Ausstellung in Baden-Baden
Museen im binationalen Dialog

Neben Werken aus der Sammlung Frieder Burda sind Leihgaben aus dem Centre Pompidou zu sehen.
  • Neben Werken aus der Sammlung Frieder Burda sind Leihgaben aus dem Centre Pompidou zu sehen.
  • Foto: Museum Frieder Burda
  • hochgeladen von Daniela Santo

Erstmalig seit 1998 präsentiert das Centre Pompidou Teile seiner Sammlung im Dialog mit einem anderen Museum und dessen Bestand. Persönliche Beziehungen, historische Verbindungen und die topografische Nähe: Das Museum Frieder Burda, schon immer in engem Kontakt mit französischem Kultur- und Kunstschaffen, zeigt eine hochkarätige Ausstellung, in deren Fokus große Namen wie Pablo Picasso, Gerhard Richter, Georg Baselitz, Sigmar Polke oder Andreas Gursky stehen.

"Ensemble"

Rund 100 Werke aus beiden Sammlungen werden unter dem Titel "Ensemble" präsentiert. Meisterwerke deutscher Expressionisten, wie dem 1914 in der Champagne gefallenen August Macke, begegnen Werken der Väter der französischen Moderne: Pierre Bonnards spätes, sehr verletzlich wirkendes Selbstportrait im Spiegel (1939-45) oder Pablo Picassos "Le Rocking-Chair" (1943) sprechen von Zweifel und Isolation während der deutschen Besatzung. In Marc Chagalls Gemälde "Le Dimanche" (1952-1954) verbinden sich Poesie und Spiritualität, was sein Werk im Nachkriegsdeutschland so ungeheuer populär machte. Zugleich hallt darin aber auch die für immer verlorene jüdische Kultur Osteuropas nach.

Georg Baselitz, Sigmar Polke und Gerhard Richter sind zentral für die Sammlung Frieder Burda. Sie setzten sich, wie später auch Anselm Kiefer, kritisch mit der verdrängten deutschen Vergangenheit, aber auch mit der Medien- und Erinnerungskultur auseinander – und legten damit den Grundstein für den internationalen Siegeszug deutscher Malerei. Zu "Ensemble" steuert das Centre Pompidou spektakuläre Werke dieser großen „Malerheroen“ bei – wie Kiefers gigantisches Tableau "Das Geheime Leben der Pflanzen" (2001-2002) oder Baselitz’ berühmt-berüchtigtes Frühwerk "Ralf III" (1965).

Fotografien

Ein spezielles Highlight und weiteres Feld deutsch-französischen Austauschs bildet die Sektion zur Fotografie der Moderne. Wird Paris in der Zwischenkriegszeit zum Zentrum einer neuen Fotografie, so sind es gerade Immigranten aus Deutschland, Ungarn, Europa und der Welt – und nicht selten Fotografinnen wie Germaine Krull, Marianne Breslauer oder Ilse Bing –, die ihre Sichtweisen in die große Bildmaschine Paris einspeisen, darunter auch exzentrische Modefotografen wie Erwin Blumenfeld, oder in Deutschland ausgebildete Lichtbildner wie René Zuber und Florence Henri. Eine Präsentation von Arbeiten des französischen Street-Art-Künstlers "JR", der 2014 für das Museum in Baden-Baden gearbeitet hatte, und die Frieder Burda daraufhin teilweise erworben hatte, schließt den Reigen ab.

Öffnungszeiten

Info: Die Ausstellung "Ensemble. Centre Pompidou – Museum Frieder Burda" in Baden-Baden ist bis zum 29. September zu sehen. Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, feiertags geöffnet. Erwachsene zahlen 14 Euro Eintritt. Weitere Informationen gibt es unter www.museum-frieder-burda.de.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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