet – heute wird das für selbstverständlich gehalten.

Es gibt auch ein Fortbildungsangebot. In Oberharmersbach konnte nectanet damit nicht punkten. Wie stark wird dieses denn von kleinen Kommunen insgesamt angenommen?
Ganz ausgezeichnet. In fünf inhaltlich variierenden Programmläufen gab es über 400 Teilnahmen. Die kleinsten kommunalen Einheiten stehen vor dem Problem, dass sie aus Kapazitätsgründen kaum einen Mitarbeiter zu diesen Fortbildungen schicken können. Aus manchen Gemeinden kam dann schon der Bürgermeister selbst. Unter den Teilnehmern haben wir nur positive Stimmen. Aber nochmal: Unsere Akademie ist ein winziger Ausschnitt der Gesamtleistung, die offenbar bei manchem aus dem Blick gerät.

Kritisiert wird ebenfalls die Umbenennung von Wirtschaftsregion Ortenau in nectanet. Mit Letzterem können sich nicht mehr alle Mitglieder identifizieren. Inwiefern wurde diese im Vorfeld mit den Mitgliedern abgestimmt?
Nach sechs Aufsichtsratssitzungen, zwei Gesellschafterversammlungen, mehreren Abstimmungen im Vorstand des Wirtschaftsbeirates und 40 professionell geführte Interviews unter den Mitgliedern gab es in allen Gremien klare, einstimmige Beschlüsse zum Markenwechsel. Wir haben das gemacht, um unsere Zielgruppen in einer digitalen und international vernetzten Welt besser erreichen zu können. Es war richtig und gut so. Wir haben das gemacht, um unsere Zielgruppen in einer digitalen und international vernetzten Welt besser erreichen zu können.

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